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Der Transfer-Showdown um den Schweizer Nationalstürmer Philipp Kurashev geht in die heisse Phase

Дата публикации: 29-09-2026 21:38:23

Hinter den Kulissen liefern sich die Klubs im Schweizer Eishockey einen erbitterten Bieterstreit um den bisherigen NHL-Angreifer. Diese Woche soll eine Entscheidung über den neuen Arbeitgeber fallen. Der SC Bern hat sich aus dem Transferpoker verabschiedet.

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Der Transfer-Showdown um den Schweizer Nationalstürmer Philipp Kurashev geht in die heisse Phase

Hinter den Kulissen liefern sich die Klubs im Schweizer Eishockey einen erbitterten Bieterstreit um den bisherigen NHL-Angreifer. Diese Woche soll eine Entscheidung über den neuen Arbeitgeber fallen. Der SC Bern hat sich aus dem Transferpoker verabschiedet.

29.09.2026, 23.38 Uhr

3 Leseminuten


Vermutlich bald wieder auf Schweizer Eis zu sehen: Philipp Kurashev, hier im Tenue der San Jose Sharks.

Vermutlich bald wieder auf Schweizer Eis zu sehen: Philipp Kurashev, hier im Tenue der San Jose Sharks.

David Gonzales / Reuters

Am Dienstagabend um 23 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit beginnt die NHL-Saison. Der Stanley-Cup-Champion Carolina Hurricanes empfängt den Vorjahressieger Florida Panthers.

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Die 32 Eishockeyteams haben sich je auf ihre 23-Mann-Kader festgelegt, mit denen sie in die Saison starten. Kurz vor dem Auftakt wurden mit Attilio Biasca (23, Boston Bruins), Théo Rochette (24, Detroit Red Wings) und Leon Muggli (20, Washington Capitals) drei Schweizer Spieler in die Farmteam-Liga AHL geschickt.

Gar keinen Vertrag ergattern konnte bisher der Stürmer Philipp Kurashev, der die letzten sechs Jahre in der NHL verbracht hat. Kurashev, 26, hat in 360 Partien 150 Skorerpunkte produziert. Es ist eine ansehnliche Bilanz, aber die Wahrheit ist auch: Er hat sich in Chicago und San Jose nicht durchsetzen können, bei zwei der zuletzt schwächsten Teams der Liga.

In San Jose sass Kurashev im letzten Winter regelmässig überzählig auf der Tribüne. Im Frühjahr machte ihm eine Erkrankung an Pfeifferschem Drüsenfieber zu schaffen, im Mai verpasste er die Heim-WM.

«Die ganze Liga will ihn», sagt der Trainer Gottérons

Etwas überraschend hat Kurashev keinen Try-out-Vertrag erhalten, mit dem er sich während der NHL-Saisonvorbereitung für ein dauerhaftes Engagement hätte aufdrängen können. Der Umstand, dass Kurashevs NHL-Verbleib in die Ferne gerückt ist, sorgt in diesen Tagen in der Schweiz für reichlich Aufregung. Hinter den Kulissen ist ein eifriges Wettbieten im Gang, das bald ein Ende haben wird: Den interessierten Teams wurde dem Vernehmen nach signalisiert, dass eine Entscheidung in dieser Woche zu erwarten sei.

Kurashev wurde im SC Bern ausgebildet und lief bisher nur dreizehnmal in der National League auf: In der Covid-Saison 2020/21 stürmte er für Lugano, erzielte dabei kein Tor, dafür neun Assists. Er ist ein tempofester, trickreicher Center, dessen Potenzial eine ganze Kaste an Sportverantwortlichen elektrisiert. Es gibt viele Klubs, die sich um Kurashev bemühen; vermutlich trifft es der Gottéron-Coach Roger Rönnberg ziemlich genau, wenn er sagt: «Die ganze Liga will ihn.»

Aber «wollen» und die Möglichkeit, Kurashev tatsächlich zu finanzieren, sind zwei verschiedene Dinge. Gerade an der Transfer-Front wird gerne und viel gelogen, aber aus dem Informationsdickicht kristallisieren sich im Rennen um Kurashev drei Hauptkandidaten heraus: Davos, Lausanne und Zug. Der SC Bern hat seine Bemühungen am Dienstag eingestellt - das Preis-/Leistungsverhältnis war den Bernern nicht mehr geheuer. Auch Lugano und die ZSC Lions beschäftigen sich zum Beispiel mit der Personalie. Aber die Schmerzgrenze dürfte beim genannten Quartett am höchsten sein.

Klar ist: Wer Kurashev will, muss sich strecken. Man darf annehmen, dass er nicht unter 850 000 Franken zu haben ist. Die bisherige Rekordmarke von 925 000 Franken Jahressalär, aufgestellt von Damien Brunner 2014 in Lugano, könnte wackeln. Brunner und Kurashev teilen sich die präferierte Rückennummer 96. Es gibt Funktionäre, die berichten, dass für Kurashev zumindest eine siebenstellige Offerte auf dem Tisch liege. Die Angebote divergieren punkto Lohn und Laufzeit stark.

Die Frage ist, was Kurashev sucht: Geld oder ein Sprungbrett, das ihn zurück in die NHL katapultieren kann? Wie aus dem Umfeld verhandelnder Klubs zu hören ist, scheint der Fokus eher auf Letzterem zu liegen. Kurashevs Agent soll auf verschiedenen Ausstiegsklauseln bestehen, angeblich sogar auf einer für einen Zweiweg-Vertrag, mit welchem er in die AHL abgeschoben werden kann.

Das Wettbieten der Milliardäre

Wer Kurashev verpflichtet, muss damit rechnen, dass er sich im Sommer wieder verabschiedet. Das verunmöglicht eine strategische Kaderplanung weitgehend – es nützt einem Sportchef wenig, wenn im August im Budget plötzlich fast eine Million Franken an Salärsumme frei wird: Es gibt zu diesem Zeitpunkt schlicht keine Spieler, in die man die Mittel investieren könnte. Im Schweizer Eishockey übersteigt die Nachfrage das Angebot seit langem, und die Lohnspirale dreht vor allem deshalb so ungehemmt.

Nachhaltig ist das alles nicht. Aber in einer Liga, in der Milliardäre sich aus Lust und Laune Klubs leisten und teilweise happige Defizite decken, spielen solche Überlegungen eine untergeordnete Rolle. Dem kurzfristigen Erfolg wird vieles untergeordnet – und warum auch nicht? Das Spielzeug soll den Reichen ja Spass machen und dem Publikum in den kühlen Hallen die Herzen so sehr wärmen, dass für die Chefetage ein paar Schulterklopfer abfallen.

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