Der Spanier Iker lebt mit seiner Familie in einem alten Steinhaus in den Bergen. Mit Solarstrom, Gas und Holz senkt er seine Energiekosten deutlich.
Der Spanier Iker lebt mit seiner Familie in einem alten Steinhaus in den Bergen. Mit Solarstrom, Gas und Holz senkt er seine Energiekosten deutlich.
Iker lebt mit seiner Partnerin Rosa und ihrer kleinen Tochter in einem 100 bis 200 Jahre alten Steinhaus im Norden Navarras, einer Region im spanischen Baskenland. Das abgelegene Gebäude ist nicht an das Stromnetz angeschlossen. Trotzdem will die Familie auf den Komfort moderner Technik nicht vollständig verzichten.
Das Wichtigste in Kürze
Wie das französische Magazin „Marie France“ berichtet, setzt Iker deshalb auf eine eigene Energieversorgung. Sein Ziel ist es, möglichst unabhängig zu leben, ohne dafür große Summen auszugeben. Dabei kombiniert er moderne Solartechnik mit klassischen Brennstoffen.
Das mobile System kostet rund 1800 Euro und verfügt über ein 500-Watt-Solarpanel. Es kann bis zu drei Kilowattstunden Energie speichern. Damit lässt unter anderem ein Kühlschrank mehr als zwei Tage betreiben.
Iker hat auch die laufenden Kosten mit einer klassischen Stromversorgung verglichen. Er verweist auf fixe Stromkosten von etwa 25 bis 35 Euro pro Monat, die auch bei einem unbewohnten Haus anfallen können. Nach seiner Rechnung würde sich seine eigene Anlage deshalb in knapp vier Jahren amortisieren.
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Für Iker geht es allerdings nicht darum, sämtliche Energie ausschließlich mit Solarstrom bereitzustellen. Er setzt bei der Wärmeversorgung auf einen Holzofen und nutzt Gas zum Kochen. Dadurch kann er den Strombedarf seines Hauses deutlich reduzieren.
Nach seinen Angaben sinkt der Energieverbrauch dadurch um rund 80 Prozent gegenüber einem klassischen Haus. Die Kombination aus sparsamer Nutzung, Solarstrom und traditionellen Brennstoffen ermöglicht ihm nach eigener Darstellung ein weitgehend unabhängiges Leben.
Für den Bewohner der alten Berghütte ist nicht allein die Größe des Energiespeichers entscheidend. Vielmehr müsse ein Haus möglichst energieeffizient sein und sich an die verfügbare Solarenergie anpassen. Damit setzt Iker auf ein Prinzip: Nicht möglichst viel Energie zu erzeugen, sondern den Verbrauch so weit wie möglich zu senken.
Das Konzept verbindet damit eine kleine Solaranlage mit einem bewusst niedrigen Strombedarf. Iker kann weiterhin moderne Geräte wie Kühlschrank, Fernseher und Computer nutzen. Er bleibt zugleich auf Gas und Holz angewiesen, um Kochen und Heizen ohne hohen Stromverbrauch zu ermöglichen.
Das Prinzip aus Ikers Berghütte lässt sich auch auf ein normales Haus mit Solaranlage übertragen: Entscheidend ist nicht nur, wie viel Strom die Photovoltaikanlage produziert, sondern auch, wie viel davon der Haushalt selbst verbrauchen kann. Wer Waschmaschine, Geschirrspüler, Wärmepumpe oder E-Auto möglichst dann nutzt, wenn die Sonne scheint, erhöht seinen Eigenverbrauch und muss entsprechend weniger Strom aus dem Netz beziehen. Das senkt die Stromrechnung, ohne dass dafür eine größere Solaranlage nötig ist.
Doch selbst wer seinen Verbrauch gut auf die Solarproduktion abstimmt, wird an sonnigen Tagen meist mehr Strom erzeugen, als er gerade benötigt. Statt diesen Überschuss einfach ins Netz einzuspeisen, gibt es noch eine andere Möglichkeit, zumindest für Besitzer einer Solaranlage in Deutschland: Sie können ihn künftig im Rahmen des Energy Sharings mit anderen Haushalten teilen oder verkaufen. Damit lässt sich auch die Energie nutzen, die im eigenen Haus gerade keinen Abnehmer findet. Für den Betreiber kann das attraktiver sein als die klassische Einspeisung – und der Nachbar erhält gleichzeitig Solarstrom aus der Region.