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Elon Musk will mit Starlink in den Mobilfunk einsteigen - Telekom-Chef Höttges hält dagegen

Дата публикации: 13-10-2026 13:37:00

Elon Musk will mit Starlink in den Mobilfunk einsteigen. Telekom-Chef Höttges bleibt gelassen. Doch die Börse fürchtet einen Angriff auf das Geschäftsmodell.

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Elon Musk will mit Starlink in den Mobilfunk. Telekom-CEO Timotheus Höttges gibt sich gelassen. Doch der Milliardenverlust an der Börse zeigt, wie ernst Investoren die Bedrohung nehmen.

Es gibt Sätze, die klingen nach Selbstbewusstsein. Und solche, die verraten, wie nervös jemand geworden ist. Timotheus Höttges, Chef der Deutschen Telekom, hat gerade einen gesagt, der beides sein könnte. Im Gespräch mit dem Wirtschaftsjournalisten Holger Zschäpitz über Elon Musk und dessen Angriff auf den Mobilfunkmarkt erklärt er: „Investoren glauben immer, Elon Musk kann über Wasser gehen.“ Er, Höttges, glaube das nicht.

Telekom-Chef gilt als Musk-Bewunderer

Dabei ist der Telekom-Chef durchaus ein Bewunderer seines möglichen Konkurrenten. „Elon Musk ist der größte Unternehmer des Jahrtausends“, sagt Höttges. Wo immer Musk auftauche, habe er „enorm intelligente Ideen“, um bestehende Geschäftsmodelle auf den Kopf zu stellen. Ein größeres Kompliment lässt sich einem Unternehmer kaum machen. Nur soll Musk das möglichst nicht im Mobilfunk tun.

Auch die amerikanischen Mobilfunkriesen Verizon, AT&T und T-Mobile US gerieten unter die Räder. Nach Berechnungen der Financial Times wurden bei den drei US-Konzernen zusammen rund 62 Milliarden Dollar Börsenwert vernichtet. Der Auslöser war genau der Mann, dem Höttges Respekt zollt und der jetzt beschlossen hat, dass ihm der Himmel allein nicht mehr reicht.

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Starlink will in den Mobilfunk

Elon Musk will mit Starlink in den klassischen Mobilfunk einsteigen. SpaceX hat sich für geschätzte acht Milliarden Dollar zusätzliche amerikanische Frequenzrechte im 800-Megahertz-Band gesichert. Diese niedrigen Frequenzen sind wertvoll, weil sie große Flächen versorgen und vergleichsweise gut in Gebäude eindringen können.

Bereits 2025 hatte SpaceX mit EchoStar einen Frequenzdeal über rund 17 Milliarden Dollar vereinbart. Jetzt zeichnet sich ab, was Musk tatsächlich vorhat: Er will nicht nur Internet aus dem All liefern, sondern seine Satelliten mit Antennen am Boden zu einem eigenen Mobilfunknetz verbinden.

Für die Telekom ist das kritisch. Sie hält rund 54 Prozent an T-Mobile US, ihrem wichtigsten Wachstumsmotor. Ausgerechnet dort, wo der Bonner Konzern besonders erfolgreich ist, taucht nun ein Konkurrent auf, der schon mehrmals vorgemacht hat, wie er eine ganze Branche auf links dreht.

Höttges hat recht – aber nur für die Gegenwart

Höttges muss also in den Kampfmodus. Der Telekom-Chef greift dafür zunächst auf ein technisches Argument zurück. „Warum soll ich 400 Kilometer ins All funken und dann wieder 400 Kilometer zurück, wenn die Antenne um die Ecke steht?“, fragt er. Das klingt einleuchtend. Und ist technisch auch richtig. Satelliten haben bei der Datenkapazität pro Fläche einen entscheidenden Nachteil gegenüber einem dichten terrestrischen Mobilfunknetz. Millionen Menschen in Manhattan lassen sich nicht so effizient aus dem Weltraum versorgen wie über Antennen auf Hochhäusern.

Nur beantwortet Höttges damit eine Frage, die Musk inzwischen gar nicht mehr stellt. Denn der Tesla-Gründer will offenbar nicht mehr ausschließlich aus dem Weltraum funken. Mit den neuen Frequenzen kann SpaceX auch ein terrestrisches Netz aufbauen. Satelliten für die Fläche, Antennen für die Städte. Genau diese Kombination macht den Angriff gefährlich. Musk versucht das bestehende Mobilfunkmodell neu zusammenzusetzen.

„Wir haben 85.000 Antennen“

Höttges nimmt die Herausforderung demonstrativ gelassen. Sollte Musk tatsächlich ein eigenes Netz am Boden errichten wollen, ist seine Reaktion: „Da sage ich herzlich willkommen.“ Er schiebt Zahlen hinterher: „Wir haben 85.000 Antennen“, Musk nicht. Und er habe kaum Kunden. „Wir haben 150 Millionen.“

Das sind gewaltige Wettbewerbsvorteile. Sie sind allerdings auch ein Hinweis darauf, wie teuer das bisherige Geschäftsmodell ist. Die etablierten Anbieter müssen ihre Netze warten, modernisieren und immer neue Frequenzen erwerben. Musk könnte versuchen, mit einem anderen Kostenmodell anzutreten.

Starlinks Mobilfunk dauert noch Jahre

Allerdings wäre es voreilig, ihn schon zum Sieger zu erklären. Frequenzen sind noch kein funktionierendes Mobilfunknetz. SpaceX braucht Standorte, Technik, Genehmigungen, Kundenservice und eine zuverlässige Versorgung innerhalb von Gebäuden. Und selbst niedrige Frequenzen ersetzen keine dicht geknüpften Netze, wenn Millionen Menschen gleichzeitig Videos streamen.

Der Analyst Stéphane Beyazian von ODDO BHF erwartet deshalb, dass Starlink ohne Roaming-Partnerschaften Jahre benötigen könnte, um eine hochwertige Mobilfunkversorgung aufzubauen. Raymond-James-Analyst Frank Louthan sieht eine ernsthafte Konkurrenz ebenfalls erst in mehr als drei Jahren. Das sind Argumente für Höttges. Aber die Zeit läuft gegen ihn.

Die Börse denkt schon einen Schritt weiter

Die andere Seite der Debatte sieht so aus: Analysten von Citi sehen in SpaceX einen anhaltenden Risikofaktor für klassische Telekommunikationsunternehmen. Die Deutsche Bank hält es für möglich, dass die bisherigen Partnerschaften im amerikanischen Satellitenmobilfunk neu sortiert werden.

Und die Börse reagierte differenziert: Während Mobilfunkaktien abstürzten, legten die Aktien von Funkturmgesellschaften wie American Tower und Crown Castle zu. Investoren rechnen offenbar damit, dass Musk sich für seine Expansion jene Infrastruktur kauft, die Höttges bisher als seinen Schutzwall betrachtet.

Musk setzt etablierte Anbieter unter Druck

Schon beim Satelliteninternet haben viele etablierte Anbieter Musk unterschätzt. Starlink wurde lange als teure Notlösung für abgelegene Regionen betrachtet. Heute ist der Dienst ein ernstzunehmender Anbieter, der auch in Deutschland mit günstigen Tarifen um Kunden wirbt. Glasfaser bleibt bei Leistungsfähigkeit und Kapazität häufig überlegen. Aber Musk muss nicht überall besser sein. Es reicht, wenn sein Angebot für genügend Kunden gut genug ist.

Dasselbe Prinzip könnte er auf den Mobilfunk übertragen. Zunächst die ländlichen Regionen, dann die Vororte, schließlich die Städte, wenn die terrestrische Infrastruktur steht. Das wäre ein Angriff nicht mit einem einzigen revolutionären Produkt, sondern mit einer schrittweisen Verschiebung der Wettbewerbsgrenzen.

Musk muss nicht über Wasser gehen

Höttges warnt vor überzogenen Erwartungen. Musk kann eben nach seiner Überzeugung nicht über Wasser gehen. Auch für ihn gelten die Gesetze der Physik und der Betriebswirtschaft. Seine Frequenzkäufe verschlingen Milliarden, ohne einen einzigen neuen Mobilfunkkunden zu garantieren.

Aber Höttges macht einen strategischen Fehler, wenn er die gegenwärtigen Schwächen von Starlink zum Maßstab für dessen Zukunft nimmt. Er argumentiert mit dem Netz, das Musk heute hat. Die Börse bewertet das Netz, das Musk morgen bauen könnte. Und das kann die Telekom und andere in die Defensive treiben. Jahrzehntelang bestimmten die etablierten Netzbetreiber, welche Infrastruktur nötig war und was der Zugang zu ihr kostete. Nun kommt ein Unternehmer, der mit eigenen Raketen, Satelliten und Frequenzen einen Teil dieser Spielregeln verändern kann.

Höttges hat also noch die besseren Argumente für die nächsten Jahre. Musk möglicherweise die interessantere Strategie für das nächste Jahrzehnt. An der Börse wird Zukunft gehandelt. Und dort hat Musk bereits gewonnen, bevor seine erste neue Mobilfunkantenne steht.

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