Alexander Zverev gewann 2026 zwei Grand-Slam-Titel. Viele meinen, der Deutsche habe profitiert, dass ihm Jannik Sinner und Carlos Alcaraz nicht im Weg standen.
Bei den French Open holte Alexander Zverev seinen ersten Grand-Slam-Titel, nachdem er im Finale Flavio Cobolli bezwungen hatte. In Wimbledon erreichte der Deutsche ebenfalls das Endspiel, musste sich dort allerdings Jannik Sinner geschlagen geben.
Bei den US Open folgte dann der zweite große Coup der Saison. Statt auf Carlos Alcaraz traf er im Finale auf US-Shooting Star Ben Shelton.
Mischa Zverev hält diesen Einwand für wenig überzeugend. Im Gespräch mit Sport1 verwies der ältere Bruder darauf, dass Sinner und Alcaraz nicht freiwillig auf die Turniere verzichtet hätten: „Warum waren sie nicht da? Weil sie verletzt waren.“
Seine Argumentation geht allerdings noch weiter. Verletzungen seien auch eine Folge davon, dass Spieler ihren Körper zu stark belasteten oder nicht ausreichend pausierten. Wer wie Alcaraz in Paris oder Sinner in New York wegen einer Verletzung fehle, könne diesen Umstand deshalb nicht nachträglich dem Sieger anlasten.
Für Mischa Zverev gehört die nachträgliche Relativierung großer Siege offenbar zum Geschäft. Er verglich die Diskussion mit einer Situation, in der ein Spieler ein Grand-Slam-Turnier gewinnt und anschließend jemand die Farbe seiner Socken kritisiert.
ANZEIGE
ANZEIGE
Sein Punkt: Nach einem Erfolg werde es immer jemanden geben, dem irgendetwas daran nicht gefalle. Auf Zverevs Saison bezogen bedeutet das: Zwei Grand-Slam-Titel stehen unabhängig davon in seiner Bilanz, wer bei den jeweiligen Turnieren angetreten ist.
Alexander Zverev selbst hat nach seinem US-Open-Triumph bereits die nächste Aufgabe erfolgreich in Angriff genommen. Beim Davis Cup trat der Weltranglistenzweite für Deutschland an und gewann seine beiden Einzel gegen Matej Dodig mit 6:4, 7:6(3) sowie gegen Dino Prizmic mit 6:2, 6:4.
Deutschland setzte sich gegen Kroatien insgesamt mit 3:1 durch und löste damit das Ticket für das Final-8-Turnier im November. Dort wartet Großbritannien.
Von Isabella Walser-Bürgler