Ein Flüssiggas-Tanker hat die Rekordsumme von 5,3 Millionen Dollar für eine Durchfahrt des Panamakanals vor geplanten Beschränkungen des Schiffsverkehrs wegen des Klimaphänomens El Niño bezahlt.
Ein Tanker mit Flüssiggas (LPG) an Bord hat eine Rekordsumme von 5,3 Millionen Dollar für eine bevorzugte Durchfahrt des Panamakanals vor geplanten Beschränkungen des Schiffsverkehrs wegen des Klimaphänomens El Niño bezahlt.
Das sei die bislang höchste Summe, die bei der Auktion für die Durchfahrten gezahlt wurde, sagte die stellvertretende Leiterin der Panamakanal-Behörde, Ilya Espino de Marotta, am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP.
Schiffe buchen ihre Durchfahrt durch den Panamakanal für gewöhnlich weit im Voraus. Schiffe ohne Buchung warten im Schnitt fünf Tage auf die Passage, allerdings können sie auch Last-Minute-Durchfahrten bei einer Auktion ersteigern. Nach Angaben der Kanalbehörde belief sich der durchschnittliche Auktionspreis zwischen Oktober 2025 und Februar 2026 auf rund 55.000 Dollar – umgerechnet sind das 47.241 Euro. Die aktuelle Millionensumme entspricht nahezu dem Hundertfachen des üblichen Preises.
Nach Angaben der Finanznachrichtenagentur „Bloomberg“ handelte es sich bei dem Schiff, das sich nun für 5,3 Millionen Dollar (4,55 Millionen Euro) die Durchfahrt sicherte, um die „G. Spirit“.
Die geplanten Beschränkungen auf dem Panamakanal betreffen auch hiesige Reedereien. „Verschiedene deutsche Unternehmen nutzen den Kanal regelmäßig mit Container-, Massengut- und Tankschiffen sowie Gas- und Autotransportern“, erklärte kürzlich der Verband Deutscher Reeder (VDR). Allerdings sei nicht genau bekannt, wie viele Schiffe im Stau stecken oder den Umweg über Südafrika machen müssen. Es sei zwar kein „dramatischer Einbruch, aber eine spürbare Belastung“, wenn die weniger Schiffe durch den Kanal gelassen werden.
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Bei dem natürlich auftretenden Klimaphänomen El Niño erwärmt sich die Wasseroberfläche im östlichen und zentralen Pazifik nahe des Äquators, was weltweit Auswirkungen auf Wind, Luftdruck und Niederschläge hat. In der Folge steigt das Risiko für Wetterextreme. In Mittelamerika sorgt es derzeit für ausgeprägte Dürre: Im Gebiet des Panamakanals lagen die Niederschlagsmengen von Mai bis August diesen Jahres 34 Prozent unter dem historischen Durchschnitt.
Für den Betrieb der Schleusen des Panamakanals sind große Wassermengen nötig – sie werden aus einem von zwei Seen gespeisten Wassereinzugsgebiet entnommen. Wegen der fehlenden Niederschläge sind die Wasserpegel in den Seen deutlich gesunken.
Der rund 80 Kilometer lange Panama-Kanal verbindet den Atlantik und den Pazifik. Fünf Prozent des weltweiten Seehandels passieren die Wasserstraße. Vor allem Schiffe aus den USA, China, Japan, Chile und Südkorea nutzen den Kanal.
Der vorherige Rekord für die Passafe lag Anfang August bei 4,6 Millionen Dollar. Der Preis ist also innerhalb weniger Wochen noch einmal angestiegen.
„Bloomberg“ führt das nicht allein auf die Dürre zurück, sondern auch auf die inzwischen veränderten globalen Handelsrouten. Besonders wichtig ist dabei der Iran-Krieg, der den Welthandel und insbesondere den Transport nach Asien zusätzlich einschränkt.
Das zeigt: Globale Lieferketten konkurrieren mehr denn je um knappe Transportkapazitäten.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) bezeichnet den Panamakanal als strategische Wasserstraße: Dort werden rund fünf Prozent des weltweiten Handels beziehungsweise etwa 40 Prozent der US-Container abgewickelt. Besonders relevant ist die Verbindung Asien-US-Ostküste. Energie und Getreide machen demnach rund 70 Prozent der über den Kanal transportierten Tonnage aus.
Kann ein Schiff nicht den Panama-Kanal passieren, muss es eine erheblich längere Route nehmen. So würde eine Fahrt von der US-Golfküste nach Asien über das Kap der Guten Hoffnung 12 Tage länger dauern. Die wirtschaftliche Folge sind höhere Kosten – etwa durch zusätzlichen Treibstoffverbrauch, längere Einsatzzeiten der Schiffe sowie höhere Personal- und Versicherungskosten.
Diese Mehrkosten können am Ende auch bei den Verbrauchern ankommen. Besonders relevant ist das bei Gütern wie Getreide und Energie, die in großen Mengen über den Panamakanal transportiert werden. Steigen die Kosten für Transport und Beschaffung, können Unternehmen diese zumindest teilweise an ihre Kunden weitergeben. Das könnte sich beispielsweise bei Lebensmitteln oder Produkten bemerkbar machen, für deren Herstellung oder Transport Energie benötigt wird.
Wie stark die Preise im Supermarkt tatsächlich steigen würden, lässt sich derzeit allerdings nicht seriös beziffern. Dafür hängt zu viel davon ab, wie lange die Einschränkungen am Panamakanal dauern, welche Ausweichrouten die Reedereien nutzen und wie stark die zusätzlichen Transportkosten letztlich an Händler und Verbraucher weitergereicht werden.
Mit AFP
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
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