Russland leidet weiter unter enormen Zinsen. Die Staatsverschuldung ist zwar vergleichsweise gering, aber ihre Tilgung kostet Unsummen.
Russland leidet weiter unter enormen Zinsen. Die Staatsverschuldung ist zwar vergleichsweise gering, aber ihre Tilgung kostet Unsummen.
Innerhalb der ersten acht Monate des Jahres 2026 lag das Defizit des russischen Haushalts bei um die 5,8 Billionen Rubel – umgerechnet etwa 60,3 Milliarden Euro. Für das gesamte Jahr war der Kreml eigentlich von 3,8 Billionen Rubel Defizit ausgegangen. Für Kreml-Chef Wladimir Putin ist das kein Problem, jedenfalls offiziell. Allerdings kann sich Russland im Gegensatz zu westlichen Staaten nicht so einfach durch Geldleihen behelfen.
Das Wichtigste in Kürze:
„Es gibt zwar ein Defizit, aber es ist nicht kritisch, wenn man bedenkt, dass wir eine der weltweit niedrigsten Staatsverschuldungsquoten haben“ – so hat Putin Anfang September 2026 noch versucht, das Volk zu beruhigen. Im direkten Vergleich ist das nicht falsch. Laut World Economics haben einige Industriestaaten deutlich höhere Schuldenquoten. Darunter:
Damit hat Russland zwar einen gewissen Spielraum bei der Aufnahme neuer Kredite, aber gleichzeitig hat es ein Problem, das die anderen Staaten nicht haben. Hohe Zinssätze, internationale Sanktionen und ein limitierter Kreis inländischer Käufer machen diesen Spielraum teurer, als es bei anderen Staaten der Fall ist.
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Gerade die Leitzinsen stellen sich mehr und mehr als ein Bremsklotz für Russlands Wirtschaft heraus. Sie sorgen bereits dafür, dass private Investments deutlich zurückgehen und dass Banken immer größere Probleme mit Krediten haben, die nicht bedient werden. Der Anteil „schlechter“ Kredite in den Büchern der Banken ist hoch: Erst im August 2026 hatte die Moscow Credit Bank berichtet, einen „starken“ Anstieg der überfälligen Kredite zu beobachten.
Leitzinsen einiger Länder im Überblick:
Für den Kreml sind die hohen Zinsen auch bei neu ausgegebenen Staatsanleihen ein Problem. Um inländische Investoren zu gewinnen, hat der Kreml bestimmte Anleihen mit hohem Renditeversprechen und variabler Verzinsung ausgegeben. Der Zinssatz, an den diese Anleihen gekoppelt sind, orientiert sich allerdings am Leitzins – die Käufer sind dabei vor dem Risiko steigender Zinsen geschützt, aber der Staat nicht. Er muss für die höheren Zinskosten aufkommen.
Diese Kosten belaufen sich allein 2026 auf um die vier Billionen Rubel. Umgerechnet sind das etwa 42,1 Milliarden Euro. Das entspricht rund einem Zehntel der russischen Staatsausgaben und übersteigt die kombinierten Budgets für Bildung und Gesundheitswesen.
Deutschland wendet dagegen um die sechs Prozent seines Bundeshaushalts für solche Schuldendienste auf (33,65 Milliarden Euro von 524,54 Milliarden Euro, laut Bundestag). In Russland würden diese Kosten ein Viertel des Haushalts verschlingen, wenn die Schulden auch nur die 38-Prozent-Marke erreichen. „Wenn wir die Verschuldung weiter erhöhen, verdrängt dies alle anderen Ausgaben. Uns bliebe weniger Geld für unsere Prioritäten“, zitiert „Moscow Times“ den russischen Finanzminister Anton Siluanow.
Russland versucht darum, über verschiedene Hebel neues Geld in die Staatskasse zu schaufeln. Unter anderem passiert das über Enteignungen von Wirtschaftsbossen und die Beschneidung von Subventionen. Die wichtigste Einnahmequelle, der Ölexport, schwächelt ebenfalls, weil Russland unter einer Treibstoffkrise leidet und erhebliche Mengen zurückhalten muss.
Zuletzt musste der Kreml schon wichtige Investitionen absagen, darunter welche in die Raumfahrtbranche. Schon seit einigen Jahren opfert Russland auf diese Weise seine Zukunft für den Krieg – ohne echte Aussichten auf Erfolg in der Ukraine.
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
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