Das Motorola Edge 70 Max ist ein merkwürdiges Smartphone: Es lädt und haftet wie ein iPhone, hat mächtig Power, spart aber bei der Kamera. Dafür duftet die Verpackung gut. Im Test haben wir ein sehr gutes Handy gefunden.

Ein Hauch iPhone: Das Motorola Edge 70 Max unterstützt Qi2.
Foto: Parwez Mohabat-Rahim
Das Motorola Edge 70 Max ist ein merkwürdiges Smartphone: Es lädt und haftet wie ein iPhone, hat mächtig Power, spart aber bei der Kamera. Dafür duftet die Verpackung gut. Im Test haben wir ein sehr gutes Handy gefunden.
Testnote
1,3
sehr gut
Das Motorola Edge 70 Max überzeugt im Test mit einem sehr hohen Tempo und einer überragenden Ausdauer und einem Akku der per Qi2-Ladestandard auch magnetisch andockt. Das große Display bietet ein knackiges Bild. Im Kamerabereich fehlt nur eine Telelinse für höhere Zoomstufen.
Pro
Kontra
Das Motorola Edge 70 Max kommt mit einer UVP von 799 Euro und einer bemerkenswerten Ausstattung auf den Markt. Es ist gar nicht so leicht zu durchschauen: Auf der einen Seite stehen Oberklasse-Ausstattungsfeatures, auf der anderen Seite wurde merkwürdig gespart. Was es kann und was nicht, zeigt der Test.

Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch
Das Motorola Edge 70 Max unterscheidet sich deutlich vom superschlanken
Motorola Edge 70, dem
Motorola Edge 70 Fusionoder dem
Motorola Signature. Die genannten Motos sind auffallend schlank, die Kanten auf der Rückseite sind gewölbt und die Bauhöhe steigt sanft in Richtung Kamera an. Das Edge 70 Max kommt eher klassisch kantig daher. Das Gehäuse ist gleichmäßig 8,3 mm dick. Das Edge 70 Max steckt in einem matten Flugzeugaluminiumrahmen. Vorder- und Rückseite sind mit Gorilla Glass 7i beplankt. Auf der Rückseite bietet das strukturierte Glas eine angenehm softe Haptik, die sich nicht um Fingerabdrücke schert. Aber so rutschfest wie ein an Schmirgelpapier erinnerndes
Sony Xperia 1 VIIIist es nicht. Zum Glück bewahrt der 2,1 mm herausragende Kameraquader vor dem Durchrutschen. Das Max ist nach IP68 und IP69 gegen Wasser und Staub geschützt und erfüllt den Militärstandard MIL-STD-810H. Es misst 163x77x8,3 mm und wiegt 221 Gramm.

Das Edge 70 Max ist 8,3 mm dünn, an den Kameralinsen beträgt die Bauhöhe 12 mm.
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Als Prozessor kommt Qualcomms Snapdragon 8 Gen 5 zum Einsatz, allerdings nicht die Elite-Variante, sondern die etwas "langsamere" Standard-Version, die sich aber nicht verstecken muss. Der Chip läuft mit bis zu 3,8 GHz und wird von 8 oder 12 Gigabyte (GB) LPDDR5X-RAM sowie 256 GB UFS-4.1-Speicher flankiert. Damit ist das Edge 70 Max sehr schnell unterwegs und misst sich eher mit Oberklasse-Boliden wie dem
Motorolas Signature. Die Namensverwandten
Edge 70oder
Edge 70 Fusionund alle Moto-G-Modelle sehen bei sämtlichen Benchmarks keine Sonne und sind wesentlich langsamer. Das macht sich weniger bei der Bedienung, sondern eher bei leistungshungrigen Games bemerkbar, die das Edge 70 Max flüssiger auf den Schirm bringt. Ein Kühlsystem mit Dampfkammer und Flüssigmetall soll die Temperatur unter Last niedrig halten.
Motorola Signature | Motorola Edge 70 Max | Motorola Edge 70 Fusion | Motorola Edge 70 | Motorola G86 | Motorola G67 | Motorola G56 | Motorola G55 | Motorola G54 5G | Galaxy A17 5G | Honor 400 Pro | Samsung Galaxy A57 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Geekbench 6 Singlecore | 2887 | 2843 | 1136 | 1317 | 1039 | 779 | 1041 | 1023 | 920 | 988 | 2107 | 1378 |
Geekbench 6 Multicore | 8600 | 9269 | 3361 | 4105 | 2949 | 2036 | 2490 | 2443 | 2338 | 1998 | 6076 | 4462 |
Geekbench AI Single Precision Score Half Precision Score Quantized Score | - 2111 3244 4641 | - 2230 3475 4849 | - 1001 1083 1379 | - 1644 1634 2709 | - 854 855 1845 | - 510 897 1022 | - 527 527 1011 | - 576 576 1122 | - 424 407 767 | - 1922 1903 2856 | - 1767 2337 3641 | |
Real Pi (1 Mio. Stellen) | 1,43 | 1,43 s | 1,66 s | 1,66 s | 1,61 s | 2,66 s | 1,89 s | 1,68 s | 2,56 s | 1,69 s | 0,96 s | |
3DMark Slingshot Extreme | zu schnell | 5106 | 2729 | 2574 | 2572 | 2592 | - | zu schnell | ||||
3DMark Wildlife Extreme | 5540 | 5462 | 2075 |
Das 6,82 Zoll große Quad-HD+-AMOLED-Display löst mit 3168x1440 Pixeln auf und kommt damit auf eine sehr hohe Schärfe von 510 ppi. Es bietet eine Bildwiederholrate von bis zu 144 Hertz und erreicht laut Motorola eine Spitzenhelligkeit von 7.000 Candela pro Quadratmeter. Das hängt aber auch immer von der Messung und vor allem von der Größe der betrachteten Fläche ab. Darum messen wir die Helligkeit immer unter den gleichen Voraussetzungen nach. Das Edge 70 Max erreichte im Labor mit SDR-Material eine maximale Helligkeit von 1640 cd/m². Das ist zwar gut, liegt aber unter den Erwartungen und auch unter Konkurrenten wie dem
Poco F9 Ultrawelches fast 1.000 Candela mehr bietet. Mit HDR-Material schwang sich das Edge 70 Max dafür auf starke 2.816 cd/m² auf. Die Helligkeit ist also gut bis sehr gut, aber nicht bahnbrechend. Alle weiteren Messwerte für die Abbildung der Farbräume und die Farbtreue lassen nur einen dicken Daumen nach oben zu. Ein prima Display, was nebenbei auch noch den unsichtbaren Fingerabdrucksensor versteckt. Alternativ entsperren Sie per Gesichtserkennung.

Das OLED-Display hat eine Diagonale von 6,82 Zoll.
Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch
Der Akku ist mit 7.100 Milliamperestunden (mAh) ungewöhnlich groß und nutzt Silizium-Carbon-Technik für eine höhere Energiedichte. Im Labortest sorgte er für eine beeindruckende Dauernutzungszeit von 20:09 Stunden! Das hätte durchaus ein neuer Laufzeit-Rekord werden können, wenn aktuell bei Xiaomis Untermarken Redmi und Poco nicht reihenweise Handys mit noch größeren Akkus erscheinen würden, von denen sich einige im
COMPUTER BILD-Handy-Akkutestsogar noch vor das Edge gedrängelt haben. Zum Vergleich: Das Edge 70 hat nur 4.800 mAh und kam damit im Test auf eine Dauernutzungszeit von 13:50 Stunden. Samsungs Speerspitze Galaxy S26 Ultra kam auf 15:12 Stunden.

Ein Hauch iPhone: Das Motorola Edge 70 Max unterstützt Qi2.
Foto: Motorola
Als eines der wenigen Android-Smartphones funktioniert das Edge 70 Max mit MagSafe-Zubehör von Apple, ohne dass eine magnetische Hülle notwendig ist. Das bot bisher nur Google im
Pixel 10,
Pixel 10 Pround
Pixel 10 Pro XL. Die meisten anderen Hersteller setzen – wenn überhaupt – auf "Qi2 Ready"-Lösungen, bei denen Sie für magnetisches Laden eine spezielle Hülle benötigen – so wie beim Motorola Signature. Beim kabellosen Laden via Qi2.2 sind bis zu 25 Watt möglich, kabelgebunden unterstützt das Gerät bis zu 90 Watt – im Test haben wir maximal 76,7 Watt gemessen. Damit dauert eine komplette Ladung rund eine Stunde, nach 15 Minuten sind wieder 24 Prozent nachgeladen. Zugeständnis an Qi2: Rückwärtsladen geht ausschließlich per Kabel und nur mit 5 Watt.

Das Motorola Edge 70 Max kommt mit Hauptkamera (oben links) und Ultraweitwinkellinse (unten links). Die dritte Linse ist ein Lichtsensor.
Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch
Bei der Kamera setzt Motorola auf einen 50-Megapixel-Sensor von Sony (Lytia 710) mit optischer Bildstabilisierung als Hauptkamera (f/1.8). Daneben gibt es eine 8-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera (f/2.2), die auch Makroaufnahmen ermöglicht. Ein Teleobjektiv fehlt. Das ist in dieser Preisklasse durchaus ein Makel. Im Standardmodus werden per Pixel-Binning aus 50 MP (Megapixel) Fotos mit 12,5 MP gebinnt. Pixel-Cropping (das Ausschneiden des Bildausschnitts) ermöglicht einen praktisch verlustfreien zweifachen Zoom. Maximal liefert die Hauptkamera Zoomaufnahmen bis zu einer 20-fachen Vergrößerung. Dann ist die Qualität schon arg pixelig. Kleine Zoomstufen gelingen hingegen ganz passabel. Standardaufnahmen und Makrofotos überzeugten mit knalligen Farben und hohen Details – sofern man bei den Makroaufnahmen die richtige Schärfenebene erwischt.

Ab zweifacher Vergrößerung wird digital interpoliert.
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Die faulen Knipser knallen den digitalen Zoom auf Anschlag (20x) und wundern sich über die magere Bildqualität.
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Die Fleißigen marschieren lieber näher ans Motiv heran. Hier macht die Ultraweitwinkellinse (mit ein paar Versuchen) brauchbare Makroaufnahmen. Das Originalfoto hat eine Auflösung von 3264x2448 Pixeln.
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Ultraweitwinkelfoto. Das Originalfoto hat eine Auflösung von 3264x2448 Pixeln.
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Standardfoto (1x). Das Originalfoto hat eine Auflösung von 4096x3072 Pixeln.
Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch

Aufnahmen mit 2-facher Vergrößerung gelingen im Standardmodus dank Pixel-Cropping noch ohne digitale Interpolation. Das Originalfoto hat eine Auflösung von 4096x3072 Pixeln.
Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch

Maximal ist eine 20-fache Vergrößerung möglich.
Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch
Die Frontkamera (f/2.2) löst mit 32 Megapixel auf und macht auch mit nicht optimaler Beleuchtung detailreiche Selfies. Videos sind in 4K mit 30 oder 60 fps möglich. Während der Aufnahme können Sie bis zu sechsfach Zoomen.
Fotoqualität auf dem FotomessstandBei Tageslicht macht das Edge 70 Max sehr gute Fotos (Note 1,2), sogar über iPhone-18-Pro-Max-Niveau (Note: 1,3). Bei schlechter Beleuchtung war dann das iPhone ein Tick besser ab, aber das Motorola erledigte die Übung gut (Note: 1,5). Gut für das Edge: Im Test messen wir die Fotoqualität bei praxisnaher, vierfacher Vergrößerung. Das klappte mit der Hauptkamera gut (Note: 1,6), aber bei höheren Zoomstufen merkt man dann, dass eine Telelinse fehlt. Am Ende landet die Hauptkamera bei der guten Zwischennote 1,5, kommt aber nicht ganz an das Signature (1,3) heran. Das gelingt bei der Frontkamera. Bei gutem Licht bekommen Selfies die Note 1,6, bei schlechter Beleuchtung die Note 1,8.
Updates, Ausstattung und VerpackungsduftDas Edge 70 Max läuft zum Start mit Android 16 und soll drei Jahre lang OS-Aktualisierungen sowie fünf Jahre Sicherheits-Updates erhalten. Das ist zwar okay und besser als nichts (
denn nichts gibt es bei Motorola auch), aber angesichts der gehobenen Preisklasse wahrlich kein Ruhmesblatt. Samsung verspricht selbst für seinen 150-Euro-Schnapper
Galaxy A17 5Gsechs Android-Updates. Entgegen der ersten Befürchtung können Sie das Edge 70 Max auch mit einer eSIM betreiben. Darüber hinaus schluckt es zwei Nano-SIM-Karten für den Dual-SIM-Betrieb. Neben NFC, 5G und Wifi 7 ist auch Bluetooth 6.0 an Bord. Zum Lieferumfang gehören ein USB-C-auf-USB-C-Kabel und das SIM-Tool. Laut Hersteller ist die Verpackung mit einem charakteristischen Duft versehen. Und tatsächlich: Anstatt Muff oder Plastikgeruch könnte man meinen, man betritt eine Douglas-Filiale. Nicht unangenehm und unfassbar unnütz. Trotzdem Daumen hoch!
In Deutschland hat das Edge 70 Max mit 8 GB RAM und 256 GB Gerätespeicher eine UVP von 799 Euro. Mittlerweile liegen die besten Angebote zum Teil schon unter 600 Euro. Die Farben entstanden wie üblich in Zusammenarbeit mit dem Farbexperten Pantone: Aqua Gray (ein erdiger Grün-Grau-Ton), Dark Shadow (ein nahezu schwarzer Farbton) und Ice Melt (ein helles Blau).

Das Motorola Edge 70 Max ist in drei Farben verfügbar.
Foto: Motorola
So gut hat noch keine Verpackung gerochen. Aber das Motorola Edge 70 Max hat auch echte Vorzüge im Gepäck: Dazu gehören das helle und kontrastreiche Display und ein derart hohes Tempo, dass alle anderen Edge-70-Modelle alt aussehen. Der Auftritt ist vielleicht nicht so sexy wie beim Edge 70, aber Akkulaufzeit und Prozessorpower sprechen für das Edge 70 Max. Der kantige Formfaktor verschleiert die Verwandtschaftsverhältnisse. Das Edge 70 Max ist eher als eckiges Signature zu verstehen. Mit der Qi2-Unterstützung weht ein Hauch von iPhone durch die Feature-Liste. Das ist praktisch, wenn Sie magnetisches MagSafe-Zubehör nutzen. Die Kamera macht gute Fotos, solange Sie auf höhere Zoomstufen verzichten, für die eine Telelinse fehlt. Auch die bei der Update-Garantie sollte sich Motorola einen Ruck geben und nicht nur das Signature 7 Jahre versorgen. Davon abgesehen bietet das Motorola Edge 70 Max im Preisbereich um 600 Euro eines der aktuell besten Gesamtpakete.
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