Um die Stadt Zürich vor Hochwasser zu schützen, wird eine Limmatbrücke ersetzt.
Um die Stadt Zürich vor Hochwasser zu schützen, wird eine Limmatbrücke ersetzt.
09.10.2026, 18.40 Uhr
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CLAUDIO THOMA / KEYSTONE
Seit Anfang Jahr laufen die Bauarbeiten für die neue Rathausbrücke. Von der Anfang der 1970er Jahre erstellten Brücke ist inzwischen nur noch wenig zu sehen – davor und dahinter überspannen temporäre Stege die Limmat. Im Mai wurde die westliche Hälfte der Brücke in Einzelteile zerlegt und abtransportiert.
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Das Vorhaben ist Teil verschiedener Hochwasserschutzmassnahmen, denn die Brücke bildet einen Engpass im Abfluss grosser Wassermengen aus dem Seebecken. Paradoxerweise erschwert nun ausgerechnet der tiefe Wasserstand in See und Fluss die ohnehin komplexen Arbeiten. Diese umfassen nicht nur eine neue Brücke, sondern auch eine um zwei Meter tiefere Flusssohle.
Wegen der engen Platzverhältnisse sind verschiedene Maschinen sowie die ganze Baustellenlogistik auf in der Limmat schwimmenden Pontons untergebracht. Wie die Nachrichtenagentur Keystone-SDA schreibt, drohten drei in der Limmat schwimmende Plattformen an der Flusssohle anzukommen. Jene, auf der sich der Bagger befindet, stiess teilweise auf Grund.
Die Baggerarbeiten, um das Flussbett zu vertiefen, mussten deshalb eingestellt werden. Wie das Tiefbauamt der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitgeteilt hat, kann der Boden undicht werden, wenn die schwimmenden Plattformen in diesem Zustand durch schwere Maschinen beansprucht würden. Zudem könne das Boot, welches die drei Pontons positioniert, nicht mehr richtig fahren.
Um den Wasserspiegel in der Limmat zu stabilisieren, hat der Bund dem Kanton Zürich Anfang Monat erlaubt, die Abflussmenge aus dem Zürichsee zu verringern. So fliessen nun 20 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in die Limmat, statt 30 Kubikmeter.
Die anhaltende Trockenheit hat die Arbeiten an der neuen Rathausbrücke bisher um etwa eine Woche verzögert. Dadurch sind Mehrkosten von rund 50 000 Franken entstanden.
Kommt es nicht zu weiteren Verzögerungen, soll die neue Brücke Anfang 2029 fertiggestellt sein. Derzeit geht die Stadt von Gesamtkosten in der Höhe von rund 76 Millionen Franken aus. Das grosse Preisschild ist denn auch einer der Gründe dafür, dass der Ersatz der Gemüsebrücke einige Kritik auslöste. Im Vergleich zu ersten Schätzungen haben sich die erwarteten Kosten nämlich mehr als verdoppelt. Der letzte grosse Preissprung betrug satte 19 Millionen Franken und kam nur wenige Monate, nachdem die Stimmberechtigten den Kredit von 58 Millionen Franken bewilligt hatten.