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Ab September dürfen weniger Schiffe durch den Panamakanal fahren, da El Niño die Route beeinträchtigt

Дата публикации: 24-08-2026 15:39:00

Der Panamakanal führt zu wenig Wasser. Jetzt greift der Betreiber durch. Ab September dürfen weniger Schiffe den Kanal passieren.

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Ein gravierendes Wetterereignis entzieht dem Panamakanal das Wasser. Die Betreiber greifen durch. Ab September gilt ein Limit.

Am Donnerstag (20. August) teilte der Betreiber der strategisch wichtigen Wasserstraße mit, dass die Zahl der täglich zugelassenen Schiffe in mehreren Schritten von 36 auf 32 sinken soll. Der Grund ist das Wetterphänomen El Niño: Dieses sorgt derzeit für eine Dürre, weswegen der Panamakanal weniger Wasser führt als gewöhnlich.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Panamakanal ist von der Wasserzufuhr aus zwei wichtigen Reservoirs abhängig.
  • Gibt es zu wenig Wasser, funktioniert die Durchfahrt nicht mehr wie üblich.
  • Weil aktuell eine Dürre herrscht, ziehen die Kanalbetreiber Konsequenzen.
  • Im September sinkt die Zahl der Schiffe, die den Kanal passieren dürfen.
Dürre raubt Panamakanal das Wasser

El Niño führt zu einem Anstieg der Wassertemperaturen an der Oberfläche des Pazifiks. Das wiederum hat Auswirkungen auf das Verhalten des Windes und der Niederschläge. Im Einzugsgebiet des Kanals liegen die Niederschlagsmengen im Zeitraum von Mai bis August um die 34 Prozent niedriger als der historische Durchschnitt. El Niño könnte diesen Wert sogar noch weiter senken.

Diese „geringeren als prognostizierten Niederschläge“ im Einzugsgebiet des Panamakanals machen Maßnahmen zur Stärkung der „langfristigen Nachhaltigkeit“ der Wasserstraße notwendig, zitierte der britische „Guardian“ den Kanalbetreiber. Im Gegensatz zu Wasserstraßen wie dem Suez-Kanal in Ägypten ist der Panamakanal von zwei Frischwasser-Becken abhängig, die ihn mit Wasser speisen. Mit diesem Wasser kann er seine Schleusen betreiben, die es Schiffen erlauben, zwischen dem Atlantik im Osten und dem Pazifik im Westen zu kreuzen.

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Die Schleusen lassen für jeden Transit Millionen von Litern an Wasser frei, damit Schiffe hindurchgelangen. Ohne dieses Wasser sitzen die Schiffe buchstäblich auf dem Trockenen. Schlimmer noch: Das diesjährige El-Niño-Ereignis soll aktuellen Prognosen nach wesentlich stärker werden als die vorangegangenen.

Wer nicht den Panamakanal passiert, fährt 20 Tage länger

Über den Panamakanal laufen rund fünf Prozent des weltweiten Seehandels und um die 40 Prozent des Containerhandels der USA. Viele Schifffahrtsunternehmen nutzen den Kanal, weil er üblicherweise die Transitkosten und -zeit senkt. Vor allem große Frachter, die zwischen Asien und den USA verkehren, bringt er eine erhebliche Zeitersparnis.

„Der Panamakanal ist in der Tat ein wichtiger Grundstein für den weltweiten Seehandel“, sagt die International Trade Administration. Über seine wirtschaftliche Bedeutung hinaus ist er für die USA auch eine Frage der nationalen Sicherheit und ein Asset für diplomatische Beziehungen.

Ohne den Kanal müssten Schiffe eine deutlich längere Route nehmen, zum Beispiel vorbei an Südafrika. Das berichtet „Reuters“ unter Berufung auf den Ölmarkt-Analysten Rohit Rathod von Vortexa. Zum Vergleich: Wenn ein großer Gastanker von Houston nach Japan fährt, braucht er mit der Passage durch den Panamakanal 26 Tage. Fährt er über das Kap der Guten Hoffnung, sind es 45 Tage.

„Für Verkehre von der US-Golfküste nach Nordostasien, etwa nach Japan, ist die Route über das Kap der Guten Hoffnung tatsächlich kürzer als die Route um Kap Hoorn“, erklärt ein Sprecher des Verbands Deutscher Reeder (VDR). Die Umfahrung Afrikas sei für entsprechende Verkehre von der US-Golfküste nach Asien eine „etablierte Alternative.“

Schiffe umgehen den Kanal

Laut Rohit Rathod, einem Ölmarkt-Analysten von Vortexa, wählen auch vor den geplanten Beschränkungen am Panamakanal immer mehr Schiffe die südliche Route. Knapp die Hälfte der Gasfrachter, die in Richtung Asien fahren, vermeiden die wichtige Wasserstraße bereits.

Deutsche Schiffe sind ebenfalls betroffen

Die Maßnahme betrifft auch deutsche Reedereien. „Verschiedene deutsche Unternehmen nutzen den Kanal regelmäßig mit Container-, Massengut- und Tankschiffen sowie Gas- und Autotransportern“, zitiert der „BR“ den Verband Deutscher Reeder (VDR). Allerdings ist nicht genau bekannt, wie viele Schiffe im Stau stecken oder den Umweg über Südafrika machen müssen. Es sei zwar kein „dramatischer Einbruch, aber eine spürbare Belastung“, wenn die Kanalautoritäten weniger Schiffe durch den Kanal lassen.

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