Auf dem Oktoberfest ist viel los. Auch die Preise werden von Jahr zu Jahr höher. Warum zieht das Volksfest jedes Jahr so viele Besucher an?
Der Beitrag Das Oktoberfest: Teuer, stressig – und trotzdem wieder? erschien zuerst auf Westdeutsche Allgemeine Zeitung.

Marie Wilken, funky-Jugendreporterin
In wenigen Wochen heißt es in München wieder „O’zapft is“. Ab dem 19. September herrscht in der bayerischen Hauptstadt 16 Tage lang der Ausnahmezustand, auch Oktoberfest genannt. Die ganze Stadt trägt Tracht und dass man auf dem Weg zur Schule oder Arbeit in der U-Bahn einer alkoholisierten Person begegnet, gehört ebenfalls zur Tagesordnung. Aus ganz Deutschland und sogar anderen Ländern strömen die Menschen auf die Theresienwiese. Doch lohnt es sich noch, zum größten Volksfest der Welt zu gehen, oder ist es mittlerweile nur noch stressig, unangenehm und teuer?
Ich komme nicht aus München, mag die Stadt aber sehr gerne und bin deswegen regelmäßig dort. Auch auf dem Oktoberfest habe ich mich schon blicken lassen. An einem Samstagmorgen fuhren ein paar Freunde und ich mit dem Zug zum Spektakel. Schon am Hauptbahnhof merkte ich, welche Zeit im Jahr gerade ist, und spätestens als wir uns in die U-Bahn quetschten, die uns zum Fest bringen sollte, wurde mir klar, wie voll es gleich sein würde.
Auf dem Gelände angekommen, hieß es für uns: rennen. Wir hatten eine Reservierung im Schottenhammel, einem der Festzelte. Unser Zug hatte Verspätung und wir hatten Angst, dass unser Tisch anderweitig vergeben werden würde. Am Platz angekommen, fiel uns sofort die – nicht vorhandene – Größe des Tisches auf. Ich bin spontan mitgekommen, wir waren wir also elf Personen. Doch auch für die gedachten zehn Personen war der Tisch ziemlich klein. Nachdem wir etwas gegessen hatten, fing die Band an zu spielen. Es war unfassbar, was für eine gute Stimmung um 12 Uhr in einem Oktoberfestzelt ist. Beim Mitsingen der Lieder habe ich sofort vergessen, dass es mitten am Tag ist. Die Menschen waren für die frühe Uhrzeit schon gut angetrunken. Ich fühlte mich trotzdem wohl, weil ich nicht alleine war.
Die Zeit verging schnell. Plötzlich stand unsere Bedienung wieder hinter uns und kündigte an, dass die Party in 15 Minuten die Party zu Ende sein würde. Zum Glück hatten wir alle unser Bier schon ausgetrunken. Die Reservierungen der Tische sind streng auf drei Stunden getaktet. Kurze Zeit später bat sie uns, aufzustehen. Der Weg nach draußen dauerte etwas. An jeder Ecke wurden wir von gut gelaunten Gästen angesprochen und führten noch viele lustige Unterhaltungen. Ein Junge erzählte uns, dass er aus Berlin komme. Dabei versuchte er bayrisch zu klingen, was uns verriet, dass er bis dahin nicht nur ein Bier getrunken hatte.
Vor dem Zelt war es ziemlich warm. Wir entschieden uns ein bisschen über das Gelände zu laufen und uns umzuschauen. Auf dem Gelände löste eine Attraktion die nächste ab, neben dem hohen Kettenkarussell stand das Riesenrad mit bunten Lichtern. Nur Stände, die etwas zu essen verkauften, unterbrachen die Reihe. Draußen ging es erheblich entspannter zu als im Zelt. Das mag auch daran liegen, dass hier viele Familien unterwegs waren. Einige von uns wollten gerne Achterbahn fahren. Ich hatte keine Lust, weshalb ich auf die Taschen aufpasste und zuschaute, wie die anderen durch die Loopings rasten. Wie alles auf dem Oktoberfest war auch das gar nicht so günstig. Die Attraktionen kosteten 2023 zwischen acht und zwölf Euro.
Als die Sonne sich langsam verabschiedete, taten wir dasselbe. Die Fahrt zum Hauptbahnhof war um einiges entspannter als die Hinfahrt. Die Entspannung nahm aber im Regio wieder schlagartig ab. Es war voll, heiß und einige der Personen hatten wohl die ein oder andere Maß Bier zu viel getrunken – alles andere als angenehm.
Mein Fazit: Ein Besuch auf dem Oktoberfest ist nicht gerade günstig. Auch von Entspannung kann nicht wirklich die Rede sein. Jedoch freue mich jetzt schon darauf, in diesem Jahr wieder hinzugehen. Das Oktoberfest ist etwas Besonderes. Die Stimmung ist einzigartig. Es kommen viele verschiedene Menschen zusammen, um eine gute Zeit zu haben. Die Stimmung unter den Besucherinnen und Besuchern ist viel gelöster als sonst. Ich denke, dass das der Grund ist, warum Menschen aus der ganzen Welt für eine Maß Bier nach München kommen.
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