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Erfahrungsbericht: Die Dating-App „Boo“ im Test

Дата публикации: 05-10-2026 07:53:40

Dating-Apps wirken oft oberflächlich. Eine neue App will das ändern: Der Persönlichkeitstyp steht im Mittelpunkt. Wie gut funktioniert das?
Der Beitrag Erfahrungsbericht: Die Dating-App „Boo“ im Test erschien zuerst auf Westdeutsche Allgemeine Zeitung.


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Ein Pärchen steht im Sonnenuntergang.

Marie Wilken, funky-Jugendreporterin

Ab einem bestimmten Alter ist Dating das wichtigste Thema am Tisch. Meine Freundesgruppe aus der Schule sieht sich nach Monaten endlich wieder. „Naa, wie sieht es bei dir aus? Gibt es was Neues?“, ist die erste Frage, die schon im Auto fällt. Niemand spricht aus, was damit genau gemeint ist. Trotzdem weiß es jeder. Ich verneine, so wie immer. Eigentlich sind Dating-Apps nichts für mich. Mit 20 bin ich noch nicht in einem Alter, in dem ich mir Stress machen muss. Auch von Sprüchen wie „Die biologische Uhr tickt“ bin ich weit entfernt und halte davon auch nicht viel. Dennoch machte mich eine neue Dating-App neugierig, bei der man erst seinen Persönlichkeitstyp herausfindet und dadurch dann die große Liebe finden soll. Na mal schauen.

Dienstagabend. Ich möchte der App namens „Boo“ eine Chance geben und lade mir die App mit den zwei kleinen Geistern herunter. Es dauert nur wenige Sekunden, bis ich die App auf meinem Homescreen habe. Ich starte gespannt. Erst muss ich, wie fast immer, meinen Namen eingeben. Weiter geht es mit der E-Mail-Adresse und dem Alter. Dann wird es schon spannender. „Was suchst du?“, ist die Überschrift der nächsten Seite. Ich kann zwischen Beziehung und Freundschaft auswählen. Ich bin kein Mensch der großen Entscheidungen, deshalb wähle ich beides. Nachdem ich weitere Angaben zu meiner Person gemacht habe, kommt endlich der spannende Teil: der Persönlichkeitstest. Insgesamt sind es 30 Fragen, die ich über mich beantworten muss. Wie schnell lasse ich mich ablenken? Bin ich extrovertiert? Bin ich ein positiver oder negativer Mensch?

Die App sagt mir, ich sei ein „Aktivist“. 50 Prozent extrovertiert, 69 Prozent intuitiv, 78 Prozent fühlen und 58 Prozent wahrnehmen. Außerdem sei ich „energisch, enthusiastisch und neugierig“. Ich nehme das erst einmal an, ohne mir weiterführende Gedanken zu meiner Person zu machen. Ich möchte endlich starten und das tun, was man in solchen Apps ebenso macht: Menschen kennenlernen.

Nach einer kleinen Einweisung, wie ich jemanden liken oder disliken kann, fange ich an zu swipen. Mein Daumen klickt immer schneller auf das kleine rote Kreuz. Mir werden nur Leute aus weit entfernten Ländern angezeigt. Als mir ein über 30 Jahre alter Mann aus den Niederlanden vorgeschlagen wird, beende ich das Swipen fürs Erste. „Das kann doch nicht richtig sein“, denke ich mir und checke die Einstellungen. Nach einer kurzen Suche finde ich den Punkt Alter und Herkunft. Ich gebe an, dass ich nur innerhalb Europas und Personen unter 24 Jahren suche. Ob meine Wünsche nun beachtet werden können, kann ich erst später herausfinden. Die Anzahl der Personenvorschläge ist bei der kostenlosen Version stark begrenzt.

Kurze Zeit später versuche ich es wieder. Mir werden nur noch Frauen angezeigt. Ich bin verwirrter als davor. Ich überprüfe wieder die Einstellungen, um mich zu vergewissern, dass alles stimmt. „Suche nach: Mann“ und „Sexualität: Heterosexuell“ lese ich sofort, als ich die richtige Seite finde. Ich verstehe nun noch weniger, warum mir nur Mädchen angezeigt werden. Ich beschließe, die App für den Abend zu schließen.

Am nächsten Morgen versuche ich es erneut. Die App hat meine Anforderungen endlich verstanden. Fast alle der Herren, die mir empfohlen werden, sind in meinem Alter. Nur die Herkunft weicht noch um Tausende Kilometer ab. Was rein logistisch gesehen schon ein Problem ist. Ich merke, dass die App nichts für mich ist.

Der Ansatz, den die App verfolgt, ist wirklich sinnvoll. Dating-Apps sind oft oberflächlich. Jedoch ist es keine Lösung, sich nur nach dem Persönlichkeitstyp zu richten. Was bringt es mir, jemanden kennenzulernen, der zwar so tickt wie ich, aber in einem anderen Lebensabschnitt ist und dazu noch auf der anderen Seite der Welt sitzt? Ein weiteres Problem besteht darin, dass die App bisher noch nicht über eine große Nutzerzahl verfügt und daher noch nicht weit verbreitet ist. Dadurch gibt es in manchen Regionen noch nicht genügend Menschen, die bereit sind, über die App andere Personen kennenzulernen und zu daten.

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  • Ein Mann hält einen Blumenstrauß in der Hand, im Hintergrund Straßenlichter

    Blumen mitbringen und handgeschriebene Liebesbriefe: Wird das Dating der jungen Generation wieder konservativer?

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