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«Jahr, das in Erinnerung bleiben wird», «Wir erwarten einen hervorragenden Jahrgang»: Winzer der Region ziehen Bilanz

Дата публикации: 21-10-2026 07:35:39

Simon Müller ist seit Januar für den Rebbau am Schloss Biberstein zuständig – und hat sich einer ganzen Reihe an Herausforderungen stellen müssen. Hitzesommer, Unwetter, Hagel: Das Weinjahr 2026 war für einige Winzer aus der Region nicht einfach.

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Darum geht es
  • Der Rebberg von Schloss Biberstein hatte 2026 eine deutlich kleinere Ernte als im Vorjahr.
  • Auch in anderen Rebbaugebieten der Region haben Hitze und ein Unwetter für Herausforderungen gesorgt.
  • Trotz der Einbussen blieb die Weinqualität überwiegend gut.
Simon Müller kümmert sich seit Anfang Jahr um den Rebbau im Schloss Biberstein.Simon Müller kümmert sich seit Anfang Jahr um den Rebbau im Schloss Biberstein.

Bild: zvg

Der Hitzesommer hat vielerorts für Herausforderungen gesorgt – so beispielsweise in der Früchte- und Gemüseernte. Einer, der ebenfalls damit zu kämpfen hatte, ist Simon Müller vom Bereich Weinbau des Schloss Biberstein. Müller ist seit Anfang des Jahres für den Rebbau im Schloss zuständig – und hat nicht gerade den einfachsten Start genossen.

2'388 Kilo Trauben konnten dort im September geerntet werden – also rund die Hälfte der letztjährigen Ernte. Diesen Minderertrag führe man einerseits auf die Hitze und andererseits auf das Unwetter von Ende August zurück. An den Rebstöcken selbst sei kein Schaden entstanden, sagt Müller. «Wir haben beim Traubenlesen aber die angeschlagenen Trauben aussortiert.» Dadurch habe es in diesem Jahr zwar eine kleinere Ernte gegeben, «die Qualität des Weins hat dadurch jedoch nicht gelitten.»

Den daraus entstandenen finanziellen Schaden könne man nicht genau eruieren, da kein Rebjahr dem anderen gleiche. Es könne von ganz verschiedenen Faktoren beeinflusst werden, so Müller. «So ist es im Weinbau.» Trotzdem hat das zur Folge, dass man dieses Jahr weniger Weinflaschen abfüllen könne. «Glücklicherweise haben wir noch Wein im Lager, sodass wir unser Sortiment weiter anbieten können.»

Nun würde die Wiesenfläche ein letztes Mal gemäht und die Rebanlage auf Mängel überprüft. Danach seien die Arbeiten im Rebberg für dieses Jahr fast abgeschlossen. Dass solche Hitzesommer künftig keine Ausnahme bleiben könnten, ist auch beim Weinbau am Schloss Biberstein ein Thema. Aktuell sei man deshalb darüber im Austausch, ob eine Bewässerungsanlage für diejenigen Reben installiert werden soll, welche in diesem Jahr am meisten mit der Trockenheit zu kämpfen hatten.

Auch andere Regionen betroffen

Die vergangenen Wochen und Monate haben auch anderorts ihre Spuren hinterlassen. «Die Trockenheit hat uns zu schaffen gemacht und zu diversen Mehraufwänden geführt», sagt Thomas Lindenmann vom Weingut Lindenmann in Seengen. «Vor allem das Bewässern der jüngeren Rebparzellen hat uns stark beschäftigt.» Jungreben hätten nämlich noch kein genügendes Wurzelgeflecht und seien deshalb anfälliger für Trockenstress.

«Zum Glück hat aber das Unwetter im August einen Bogen um uns herum gemacht», sagt Lindenmann. Das Traubengut sei sehr gesund, wenn auch durch die Hitze teilweise kleinere Beeren herangewachsen seien. Ertragseinbussen hatte man deshalb nur an heiklen Standorten mit weniger Bodenmächtigkeit. «Eine schöne Weinqualität, mengenmässig etwas weniger, reift nun in unserem Weinkeller.»

Trotz eher schwieriger Umstände scheint sich die gute Qualität der Ernte auch an anderen Orten in der Region durchzuziehen. «Das Weinjahr 2026 war für uns aussergewöhnlich», sagt Rolf Wehrli von der Wehrli Weinbau AG in Küttigen. «Qualitativ dürfen wir von einem sehr guten Jahr sprechen.» Trotzdem sei das Jahr wirtschaftlich herausfordernd gewesen, «denn mengenmässig liegen wir einiges unter einer durchschnittlichen Ernte».

Rund die Hälfte der letztjährigen Ernte kam dieses Jahr beim Rebberg beim Schloss Biberstein zusammen.Rund die Hälfte der letztjährigen Ernte kam dieses Jahr beim Rebberg beim Schloss Biberstein zusammen.

Bild: zvg

Auch bei Wehrli Weinbau habe besonders die zusätzliche Bewässerung der Junganlagen eine Herausforderung dargestellt. «Da wir keine fixe Bewässerungsinfrastruktur haben, bedeutete dies einen erheblichen zusätzlichen Arbeitsaufwand.»

Die Herausforderungen hören aber nicht bei der Ernte auf, so Wehrli. «Die Rebstöcke müssen sich in den kommenden Monaten gut erholen können, damit sie genügend Reserven aufbauen und im nächsten Jahr wieder gesund und widerstandsfähig austreiben können.» Einzelne bereits geschwächte Rebstöcke hätten dieses anspruchsvolle Jahr nicht überstanden.

Auch der Hagel Ende August sei ein Thema gewesen. «Wir hatten Glück, dass die Trauben zu diesem Zeitpunkt bereits weit fortgeschritten waren», sagt Wehrli. Dadurch habe man in betroffenen Parzellen mit einer Noternte reagieren, und die Trauben ohne wesentlichen Qualitätsverlust einbringen können.

Ganz ohne Folgen sei der Hagel allerdings nicht geblieben: In stärker betroffenen Parzellen muss der Rebschnitt im Winter entsprechend angepasst werden. «Wir blicken trotzdem optimistisch nach vorne», sagt Wehrli. «Landwirtschaft bedeutet immer, mit der Natur zu arbeiten und gute wie schwierige Jahre anzunehmen.»

Weniger Krankheitsdruck durch Hitze

Nicht überall hat der Sommer gleichermassen für Aufruhr gesorgt. Bei «Mosti Furer» in Staufen scheint er sogar seine Vorteile gebracht zu haben: «Der trockene Sommer führte zu wesentlich weniger Krankheitsdruck», so Inhaber Pascal Furer. «Der Pflanzenschutz konnte deshalb deutlich reduziert werden und wir konnten trotzdem gesunde und reife Trauben ernten.» Weiter sei die Ernte «so früh wie nie» gewesen. «Wir erwarten einen hervorragenden Jahrgang.»

Pascal Furer, Inhaber der Mosterei Furer in Staufen.Pascal Furer, Inhaber der Mosterei Furer in Staufen.

Bild: Chris Iseli

Trotzdem habe man auch bei «Mosti Furer» eine kleinere Erntemenge festgestellt. Wieder waren es besonders die Junganlagen, die am meisten unter der Trockenheit gelitten hätten. Der Hagel habe die Rebanlagen zwar auch getroffen, «doch glücklicherweise waren die Trauben schon reif». So habe man sie nur zwei Tage früher als geplant ernten können.

Optimistischer Blick in die Zukunft

Beim Schloss Biberstein wird im nächsten April der Schloss-Rebberg um 2'100 Quadratmeter bis zum neu erstellten Gehweg erweitert. Weiter beginne man bald mit den Vorbereitungen für den Weihnachtsmarkt auf dem Schloss. «Bis Ende Jahr wird es etwas ruhiger im Rebbau, dafür steigt die Vorfreude aufs neue Jahr bereits», sagt Simon Müller.

Er sei derzeit besonders mit Planung und Organisation der neuen Rebanlage beschäftigt. «Ich durfte nun schon fast ein komplettes Jahr im Weinbau erleben. Ein besonderes Jahr, das mir sicher noch lang in Erinnerung bleiben wird.»

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