Im Foyer des Neusser Lukaskrankenhauses zeigt eine Wanderausstellung bis zum 25. November Fakten und Schicksale rund um das Thema Organspende. Die Details.
21.10.2026 · 04:50 Uhr
Die Ausstellung, die das Thema enttabuisieren möchte, erklärt auch den Prozess der Organspende selbst und widerlegt manches Vorurteil.
Foto: Rheinland KlinikumNeuss · Im Foyer des Neusser Lukaskrankenhauses zeigt eine Wanderausstellung bis zum 25. November Fakten und Schicksale rund um das Thema Organspende. Die Details.
Organspende ist ein Thema, über das viele Menschen ungern nachdenken. Dennoch ist es wichtig, sich damit zu beschäftigen. Genau das will eine Wanderausstellung erreichen, die das Netzwerk Organspende NRW konzipiert hat. Bis zum 25. November ist sie im Foyer des Neusser Lukaskrankenhauses zu sehen.
Unter dem Titel „Leben schenken – Organspende in NRW“ informieren vier großformatige Stellwände über Fakten, Daten und Zahlen. Sie erzählen aber auch persönliche Geschichten: von Patienten, denen eine Organspende ein neues, gesundes Leben ermöglicht hat, und von Organspendern sowie deren Angehörigen.
Dass die Ausstellung in Neuss zu sehen ist, freut Eric-Ralph Hansen besonders. Der leitende Oberarzt der Klinik für Anästhesie und operative Intensivmedizin ist im Rheinland Klinikum Transplantationsbeauftragter. „Ich freue mich natürlich sehr, dass das Lukaskrankenhaus für diese Wanderausstellung ausgewählt wurde“, sagt er.
Auch Andreas Kremer, Klinikmanager des Lukaskrankenhauses und selbst Arzt, sieht Handlungsbedarf. Die Zahl der Organspenden in Deutschland verharre seit Jahren auf einem niedrigen Niveau. Das reiche nicht aus, um den Bedarf der Patienten auf der Warteliste zu decken. Eine Ursache sieht Kremer darin, dass sich zu wenige Menschen rechtzeitig mit dem Thema befassen und zu Lebzeiten einen Organspendeausweis ausfüllen.
Trotz der Einführung des Organspende-Registers ist derzeit ein Organspendeausweis erforderlich, um einer solchen Spende zuzustimmen. Im September hat der Bundestag über eine Reform des Transplantationsgesetzes beraten. Vorgesehen ist darin auch die Einführung einer Widerspruchslösung, die die bislang geltende Zustimmungslösung ersetzen soll.
Hansen unterstützt diesen Vorschlag. Es entlaste die Angehörigen ungemein, wenn bekannt sei, was der Betroffene wolle – oder eben ausdrücklich nicht wolle. Zudem würde eine solche Regelung im Prinzip alle dazu anhalten, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Bislang haben sich rund 650.000 Personen im Organspende-Register eingetragen, das 2024 eingeführt wurde. Für Hansen ist das zu wenig.
Der Dortmunder Fotograf Benedikt Ziegler hat für die Ausstellung Menschen porträtiert. Dazu gehört der junge Markus, der an Mukoviszidose litt. Als Elfjähriger erhielt er eine Lungenlebendspende von seinen Eltern. Ebenfalls zu sehen ist Inka aus Dortmund, deren Körper in kürzester Zeit eine zweite Spenderleber abstieß.
Die Ausstellung will das Thema enttabuisieren. Sie erklärt den Ablauf einer Organspende und räumt mit Vorurteilen auf, die sich hartnäckig halten.
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