Die Lebensmittelpreise sind derzeit sehr hoch. Im EU-Vergleich führt die Schweiz diesen Trend an. Dahinter steckt eine ganz bestimmte Entwicklung.

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Wer in Europa Lebensmittel einkauft, zahlt je nach Reiseweg oder Wohnort völlig unterschiedliche Summen für dieselben Grundgüter. Nach Daten der Lebenshaltungskosten-Datenbank Numbeo für Mitte 2026 klafft zwischen den Ländern eine erhebliche Lücke: Während die Schweiz mit einem Lebensmittelindex von 189,2 Punkten rund 89 Prozent über dem EU-Durchschnitt liegt, kostet der Einkauf in der Republik Moldau mit einem Indexwert von 57,2 Punkten knapp 43 Prozent weniger als im EU‑Mittel. Ein theoretischer Warenkorb von 100 Euro im EU-Schnitt schlägt in der Schweiz mit 189,20 Euro zu Buche, in Moldau dagegen mit 57,20 Euro.
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Euronews Business hat diese Unterschiede laut „fr.de“ im Oktober 2026 anhand eines konkreten Korbs aus 18 typischen Supermarktartikeln wie Brot, Eiern oder Milch nachgerechnet. Das ungewichtete Paket kostet im EU-Schnitt 69,84 Euro. In der Schweiz müssen Verbraucher dafür 137,90 Euro bezahlen, in Norwegen 116,10 Euro und in Luxemburg 99 Euro. Deutschland liegt mit 75,20 Euro leicht über dem EU-Mittel, ähnlich wie Frankreich mit 87,40 Euro oder Italien mit 80 Euro. Am günstigsten bleibt der Korb in Moldau mit 41,10 Euro, gefolgt von Nordmazedonien mit 43,90 Euro und Rumänien mit 45,90 Euro.
Löhne und Diesel treiben die LadenpreiseFür die starken Unterschiede an der Kasse sind vor allem zwei Faktoren verantwortlich: Arbeits- und Energiekosten. Der Preis eines Lebensmittels im Regal spiegelt keineswegs nur den Rohstoff wider. In reicheren Staaten schlagen höhere Löhne, Mieten, Steuern und Transportausgaben durch die gesamte Wertschöpfungskette durch. Ein Laib Brot (500 Gramm) kostet laut den Erhebungen in Dänemark beispielsweise 3,18 Euro, in Bulgarien aber lediglich 1,02 Euro.
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Ökonomen betonen zudem die anhaltende Rolle von Treibstoffen. Wie Forscherin Ilaria Benedetti von der Universität Tuscia gegenüber Euronews erklärte, treibe Diesel die gesamte Kette an – vom Traktor auf dem Acker bis zu den Lastwagen, die Supermärkte beliefern. Auch wenn sich die allgemeine Inflation abschwächt, fallen die Preise im Supermarkt nicht automatisch. Sie steigen lediglich langsamer von einem bereits erhöhten Niveau weiter.
Günstige Preise bedeuten keinen leichten EinkaufNiedrige Beträge auf dem Kassenbon bedeuten für die Menschen vor Ort allerdings nicht automatisch mehr Wohlstand. Professor Jeremiás Máté Balogh verweist darauf, dass die lokale Kaufkraft entscheidend ist.
Benedetti hob zudem hervor, dass Haushalte in Ländern mit niedrigeren Lebensmittelpreisen oft einen größeren Anteil ihres Budgets für das tägliche Essen ausgeben müssen: In Bulgarien liegt der Anteil bei über 20 Prozent, in Rumänien fließen sogar 23,1 Prozent der Haushaltsausgaben in Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke. In wohlhabenderen Ländern ist der Warenkorb zwar absolut teurer, beansprucht aber gemessen am Einkommen oft einen deutlich kleineren Anteil.
lg
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