Вход на сайт

Просмотр новости

Найдите то, что Вас интересует

Absencen: Ich kenne Musialas Epilepsie-Grusel – wie es ist, wenn das Gehirn einfach aussetzt

Дата публикации: 23-08-2026 10:28:00

Fußballer Jamal Musiala hatte bei zwei Spielen Absencen. Unser Autor ist Epileptiker und kennt die kleinen Aussetzer im Gehirn. Er versteht Musialas Grusel.

Основное содержимое страницы с новостью.

Fußballer Jamal Musiala hatte bei zwei Spielen Absencen. Unser Autor ist Epileptiker und kennt die kleinen Aussetzer im Gehirn. Er versteht Musialas Grusel, hat aber auch Hoffnung.

Natürlich hat es etwas in mir ausgelöst, als Jamal Musiala zusammengebrochen ist. Ich habe gebangt um das Wohl eines jungen Menschen. Und ich habe als Fußballfan Tragik empfunden, weil die Karriere eines der größten Fußballtalente erneut zurückgeworfen scheint. Aber ich hätte nicht gedacht, dass die beiden Vorfälle noch etwas ganz anderes in mir auslösen.

Musiala schrieb danach in seinem Instagram-Post, der Grund für seine Zusammenbrüche seien Absencen. Das Wort, das die meisten Menschen wahrscheinlich zunächst rätselnd zurückließ, war mir wohlbekannt: Ich habe Epilepsie. Wie Musiala vermutlich auch. Und die kleinen Aussetzer im Gehirn sind ein Symptom dieser Krankheit.
Im Video: Musiala erklärt Zusammenbruch: „Absence“ durch „Dysfunktion“

Ich kann nachvollziehen, wie es dem Fußballspieler gerade gehen muss. Seitdem ich Musialas Instagram-Post gelesen habe, kommen wieder Erinnerungen hoch. Nicht an meine Absencen an sich – denn da war ich ja wortwörtlich abwesend. Aber an die Momente davor, danach und den Alltag damit.

Die ersten Gehirn-Aussetzer fielen mir gar nicht auf

Ich war zehn, vielleicht elf Jahre alt, als mein Gehirn das erste Mal ausgesetzt hat. Mir ist das gar nicht richtig aufgefallen. Wenn ich gerade ferngesehen habe, war der Film für eine Sekunde durch ein Nichts unterbrochen.

ANZEIGE

ANZEIGE

Aber so sehr das Gehirn in dem Moment der Absence geschwächelt hat, so leistungsfähig war es danach. Es hat das Davor und das Danach zu einem zusammenhängenden Film verbunden. So kam ich mit den Absencen wunderbar klar, ohne dass sie mir überhaupt als unnormal aufgefallen wären. Zusammengebrochen wie Musiala bin ich währenddessen nie.

„Du warst einfach weg, alles klar bei dir?“

Als sich die Absencen häuften – auch mal mehrere in einer Stunde – merkten meine Eltern, dass irgendetwas seltsam ist. Ich erinnere mich noch, dass wir an einem lauen Sommerabend im Garten Federball spielten. Meine Mutter oder mein Vater schlugen den Ball an mich zurück. Doch ich stand einfach da, starrte in die Luft, mein Arm mit dem Schläger hing schlaff herunter. Ohne dass ich auch nur gezuckt hätte, segelte der Ball an mir vorbei.

„Du warst einfach weg, alles klar bei dir?“, fragten meine Eltern mich dann halb erstaunt, halb besorgt. Ich, der ja keine Erinnerung an den Moment hatte, stritt alles ab. Wenn meine Eltern nachbohrten und ich ihre Fragen schlichtweg nicht beantworten konnte, wurden meine Aussetzer zum Konfliktthema. Wie an dem Federball-Abend stapfte ich dann wütend davon.

Den Epilepsie-Grusel, den Musiala beschreibt, kenne ich gut

Musiala hat seine Absencen als „scary“ beschrieben. Ich finde die Beschreibung ziemlich treffend. Man kann sich vorstellen, wie sich ein ganz kurzer Herz-Aussetzer anfühlen würde. Einen Gehirn-Aussetzer kann man nicht fühlen. Den Grusel, den das auslöst, schiebt man lieber schnell beiseite.

Selbst in Phasen häufiger Absencen war mein Alltag glücklicherweise kaum eingeschränkt. Aber es gibt viele verschiedene Arten von Epilepsie und ich bin kein Leistungssportler. Hätte ich meinen Aussetzer nicht nur bei einem unbedeutenden Federballspiel gehabt, sondern beim entscheidenden Strafraum-Moment in einem Fußballspiel, wäre das etwas anderes gewesen.

Während der Absence lief ich auf die Straße

Viele spekulieren jetzt, ob Sport für Musiala derzeit gefährlich sein kann. Ich bin kein Mediziner und kann das nicht beurteilen. Aber ich weiß, dass nach Hunderten unproblematischen Absencen die nächste doch lebensbedrohlich werden kann.

Ich war mit meinen Eltern auf dem Weg nach Italien, wir machten Halt auf einem Rastplatz in der Schweiz. Ich stieg aus dem Auto aus, lief ein paar Schritte. Dann kam die Absence.

Weil das Gehirn in dem Moment unfähig zur Reaktion war, lief ich einfach weiter – auf die Einfahrt von der Autobahn auf den Parkplatz. Mein Vater konnte mich gerade noch packen. Hätte er nicht reagiert und wäre in dem Moment ein Auto herangerauscht, hätte es übel enden können.

Ein Kurzschluss im Schaltkreis

Das hat sich bei mir erst geändert, als mit 13 Jahren aus kleinen Aussetzern große Anfälle wurden. Den ersten hatte ich wohl abends im Bett. Da niemand bei mir war und ich keine Erinnerung habe, lässt sich das aber nur mutmaßen.

Dafür war der zweite Anfall umso offensichtlicher: Es war die siebte oder achte Schulstunde, Physikunterricht. Wir sollten elektronische Schaltkreise auf einem Brett zusammenstecken, als mein ganz persönlicher Schaltkreis einen Kurzschluss bekam. Ich weiß nur noch, dass es mich plötzlich vom Stuhl auf den Boden zog. Dann war ich weg.

Endlich eine logische Erklärung für die gruseligen Momente

Was die Mitschüler und der Lehrer gesehen haben, weiß ich nur aus Berichten. Ich muss bewusstlos dagelegen und gezuckt haben. So wie man sich Epilepsie klassischerweise vorstellt.

Ich kam langsam wieder zu mir, als Sanitäter mich auf einer Liege die Treppe der Schule heruntertrugen. Für mich ging es ins Krankenhaus, wo ich auch einige Tage blieb. Blutabnahmen, EEG, MRT, Lichtblitze – die Ärzte suchten mit verschiedenen Methoden ausführlich nach der Ursache für die Anfälle. Gefunden haben sie nichts, die Diagnose war aber eindeutig.

Vielleicht war es jugendliche Unbekümmertheit, vielleicht wusste ich zu wenig darüber, was Epilepsie bedeuten kann. Der große Schock war es nicht, als ich einen Namen für meine Aussetzer hatte. Womöglich war ich auch nur erleichtert, dass es jetzt eine logische Erklärung für die gruseligen Momente gab.

Die große Gefahr liegt nicht in der Epilepsie selbst

Zurück in der Schule erklärte ich meinen Klassenkameraden, die den Anfall ja mitbekommen hatten, was Sache ist. So wie meine Erklärung im Klassenzimmer stelle ich mir auch Musialas Ansprache an die Mannschaft vor.

Das Wichtigste ist, den Mitmenschen für den Fall eines Anfalls klarzumachen, den unkontrollierten, vielleicht auch zuckenden Körper zu schützen. Denn nicht die Epilepsie an sich ist die Gefahr, sondern dass man im Moment des Kontrollverlusts an etwas stößt, irgendwo herunterfällt oder in etwas hineinläuft.

Jamal Musiala liegt am Boden, Spieler von Bayern und Heidenheim sorgen sich

Als Musiala zu Boden sackt, sind sofort Mitspieler zur Stelle IMAGO / Nordphoto

Meine Freunde und Familie mussten nie reagieren. Ich hatte großes Glück, dass Medikamente meine Absencen und großen Anfälle quasi ab Behandlungsbeginn verhinderten. Das gab mir Sicherheit, in meinem Alltag änderte sich wenig. Dass ich nicht am Schwimmunterricht der Schule teilnehmen durfte, kam mir als Sportmuffel sogar gerade recht.

Die schweren Fälle schützen sich mit einem Helm

Dennoch gab es Momente, in denen es mich wieder gruselte. Zu meinen regelmäßigen Kontrollterminen ging ich irgendwann nicht mehr in die Freiburger Uniklinik, sondern in ein Epilepsiezentrum nördlich von Offenburg. Als ich das erste Mal mit meiner Mutter dort ankam, sah ich auf dem Gehsteig einen Mann spazieren, der einen Helm trug.

In dem Spezialzentrum werden auch Menschen mit schwerer Epilepsie betreut. Sie können jederzeit schwere, gefährliche Anfälle haben. Für sie wäre es fahrlässig, die Wohnung ohne Schutz zu verlassen. Beim Anblick des Mannes mit Helm wurde mir bewusst, wie „gut“ es mich mit meiner Form der Epilepsie getroffen hat.

Ich habe Hoffnung für Musiala

Nach einigen Jahren versuchten die Ärzte, meine Medikamente abzusetzen. Und tatsächlich, wie in vielen Fällen hatte sich offenbar auch bei mir die Krankheit mit der Pubertät herausgewachsen. Ich hatte nie wieder eine Absence. Damit konnte ich wie meine Freunde den Führerschein machen, die Schule abschließen, feiern gehen.

Mir gibt das Hoffnung für Musiala. Auch wenn er bereits erwachsen ist, stehen die Chancen gut, dass er ohne Einschränkungen leben können wird. Zumindest kann es ihm gelingen, die Absencen zu einem normalen Teil seines Alltags zu machen, wie es der Fußballer bei Instagram formuliert.

Plötzlich sprechen viele über ihre Epilepsie

Wie es der Zufall will, ist Musiala gerade nicht der einzige Prominente, der öffentlich über seine Diagnose spricht. Auch der Tiktoker Levi Penell erzählt in seinen Videos von Schwindelattacken, die er zunächst nicht zuordnen konnte und die sich dann als Epilepsie herausstellten.

Die Kommentare unter Musialas Post und Penells Videos ähneln sich: Viele Menschen sind erstaunt, wie sich Epilepsie bemerkbar machen kann. Und viele Epileptiker berichten, dass sie selbst erst spät realisiert haben, was mit ihnen los ist.

Ich hoffe, dass sich das ändert. Wenn jetzt viele Menschen über ihre kleinen und großen Gehirn-Aussetzer berichten, kann das Epileptiker schützen, denen ihre oft gut behandelbare Krankheit noch gar nicht bewusst ist.

Схожие новости

#Наименование новостиТональностьИнформативностьДата публикации
1Epilepsie-Experte zu Musiala: Wenn Gefahr der Absence bleibt, ist er nicht mehr spielfähig012.4920-08-2026
2Absencen bei Jamal Musiala: Neurologe erklärt, wie das mit Profifußball zusammenpasst05.520-08-2026
3Musiala hat Absencen: Bei Kindern bleiben sie oft unbemerkt09.0319-08-2026
4College football player left motionless by awkward hit is rushed to Boston hospital in frightening scene07.2912-09-2026
5Футболист "Реала" Винисиус дернул соперника за волосы и был удален013.6110-10-2026
6Neurowissenschaftlerin: Bryan Johnsons Magen zerstört sich, mit Folgen fürs Gehirn09.2503-09-2026
7Neurologe: Hinter Déjà-vus könnte statt Gedächtnisfehler auch ein Kontrollsignal des Gehirns stecken09.4807-10-2026
8Самый медийный футболист РПЛ рассказал, что отказался от мечты08.7726-09-2026
9Ответственный за удары по России командующий ВСУ испугался01028-09-2026
10Мендель рассказала о симптомах новой фобии в рядах ВСУ010.9328-09-2026

Классификация: Спорт. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 10.37. Источник: rss.focus.de.