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Warum die Bettwäsche nicht wöchentlich gewechselt werden muss: „Das sind ja die eigenen Bakterien, die der Körper kennt”

Дата публикации: 31-08-2026 05:19:00

Jede Woche frische Bettwäsche? Medizinisch nötig ist das nicht, sagt eine Hygienikerin. Viel wichtiger sei richtiges Trocknen.

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Jede Woche frische Bettwäsche? Medizinisch nötig ist das nicht, sagt eine Hygienikerin. Selbst nach zwei Monaten werde man nicht krank. Viel wichtiger sei richtiges Trocknen – und keine Keimfreiheit.

Im Durchschnitt verbringt ein Mensch etwa ein Drittel seines Lebens im Bett. Kein Wunder, dass sich dort mit der Zeit einiges sammelt: Hautschuppen, Haare und Schweiß. Das kann nicht nur unangenehme Gerüche verursachen, sondern Hausstaubmilben auch als Nahrung dienen.

Doch wie oft sollten Kissen- und Deckenbezug in die Waschmaschine wandern? Wie oft Kissen und Decken selbst, und wie lässt sich die Matratze möglichst sauber halten?

Bettwäsche-Rhythmus „muss jeder für sich entscheiden“

Spätestens wenn die Bezüge von Kissen und Decke unangenehm riechen, sollten sie ebenso wie das Laken gewaschen werden. Wie häufig das nötig ist, hängt vom persönlichen Empfinden und Wohlgefühl ab, sagt Iris Chaberny, Leiterin des Instituts für Krankenhaus- und Umwelthygiene am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. 

Zwar hält sie es für sinnvoll, die Bettwäsche einmal pro Woche oder zumindest alle zwei Wochen zu wechseln, „weil frische Bettwäsche sich einfach gut anfühlt“. Hygienisch oder medizinisch begründen lässt sich die Spanne der Expertin zufolge aber nicht: „Selbst wenn das Bettzeug zwei Monate drauf bliebe, wäre das bei einem gesunden Erwachsenen kein Problem“, erläutert sie, denn: „Das sind ja die eigenen Bakterien, die der Körper kennt.“

Anders verhält es sich bei Allergien, Wunden oder Durchfallerkrankungen. Bei einer Hausstaubmilbenallergie geht es vor allem darum, die Belastung durch Allergene zu verringern. Bei Wunden oder Durchfallerkrankungen können Krankheitserreger eine Rolle spielen. In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, die Bettwäsche häufiger zu wechseln.

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Einen festen Wechselrhythmus gibt es laut Chaberny auch dann nicht; wie häufig gewechselt werden sollte, hängt von der jeweiligen Situation ab: „Das muss jeder für sich entscheiden“, sagt sie. Selten gewechselte Bettwäsche macht also im Normalfall nicht krank.

So oft sollten Kissen und Bettdecke in die Waschmaschine

Kissen und Bettdecke selbst müssen deutlich seltener gewaschen werden als ihre Bezüge. Als Faustregel gilt für gesunde Menschen: etwa alle vier bis sechs Monate reinigen - abhängig von Material, Nutzung und Herstellerangaben. Am besten in der Waschmaschine. 

Wer stark schwitzt, Haustiere im Bett hat oder unter Allergien oder einer (Magen-Darm-)Infektionen leidet, sollte sie häufiger reinigen. Auch im Sommer können kürzere Intervalle sinnvoll sein, wenn mehr Schweiß, Hautfette und Feuchtigkeit in die Bettwaren gelangen.

Bei wie viel Grad waschen?

Bettwäsche, Laken und waschbares Bettzeug lassen sich bei 70 Grad Celsius in der Maschine effektiv von Bakterien befreien. Weil moderne Waschmaschinen aber gründlich spülen, schleudern und auch die waschaktiven Substanzen im Waschmittel Erregern zu schaffen machen, reicht in der Regel aber auch ein Waschgang bei 60 Grad Celsius, um deren Anzahl so zu minimieren, dass „keine große Gefahr mehr von ihnen ausgeht“, weiß Hygieneexpertin Iris Chaberny. 

Baumwolle verträgt solch hohe Temperaturen für gewöhnlich problemlos. Bei Bettwäsche aus empfindlichen Materialien wie Seide oder bei Kissen und Bettdecken mit Daunenfüllung sollten dagegen die Pflegehinweise des Herstellers beachtet werden. 

Viel wichtiger ist richtiges Trocknen

Für gesunde Menschen ohne besondere Hygienerisiken reichen dann oft auch niedrigere Temperaturen aus. „Es geht nicht darum die Erregerzahl auf null zu bringen“, gibt Iris Chaberny zu bedenken. Im Gegenteil: Der menschliche Organismus braucht Bakterien aus der Umgebung, um sein Immunsystem zu trainieren. Es wäre also fatal, in einer Umgebung zu leben, die quasi erregerfrei ist, weiß die Hygieneexpertin.

Wichtiger als ein Heißwaschgang ist es, danach Bettwäsche und Bettzeug richtig trocknen zu lassen. Restfeuchtigkeit kann Schimmelbildung und unangenehme Gerüche begünstigen – und Erreger lieben feuchte Umgebungen ebenfalls. Wer die Möglichkeit hat, sollte Bettzeug und Bettwäsche draußen in der Sonne zum Trocknen aufhängen, denn UV-Strahlung hat antibakterielle Wirkung.

Was gegen Hautschuppen und Hausstaubmilben hilft

Wie häufig eine Matratze gereinigt oder ausgetauscht werden sollte, hängt unter anderem von ihrem Zustand und Material ab. In einem Wasserbett oder einer Matratze mit Latexkern können sich keine Hausstaubmilben festsetzen, deren Kot Allergien auslösen kann. Entsprechend braucht man sie nicht (Wasser) oder nur oberflächlich (Latex) mit dem Staubsauger zu reinigen.

Bei Schaumstoff und anderen weichen Materialien kann es sinnvoll sein, einen Topper aufzulegen. Die weiche Auflage lässt sich abnehmen und in der Maschine waschen und damit auch die Erregerzahl in der Matratze reduzieren, denn: „Wenn ich etwas zwischen Körper und Matratze lege, schaffe ich eine Barriere, die Hautschuppen und damit auch die Milben, deren Nahrung sie sind, auffängt“, bestätigt Chaberny. 

Die Hygieneexpertin saugt ihre Matratze regelmäßig gründlich ab. Auch einen Topper kann man auf diese Weise als Zwischenlösung reinigen. Einen Waschsauger hält sie dagegen nicht für notwendig. Bei einer Nassreinigung trocknen Matratzen oft nur langsam. Bleibt Feuchtigkeit in deren Inneren zurück, kann dies Schimmelbildung oder mikrobielles Wachstum begünstigen. So sollte nach dem Aufstehen die Bettdecke zunächst zurückgeschlagen werden, damit Feuchtigkeit entweichen kann.  

Von Carola Felchner

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