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Leistungsbeurteilung: Studie zeigt Vorbehalte gegen Performance-Noten

Дата публикации: 19-10-2026 16:00:00

Performance Reviews mit Zahlenwerten sind vielen Angestellten ein Graus. Eine US-Studie hat nun untersucht, wie der Trend zur notenlosen Bewertung bei ihnen ankommt. Die Ergebnisse überraschten sogar das Forschungsteam.

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In den USA gelten rein notenbasierte Performance Reviews zunehmend als überholt. Unternehmen wie Adobe oder Microsoft haben sie in den vergangenen Jahren abgeschafft und sind dem Trend zu sogenannten Ratingless Reviews gefolgt. Seitdem legen sie ihren Teammitgliedern keine nackten Leistungsnoten mehr vor, sondern verbinden mündliches oder schriftliches Feedback mit Coaching und Gesprächen über die persönliche Entwicklung.

Wie sinnvoll diese Abkehr vom Notensystem ist, hat ein Forschungsteam der University of Missouri, der Cornell University und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC untersucht . Dazu beobachtete es in vier Experimenten, wie 1600 Angestellte auf drei verschiedene Review-Formate reagierten: Entweder sie bekamen ihre Bewertung als Zahlen präsentiert oder sie erhielten ausschließlich beschreibendes Feedback oder eine Kombination aus beiden Varianten. Die Bewertungen fielen in allen Formaten gleich gut oder schlecht aus.

Bei der Auswertung erlebten die Forschenden eine Überraschung. Anders als sie erwartet hatten, bewerteten die Studienteilnehmenden nicht etwa den kombinierten Ansatz als am fairsten und hilfreichsten. „Tatsächlich haben wir herausgefunden, dass die Variante mit der erzählerischen Form die beste war“, sagt die Organisationsforscherin Emily Zitek, Associate Professor an der Cornell University. Die Teammitglieder hätten diese als besonders fair wahrgenommen und sich – anders als beim reinen Zahlenformat – nicht negativ bewertet gefühlt.

Erhielt ein Teammitglied außergewöhnlich gutes Feedback, war die Akzeptanz für die notenbasierte Review ebenso hoch wie bei den anderen Formaten. Fiel die Bewertung hingegen negativ aus, dann stuften die Probanden zahlenbasierte Bewertungen besonders häufig als verletzend ein. Eine aus dem Zusammenhang gerissene Zahl wirkt offenbar eher wie ein Schuldspruch denn als Orientierungshilfe. Worte hingegen lindern den Schmerz, ohne die Botschaft abzuschwächen. So half das erzählte Feedback den Mitarbeitenden zu verstehen, was Führungskräfte von ihnen erwarteten und wie sie sich verbessern konnten, ohne sich als Versager zu fühlen.

Komplett abschaffen möchte das Autorenteam die Zahlen-Ratings dennoch nicht. Für Entscheidungen über Belohnungssysteme bleiben quantitative Ratings hilfreich, betonen sie. „Denn wenn Sie gar keine Zahlen haben, kann das andere Nachteile mit sich bringen“, warnt Emily Zitek, „zum Beispiel, wenn Sie Boni oder Beförderungen vergeben möchten.“ © HBm 2026

Quelle: Joonyoung Kim et al.: „The Power of Words: Employee Responses to Numerical Versus Narrative Performance Feedback“, Academy of Management Discoveries, Dezember 2025

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