2027 bleibt von Gehaltserhöhungen oft wenig übrig: Steuern, Sozialabgaben und Inflation drücken das reale Plus deutlich.
Falls Sie kommendes Jahr mehr Gehalt bekommen, sollten Sie sich nicht zu früh freuen. Nach Steuern, Sozialabgaben und abzüglich Inflation bleibt vom dicken Plus oft wenig übrig. Wir zeigen, womit Sie rechnen können.
Fünf Prozent mehr Gehalt hätte die IG Metall für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie im kommenden Jahr gerne. Mit dieser Forderung geht die Gewerkschaft gerade in die Tarifverhandlungen. Fünf Prozent wären bei einem Einkommen von 50.000 Euro brutto immerhin 2500 Euro mehr. Das ist eine Menge Geld. Doch übrig bleibt dem Beschäftigten davon nicht viel. Gerade einmal 482 Euro beträgt das reale Plus. Hier geht das Geld verloren:
Die Inflation hat also den größten Effekt auf das Einkommen. Sie mindert die Gehaltserhöhung um rund 34 Prozent. 28 Prozent gehen auf das Konto der Sozialabgaben und rund 19 Prozent auf die Einkommensteuer. Als reales Plus bleiben nur noch rund 19 Prozent.
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Das bedeutet, dass Ihr Einkommen kommendes Jahr weit weniger wert sein wird, wenn Sie keine Gehaltserhöhung bekommen. Unter dem Strich steigt das Netto durch die Steuer- und Beitragsänderungen immerhin um 10 Euro. Die erhöhten Beiträge für die Pflegeversicherung greifen zwar ebenfalls, gleichzeitig gibt es aber eine Entlastung durch die geplante Einkommensteuerreform.
Aber: Es bleiben 809 Euro Minus beim gesamten Nettoeinkommen durch die Inflation. Ein Durchschnittsverdiener, der keine Gehaltserhöhung bekommt, kann sich kommendes Jahr also Waren und Dienstleistungen für rund 809 Euro weniger leisten als dieses Jahr. Selbst bei Menschen mit niedrigem Einkommen von 30.000 Euro brutto sind es rund 500 Euro weniger. Ein Spitzenverdiener mit 100.000 Euro Einkommen müsste real auf fast 1800 Euro Kaufkraft verzichten.
Das ändert sich erst, wenn Ihre Gehaltserhöhung die Inflation von 2,6 Prozent deutlich übertrifft. Noch bei drei Prozent Gehaltserhöhung macht keine Einkommensklasse ein reales Plus. Niedrigverdiener mit 30.000 Euro Bruttoeinkommen hätten dann immer noch sieben Euro weniger in der Tasche. Bei Durchschnittsverdiener mit 50.000 Euro brutto wären es 33 Euro und bei Spitzenverdienern mit 100.000 Euro Bruttoeinkommen rund 415 Euro.
Für Niedrigverdiener dreht sich das ab etwa 3,1 Prozent mehr Bruttogehalt. Durchschnittsverdiener brauchen mindestens 3,2 Prozent. Für Spitzenverdiener geht es erst ab vier Prozent mehr Gehalt auch real ins Plus. Hier spielen dann auch die höheren Beitragsbemessungsgrenzen für alle Sozialversicherungen eine Rolle. Sie sind noch nicht beschlossen. Bei Kranken- und Pflegeversicherung soll die Grenze aber auf 76.500 Euro Bruttoeinkommen steigen. Bei Rente- und Arbeitslosenversicherung wären es 106.200 Euro.
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