Deutschland fördert selbst nur wenig Öl. Könnte das Land seine Produktion steigern, ließen sich Importe senken und Milliarden sparen.
Deutschland importiert den Großteil seines Rohöls. Dabei gibt es eigene Vorkommen. Wie viel Öl noch im Boden steckt und was eine höhere Förderung bringen könnte.
Deutschland hat eigene Rohölvorkommen. Um 1900 standen 2000 Ölfördertürme in der Lüneburger Heide. Wie sieht es heute aus?
Die größten geförderten Erdölvorkommen liegen in Schleswig-Holstein. Laut Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie wurden im Jahr 2025 in Deutschland insgesamt 1,55 Millionen Tonnen Erdöl gefördert, vor allem in Schleswig-Holstein.
2025 kamen aus Mittelplate 685.733 Tonnen, aus Dieksand weitere 171.692 Tonnen. Zusammen also rund 857.000 Tonnen. Das sind mehr als 55 Prozent der gesamten deutschen Erdölförderung.
Schleswig-Holstein ist damit das Bundesland mit der mit Abstand höchsten Erdölförderung. In Niedersachsen lag die Förderung laut den Daten des Bundesverbandes bei rund 0,52 Millionen Tonnen. Dies entspricht rund 33 Prozent des bundesweiten Gesamtaufkommens.
Laut dem Statistischem Bundesamt importierte Deutschland 2025 rund 75,1 Millionen Tonnen Rohöl. Die heimische Förderung lag insgesamt bei 1,55 Millionen Tonnen. Damit deckte die heimische Förderung rund 1,75 Prozent des deutschen Bedarfs ab.
Könnte dieser Anteil erhöht werden, beispielsweise auf fünf Prozent? Rechnen wir das durch: Deutschland hat aktuell rund 20,15 Millionen Tonnen sichere und wahrscheinliche Reserven.
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Fünf Prozent entsprechen 4,45 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr. Wenn 1,55 Millionen Tonnen selbst gefördert werden könnten, verblieben zur Erreichung des fünf-Prozent-Ziels 2,99 Millionen Tonnen. Deutschland müsste also die heimische Ölförderung auf das 2,9-Fache des heutigen Niveaus steigern.
Deutschland hat aber nur geschätzte Vorkommen von rund 20 Millionen Tonnen. Wenn keine neuen Reserven hinzukämen und Deutschland tatsächlich fünf Prozent seines Bedarfs selbst decken würde, wären die heutigen Reserven rechnerisch nach rund 4,5 Jahren verbraucht.
Aber: Durch neue Bohrungen, bessere Förderverfahren und neue Funde könnten weitere Mengen zu wirtschaftlich förderbaren Reserven werden.
Der Effekt auf den Import wäre tatsächlich messbar: Bei einem Ölpreis von 100 Euro pro Barrel würden 2,9 Millionen Tonnen weniger Importe Deutschland rechnerisch rund 2,1 Milliarden US-Dollar pro Jahr an Ölimportkosten sparen (Bruttowert).
Von Krischan Orth, wallstreetONLINE Redaktion
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