Mit 30 Jahren nie wieder arbeiten müssen: Dieses ambitionierte Ziel verfolgte eine junge Kanadierin jahrelang mit extremem Verzicht. Kurz vor dem Erreichen der Ziellinie änderte sie jedoch ihre Pläne.
Mit 30 Jahren nie wieder arbeiten müssen: Dieses ambitionierte Ziel verfolgte eine junge Kanadierin jahrelang mit extremem Verzicht. Kurz vor dem Erreichen der Ziellinie änderte sie jedoch ihre Pläne.
Die Kanadierin Jane Tsang bricht ihr Vorhaben ab, mit 30 Jahren in Rente zu gehen. Trotz angesparter 700.000 kanadische Dollar (rund 437.600 Euro) verwarf die 27-Jährige ihre Pläne. Wie das US-Magazin „People“ berichtet, strebt sie nun ein Modell mit freiwilliger Erwerbsarbeit an. Sie möchte ihre Zeit künftig flexibler gestalten.
Für ihren Traum ging die junge Frau zuvor an ihre Belastungsgrenzen. Sie kombinierte rund fünf Jahre lang einen Vollzeitjob sowie einen zeitintensiven Nebenjob und arbeitete wöchentlich etwa 70 Stunden. Sie verzichtete konsequent auf Restaurantbesuche, neue Kleidung und jegliche Freizeitaktivitäten. „Ich habe definitiv sehr viel Zeit und mein soziales Leben geopfert, weil ich so darauf fokussiert war, beruflich voranzukommen“, so Jane. Die 27-Jährige gesteht auch ein, dass dieses Lebensmodell trotz des vielen Geldes nicht für jeden geeignet ist: „Ich bereue es nicht, aber ich würde auch nicht jedem empfehlen, zwei Jobs zu haben.“
Dieser extreme Lebensstil führte laut einem Bericht von „People“ jedoch zu schweren gesundheitlichen Problemen wie chronischem Schlafmangel und heftigen Kopfschmerzen. Ein Wendepunkt trat im Jahr 2024 ein, als der Tod ihrer Großmutter Tsang die Vergänglichkeit des Lebens vor Augen führte. „Mir wurde klar, dass es keinen Sinn hatte, mir die Freiheit für mein zukünftiges Ich erkaufen zu wollen, wenn ich dafür mein gesamtes jetziges Leben aufgeben musste“, sagt Jane gegenüber „People“. Sie lockerte ihre Spardisziplin und baute gleichzeitig eine erfolgreiche Präsenz auf der Plattform TikTok auf, die ihr zeitweise hohe Zusatzeinnahmen einbrachte.
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Heute begreift sie Wohlstand nicht mehr als den vollständigen Verzicht auf Erwerbsarbeit. Vielmehr möchte sie künftig selbst entscheiden, welche Projekte sie im Alltag verfolgt. „Das Komische ist, je näher ich meinem ursprünglichen Ruhestandstermin komme, desto mehr merke ich, dass ich gar nicht unbedingt aufhören will zu arbeiten“, erzählt Tsang „People“. „Ich möchte einfach die Freiheit haben, selbst zu entscheiden, welche Arbeit – wenn überhaupt – meine Zeit wert ist.“
Wer in Deutschland ähnliche Pläne verfolgt, sollte bedenken, dass nicht nur hohe Einnahmen, sondern auch ein realistischer, langfristiger tragfähiger Finanzplan wichtig sind. Arbeitnehmer, die früher aus dem Berufsleben aussteigen möchte, sollten außerdem ihre voraussichtliche gesetzliche Rente, betriebliche Ansprüche und private Rücklagen zusammenrechnen – dabei hilft die Digitale Rentenübersicht der Deutschen Rentenversicherung. Entscheidend ist, die jährlichen Ausgaben einschließlich Krankenversicherung, Steuern, Inflation und ungeplanter Kosten zu berücksichtigen und das benötigte Vermögen nicht zu knapp zu kalkulieren.
Mehrere Jobs können das Sparen beschleunigen, bergen aber das Risiko von Überlastung, gesundheitlichen Problemen und einem Verlust an Lebensqualität. Ein nachhaltiger Plan sollte deshalb auch Erholungszeiten und eine berufliche Absicherung einbeziehen. Wer die gesetzliche Rente vorzeitig beantragt, muss zudem mit dauerhaften Abschlägen rechnen und sollte sich vorab individuell von der Deutschen Rentenversicherung beraten lassen.