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Nur noch in Neuss und Grevenbroich: Straßenverkehrsamt soll in Dormagen und Meerbusch schließen

Дата публикации: 21-10-2026 14:24:38




Von den vier Standorten sollen die in Dormagen und Meerbusch geschlossen werden. Denn: Deutlich mehr Zulauf haben die Außenstellen in Neuss und Grevenbroich, außerdem steigt die Online-Nachfrage.



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Nur noch in Neuss und Grevenbroich Straßenverkehrsamt soll in Dormagen und Meerbusch schließen

21.10.2026 · 16:24 Uhr

Die Außenstelle des Straßenverkehrsamts in Dormagen: Der Kreis will sie ebenso schließen wie die in Meerbusch.

Die Außenstelle des Straßenverkehrsamts in Dormagen: Der Kreis will sie ebenso schließen wie die in Meerbusch.

Foto: Klaus D. Schumilas

Rhein-Kreis Neuss · Von den vier Standorten sollen die in Dormagen und Meerbusch geschlossen werden. Denn: Deutlich mehr Zulauf haben die Außenstellen in Neuss und Grevenbroich, außerdem steigt die Online-Nachfrage.

Die Abstimmung mit den Füßen läuft. Nur jeder vierte Kunde, der das Straßenverkehrsamt analog ansteuert, bucht einen Termin in den Außenstellen Dormagen (19,8 Prozent) oder Meerbusch (7,3). Das Service-Gros wird über die Standorte in Neuss (38,4) oder Grevenbroich (34,4) abgewickelt.

Als wahrer Gewinner muss aber die digitale Fahrzeugzulassung angesehen werden, deren Fallzahlen nach Angaben der Kreisverwaltung allein im Zeitraum 2024 bis 2026 bei den Geschäftskunden um 201,7 Prozent auf 9183 Vorgänge emporschnellten. Ein Trend, der landauf, landab zu beobachten ist. Folgerichtig ebnet der Bund den Weg für ein deutschlandweit „zentrales, vollständig digitales Zulassungssystem“. Was bedeutet das für die aktuell noch dezentral und lokal organisierte Fahrzeugzulassung an Rhein und Erft? Die Kreisverwaltung sagt in einer Vorlage für den jüngsten Kreistag mittelfristig einen „deutlichen Umbruch im Tagesgeschäft des Straßenverkehrsamtes Rhein-Kreis Neuss“ voraus – und versucht offenbar, frühzeitig zu reagieren.

Landrätin Katharina Reinhold und die von ihr geführte Verwaltung antworten auf dieses Szenario mit einer „Reduzierung der Dienststellenstruktur“. Sie will die Standorte in Dormagen und Meerbusch schließen; das „Geschäft“ ausschließlich über Neuss und Grevenbroich abwickeln. Damit würde der Kreis, so rechnet die Chefin im Kreishaus vor, jährlich rund 128.000 Euro einsparen und vor allem das Personal effizienter einsetzen können, weil weniger Koordinations- und Reiseaufwand anfalle. Außerdem tue der Rhein-Kreis genau das, was alle Hauptverwaltungsbeamten – die Landrätin und die acht Bürgermeister – unisono anstrebten: eine Aufgabenkritik. Kreissprecher Benjamin Josephs empfiehlt dann auch eine Gesamtbetrachtung, um die Vorteile zu erkennen: „Zwei leistungsfähige Präsenzstandorte in Neuss und Grevenbroich, gebündeltes Personal und gleichzeitig ein konsequenter Ausbau der digitalen Dienstleistungen: Damit soll das Straßenverkehrsamt langfristig leistungsfähig und wirtschaftlich aufgestellt werden.“

Was sich gut anhört, muss aber noch lange nicht gut sein. Auf diesen prüfenden Blick ist die Politik spezialisiert. So hatte die Initiative der Landrätin im jüngsten Kreistag keine Chance. Beratungsbedarf überall, auch in ihrer eigenen CDU-Fraktion. Deren Sprecher Wolfgang Wappenschmidt will vor allem sicher sein, dass der Online-Service vorangetrieben wird. Ergebnis und Siegerehrung: Vertagung und Wiedervorlage des Themas am 4. November, wenn der Kreisausschuss in Neuss tagt.

Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld (SPD) pocht auf Präsenz.

Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld (SPD) pocht auf Präsenz.

Foto: Georg Salzburg (salz)

Einmal mehr, so formulierten es Abgeordnete im Kreistag, sei die Kommunikation aus dem Kreishaus dürftig gewesen und zum Schluss sei auch noch Zeitdruck aufgebaut worden. Die Bürgermeister fühlten sich nicht mitgenommen. Schon vermisste SPD-Sprecherin Christina Borggräfe die „notwendige Sensibilität“ bei der Landrätin. Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld (SPD) hätte „eine frühzeitige und ergebnisoffene Einbindung erwartet“, und sein Meerbuscher Amtskollege Christian Bommers (CDU) hält die Art und Weise, wie das Thema vonseiten des Rhein-Kreises Neuss eingebracht und kommuniziert wurde, „für zumindest sehr unglücklich“.

Meerbuschs Bürgermeister Christian Bommers (CDU) findet die Kommunikation in der Angelegenheit „zumindest sehr unglücklich“.

Meerbuschs Bürgermeister Christian Bommers (CDU) findet die Kommunikation in der Angelegenheit „zumindest sehr unglücklich“.

Foto: Anne Orthen

Christina Borggräfe und die SPD stellten sich im Kreistag auf die Seite der Bürgermeister. „Wir sollten uns deren Prüfantrag zu eigen machen“, empfahl die Fraktionsvorsitzende: „Wir wollen Zusammenarbeit auf Augenhöhe.“ Dirk Schimanski und seine Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen wollen die Einwände aus den Rathäusern „sehr ernst nehmen“ und dachten schon mal laut über mehr „mobile Angebote“ des Straßenverkehrsamtes in den kreisangehörenden Städten nach.

Carsten Thiel, der die Gruppe UWG/Freie Wähler/Zentrum im Kreistag anführt, ist skeptisch, dass die Mehrheit der Straßenverkehrsamtsbesucher ihre Standortwahl nach geografischen Gesichtspunkten trifft: „Der Bürger geht dorthin, wo er den für sich günstigsten Termin reservieren kann.“ Eine Einschätzung, die Benjamin Josephs aus dem Kreishaus unterstützt: „In Dormagen stammen rund 75 Prozent der Anträge von außerhalb. Umgekehrt nutzen beispielsweise Bürgerinnen und Bürger aus Dormagen oder Meerbusch auch andere Standorte“ – in Neuss oder Grevenbroich.

Fazit: Die Politik diskutiert, wo die Einwohner längst mit den Füßen abstimmen.

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