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USA produzieren mehr Öl als Saudi-Arabien und der Irak zusammen, können aber die Ölkrise nicht lösen und Diesel bleibt teuer

Дата публикации: 19-10-2026 16:38:00

Die USA fördern mehr Öl als Saudi-Arabien und der Irak zusammen. Trotzdem steigen die Spritpreise drastisch. Ein Engpass erklärt das Paradox.

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Die USA fördern Öl in Rekordmengen. Trotzdem explodieren die Preise für Benzin und Diesel. Dahinter steckt ein Engpass, den selbst die größte Ölmacht der Welt nicht lösen kann.

Die USA fördern mehr Öl als Saudi-Arabien und der Irak zusammen. Eigentlich müssten die Amerikaner damit bestens gegen eine Energiekrise gewappnet sein. Doch an den Tankstellen zeigt sich das Gegenteil: Benzin und Diesel sind drastisch teurer geworden.

Ausgerechnet die größte Ölmacht der Welt bekommt ihre Spritpreise nicht unter Kontrolle. Dahinter steckt ein Problem, das weit über den Krieg mit dem Iran hinausreicht.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die USA fördern täglich fast 14 Millionen Barrel Rohöl und sind damit der größte Ölproduzent der Welt.
  • Trotzdem sind die Benzinpreise binnen eines Jahres um rund 41 Prozent gestiegen, Diesel verteuerte sich um etwa 71 Prozent.
  • US-Ölkonzerne können ihre Produktion nicht kurzfristig hochfahren. Neue Bohrungen benötigen Monate.
  • Der entscheidende Engpass liegt inzwischen bei Raffinerien, die Rohöl zu Benzin und Diesel verarbeiten.
Amerikas Ölmacht stößt an ihre Grenzen

Wie die Wirtschaftszeitung „El Economista“ berichtet, fördern die Vereinigten Staaten täglich fast 14 Millionen Barrel Rohöl. Saudi-Arabien kommt demnach auf rund acht Millionen, der Irak auf knapp vier Millionen Barrel.

Dennoch zahlen amerikanische Autofahrer derzeit rund 4,36 Dollar für eine Gallone Benzin, umgerechnet etwa 3,8 Liter. Diesel kostet sogar 6,28 Dollar.

Der Grund: Öl wird weltweit gehandelt. Fallen Lieferungen aus dem Nahen Osten aus, steigen die Preise auch in Ländern, die selbst große Mengen fördern.

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Ed Crooks vom Energieberatungsunternehmen Wood Mackenzie sieht darin ein grundlegendes Problem. Wie er laut El Economista erklärt, wird die US-Ölförderung anders als in den OPEC-Staaten nicht zentral gesteuert. Stattdessen entscheiden zahlreiche private Unternehmen selbstständig über ihre Produktion. Dabei orientieren sie sich vor allem an den Gewinnen ihrer Aktionäre. Größere Förderreserven, die sich kurzfristig aktivieren ließen, fehlen deshalb.

Höhere Ölpreise lösen keinen sofortigen Förderboom aus

Hinzu kommt ein Zeitproblem. Selbst wenn Ölkonzerne angesichts steigender Preise zusätzliche Bohrungen beschließen, fließt das Öl nicht unmittelbar.

Nach Berechnungen von Wood Mackenzie dauert es gewöhnlich neun bis zwölf Monate, bis die US-Förderung auf Preisveränderungen reagiert. Neue Anlagen müssen errichtet, Bohrungen durchgeführt und Förderstätten angeschlossen werden.

Die Unternehmen zögern außerdem mit Investitionen. Denn niemand weiß, wie lange die hohen Preise anhalten. Entspannt sich die Lage im Nahen Osten, könnten milliardenschwere Projekte plötzlich deutlich weniger rentabel sein.

Zwar steigt die Aktivität bereits: Nach Angaben des Öldienstleisters Baker Hughes waren zuletzt 462 US-Bohranlagen in Betrieb, nach 418 im Vorjahr. Für eine schnelle Entlastung reicht das jedoch nicht.

Der eigentliche Engpass liegt in den Raffinerien

Noch schwerer wiegt ein zweites Problem: Selbst ausreichend Rohöl garantiert keine Versorgung mit Kraftstoffen.

Benzin und Diesel müssen erst in Raffinerien hergestellt werden. Genau dort fehlen inzwischen wichtige Kapazitäten.

Krestin Hottner vom Vermögensverwalter Vontobel verweist gegenüber El Economista auf Produktionsausfälle in Russland und im Nahen Osten. Schätzungsweise fünf bis sechs Millionen Barrel täglicher Verarbeitungskapazität seien betroffen.

Zudem verteuern gestörte Handelsrouten den Öltransport erheblich. Die täglichen Kosten für einen Supertanker zwischen dem Nahen Osten und Asien seien in einzelnen Fällen von rund 100.000 auf mehr als eine Million Dollar gestiegen.

Das trifft vor allem Diesel. Der Kraftstoff wird nicht nur für Autos benötigt, sondern auch für Lastwagen, Landwirtschaft und Industrie. Steigende Dieselpreise können deshalb über höhere Transportkosten weitere Waren verteuern.

Doch die Maßnahmen können die Engpässe bei Raffinerien und Transportwegen bislang nicht dauerhaft beseitigen.

Denn: Nicht allein die Menge des geförderten Öls bestimmt den Spritpreis, sondern auch, ob es transportiert und verarbeitet werden kann.

Für Verbraucher bedeutet das, dass selbst eine Entspannung an den Rohölmärkten nicht automatisch zu günstigeren Tankfüllungen führt. Solange Raffineriekapazitäten fehlen und Handelswege gestört bleiben, könnten Benzin und insbesondere Diesel teuer bleiben.

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