Eine gefälschte Elster-Mail lockt derzeit mit einer Steuererstattung und will Bankdaten abgreifen. So erkennen und entlarven Sie die Masche.
Eine gefälschte Elster-Mail lockt derzeit mit einer Steuererstattung und will Bankdaten abgreifen. So erkennen und entlarven Sie die Masche.
Wer in diesen Tagen eine E-Mail mit dem Betreff „Ihr Steuerbescheid 2025, Erstattung bestätigt“ erhält, sollte misstrauisch werden. Die Verbraucherzentrale warnt aktuell vor einer Betrugsmasche, die sich als Nachricht des Online-Finanzamts Elster ausgibt und eine bereits bestätigte Steuererstattung ankündigt.
Bevor das Geld angeblich ausgezahlt werden kann, verlangt die Mail eine Identitätsprüfung, für die Empfänger ihre Kartendaten über einen eingebetteten Link bestätigen sollen. Zusätzlich setzen die Absender eine Frist bis zum 31. August, nach deren Ablauf die Erstattung angeblich verfällt. Tatsächlich landen alle eingegebenen Daten direkt bei den Kriminellen.
Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker forscht und berät als Direktor des cyberintelligence.institute international zu Cybersicherheit, digitaler Resilienz sowie IT-Recht in China und den USA. Er ist Teil unseres Expertennetzwerks EXPERTS Circle.
Auf den ersten Blick wirkt die Masche simpel, und doch geht sie bei erstaunlich vielen Menschen auf. Der Grund liegt in der geschickten Kombination zweier psychologischer Hebel.
Zum einen weckt die Aussicht auf eine Steuererstattung positive Erwartungen, denn viele Bürger rechnen ohnehin mit einer Rückzahlung vom Finanzamt und lassen ihre übliche Vorsicht deshalb außer Acht.
Zum anderen erzeugt die kurze Frist bis zum 31. August Handlungsdruck, unter dem Menschen eher unüberlegt klicken, als in Ruhe die Echtheit einer Nachricht zu prüfen. Beides sind gängige psychologische Motive, die Cyberkriminelle als „Social Engineering“ schon seit Jahren ausnutzen, indem sie immer wieder neue passende Geschichten erfinden.
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Weil Elster von mehr als zweiundzwanzig Millionen Bürgern und Unternehmen genutzt wird, trifft die Mail zudem auf ein Umfeld, in dem viele Empfänger tatsächlich ein Konto beim Online-Finanzamt besitzen und die Nachricht deshalb plausibel erscheint.
Bei genauerem Hinsehen verrät sich die Fälschung an mehreren Stellen: Auffällig ist zunächst die unpersönliche Anrede, während echte Mitteilungen des Finanzamts in der Regel den vollständigen Namen nennen.
Auch die Absenderadresse weicht bei genauer Prüfung von der offiziellen Domain ab, selbst wenn Logo und Gestaltung der Mail professionell wirken. Entscheidend ist jedoch ein inhaltlicher Punkt, der die Fälschung eindeutig entlarvt. Denn für eine Überweisung benötigt das Finanzamt lediglich die beim Steuerkonto hinterlegte IBAN, niemals jedoch Kartendaten.
Wer also aufgefordert wird, eine Kreditkartennummer oder eine Kartenprüfnummer preiszugeben, hat es garantiert nicht mit einer echten Steuererstattung zu tun. Auch der Link in der Mail führt nicht auf die offizielle Seite unter elster.de, sondern auf eine täuschend ähnliche Nachbildung und sollte deshalb niemals aufgerufen werden.
In der Praxis übersehen viele Betroffene genau diese Details, weil sie die Mail nebenbei am Smartphone öffnen, wo die vollständige Absenderadresse oft gar nicht sichtbar ist. Andere lassen sich vom seriösen Erscheinungsbild blenden und verlassen sich allein auf das bekannte Elster-Logo, ohne die Adresszeile des aufgerufenen Links zu kontrollieren.
Besonders gefährlich wird der Betrugsversuch, wenn die Mail ausgerechnet in der Zeit nach Abgabe der eigenen Steuererklärung eintrifft, denn dann erscheint eine Rückzahlung ohnehin naheliegend und die Wachsamkeit sinkt zusätzlich.
Hinzu kommt, dass gerade Selbstständige und Kleinunternehmer, die Elster regelmäßig für Umsatzsteuer-Voranmeldungen nutzen, die Nachricht schneller für echt halten, weil ein Konto beim Portal und die regelmäßige Kommunikation mit dem Finanzamt für sie ohnehin zum Arbeitsalltag gehört.
Sollten Sie dem Link bereits gefolgt sein oder Kartendaten eingegeben haben, ist schnelles und besonnenes Handeln jetzt am wichtigsten:
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