Der VfR Aalen erlebt einen besonderen Nachmittag am Bieberer Berg. Was die Spieler nach dem 3:1 über Zusammenhalt, Emotionen und einen geplatzten Knoten sagen.
Stand: 26.09.2026, 21:22 Uhr

Der VfR Aalen erlebt einen besonderen Nachmittag am Bieberer Berg. Was die Spieler nach dem 3:1 über Zusammenhalt, Emotionen und einen geplatzten Knoten sagen.
Offenbach. Rund 200 mitgereiste Fans feierten auf den Rängen, die Spieler ließen sich vor dem Gästeblock bejubeln: Nach dem 3:1-Erfolg bei Kickers Offenbach war die Freude beim VfR Aalen riesig. Die Schwarz-Weißen fügten dem bisherigen Spitzenreiter die erste Heimniederlage der Saison zu. Selbst eine Rote Karte und der anschließende Treffer zum 1:3 brachten den VfR in der Schlussphase nicht mehr entscheidend ins Wanken. Das sagten die Aalener nach dem Coup am Bieberer Berg.
Thomas Geyer, Innenverteidiger VfR Aalen: „Klar, das war für uns ein Highlight-Spiel. Aber trotz unserer Ausfälle war uns klar: Wenn wir das auf den Platz bringen, was wir in den vergangenen Wochen gezeigt haben, können wir auch hier bestehen. Das haben wir eindrucksvoll bewiesen. Entscheidend war unsere mannschaftliche Geschlossenheit. Und wie unsere Offensivspieler defensiv gearbeitet haben – Hut ab. Das gibt uns auch für die kommenden Wochen ein gutes Gefühl. Wir können mit jedem in dieser Liga mithalten und jeden schlagen. Bei meiner Roten Karte kommt der Steckpass und der Spieler kreuzt meinen Laufweg. Ich will eigentlich gar nichts von ihm, er verzögert das aber schlau. Ich dachte zunächst, es gibt Elfmeter und Gelb. Aber der Ball war wohl so weit weg, dass es als Notbremse gewertet wurde. Dann ist Rot korrekt.“
Giuseppe Catizone, Co-Trainer: „Das war ein absolut hochverdienter Sieg. Wir waren von der ersten Minute an präsent – und bis zum Schluss, auch in Unterzahl. Es war wahnsinnig, wie sich die Mannschaft gewehrt und in jeden Ball reingeworfen hat. Und nebenbei haben wir auch noch richtig guten Fußball gespielt. Ich freue mich besonders für Michi Kleinschrodt. Er arbeitet unheimlich viel und hat sich mit seinem ersten Tor endlich belohnt. Trotzdem kann man heute eigentlich keinen herausnehmen. Egal, ob Startelf oder Einwechselspieler: Alle haben super gespielt und gekämpft. Wir sind einfach happy, vor so einer Kulisse beim Tabellenführer so ein Spiel abgeliefert zu haben.“
Dean Melo, Offensivspieler: „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ich fand es von der ersten bis zur letzten Minute überragend. Gerade in den letzten 20 Minuten mussten wir noch einmal richtig kämpfen. Dann kommt die Rote Karte dazu und Offenbach entwickelt eine enorme Wucht. Aber wir haben das überragend verteidigt. Der Schlüssel waren für mich ganz klar unser Spirit und unser Zusammenhalt. Jeder kämpft für jeden. Wir sind als Mannschaft noch einmal enger zusammengerückt. Egal, wer von der Bank kam oder von Anfang an gespielt hat: Jeder wollte diese drei Punkte unbedingt haben. Bei meinem Tor habe ich eigentlich nur gehofft, dass Michi den Ball gescheit zu mir spielt. Das hat er gemacht und dann musste ich ihn nur noch in die Ecke schieben. Die Vorarbeit war überragend.“
Michael Kleinschrodt, Stürmer: „Nach meinem Tor war ich erst einmal auf den Knien. Dann kamen die Jungs, wir haben uns in den Armen gelegen – das beschreibt es eigentlich ganz gut. Es war einfach Erleichterung. Man hat gemerkt, dass sich jeder für mich gefreut hat, dass der Knoten endlich geplatzt ist.
Natürlich freue ich mich über mein erstes Tor. Aber noch mehr freut mich, dass wir hier so ein geiles Spiel abgeliefert haben. Wenn du siehst, wie sich zum Beispiel Dean vor mir abarbeitet, auf den zweiten Ball geht und danach noch einmal diese Energie aufbringt, ist das schon stark. Er war an allen drei Toren beteiligt – ist einfach überragend. Und nach so einem Spiel gemeinsam vor unseren Fans zu feiern, hat natürlich am meisten Spaß gemacht.“
Beniamino Molinari, Trainer: „Wir haben ein bisschen gebraucht, um uns an das Stadion und die Atmosphäre anzupassen. Aber nach zehn, 15 Minuten hat mir richtig gut gefallen, wie wir Fußball gespielt haben. Unsere Rotationen und Positionswechsel waren sehr gut. Gleichzeitig standen wir hinten stabil. An eine hundertprozentige Torchance von Offenbach in der ersten Halbzeit kann ich mich eigentlich nicht erinnern.
Deshalb war unsere 2:0-Führung zur Pause auch verdient. Uns war klar, dass Offenbach nach der Pause eine enorme Wucht entwickeln wird. Es gab dann ungefähr zehn Minuten, in denen wir geschwommen sind und viele Flanken in unseren Strafraum kamen. Da kann auch mal der Anschlusstreffer fallen. Auf der anderen Seite haben wir selbst die große Chance zum 3:0. Offenbach hat einfach extrem viel Qualität, aber wir haben das am Ende sogar mit zehn Mann leidenschaftlich wegverteidigt. Ich sehe Offenbach weiterhin als eine der besten Mannschaften der Liga, die bis zum Ende oben mitspielen wird.
Molinari über die VerletztenGianluca Gaudino ist am Donnerstag im Training bei einem Zweikampf mit dem Kopf gegen die Bande geknallt. Das sah gar nicht gut aus. Er hat am Freitag versucht, ein bisschen zu laufen, aber es ging wegen der Schmerzen nicht. Ali Odabas hat Probleme an der Innenseite des Oberschenkels. Bei ihm bin ich zuversichtlich, dass er nächste Woche wieder fit ist.
Über die FormationsanpassungAuf dem Papier war es eine Doppelspitze. Michael Kleinschrodt hat in Großaspach eine komplette Saison auf der etwas hängenden Position gespielt. Entscheidend war für uns, dass Sasa Maksimovic und Dean Melo immer wieder ins Zentrum kommen. Das haben beide hervorragend gemacht. Ich habe ihnen das, um ehrlich zu sein, in dieser Form gar nicht zugetraut, weil sie eigentlich klassische Außenspieler sind. Aber wo sie sich überall im Zentrum herumgetrieben haben – das war echt schön zu sehen.“
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