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Ereignis am Himmel: Mondfinsternis 2026 – wann und wo der nächste Blutmond zusehen ist

Дата публикации: 27-08-2026 07:48:00




Eine Mondfinsternis ist ein wunderschön anzusehendes Naturspektakel. Dabei verfärbt sich der Mond in eine Farbe, die irgendwo zwischen Rot und Orange liegt – deshalb auch „Blutmond“ genannt.



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Ereignis am Himmel Mondfinsternis 2026 – wann und wo der nächste Blutmond zusehen ist

27.08.2026 · 09:48 Uhr

Blutmond (Symboldbild)

Blutmond (Symboldbild)

Foto: dpa/Patrick Pleul

Düsseldorf · Eine Mondfinsternis ist ein wunderschön anzusehendes Naturspektakel. Dabei verfärbt sich der Mond in eine Farbe, die irgendwo zwischen Rot und Orange liegt – deshalb auch „Blutmond“ genannt.

Im Grunde funktioniert eine Mondfinsternis wie eine Sonnenfinsternis. Nur in einer etwas anderen Reihenfolge. Und sie ist nur bei Vollmond möglich. Bei einer Sonnenfinsternis steht der Mond auf einer Linie zwischen Sonne und Erde.

Bei einer Mondfinsternis ist die Konstellation quasi vertauscht. Dann steht die Erde zwischen Sonne und Mond. Eine Mondfinsternis kann nur dann eintreten, wenn sich alle drei exakt auf einer Linie befinden. "Das als totale Mondfinsternis bekannte Phänomen findet statt, wenn sich die Erde zwischen den Mond und die Sonne schiebt und das Licht verdeckt, das normalerweise die Oberfläche unseres umkreisenden Nachbarn erhellen würde. Der Mond befindet sich dann nämlich im Kernschatten der Erde", erklärt die Europäische Weltraumorganisation ESA auf ihrer Homepage.

Dieses Phänomen kann bis zu dreimal in einem Jahr auftreten und dauert stets mehrere Stunden. Man rechnet dabei nämlich vom Augenblick des Eintritt des Mondes in den Erdschatten bis zum Augenblick des Austritts aus dem Schatten. In den meisten Fällen kommt es zu einer totalen Mondfinsternis. Dann taucht der gesamte Mond in den Erdschatten ein. Manchmal kommt es aber auch vor, dass nur ein Teil den Schatten durchwandert. Dann sprechen Astronomen von einer partiellen Mondfinsternis.

Weil die Bahn des Mondes um die Erde um etwas fünf Grad geneigt ist, wiederholt sich das Spektakel nicht jeden Monat. In den meisten Fällen nämlich wandert der Mond ober- oder unterhalb des Schattens an der Erde vorbei. Dass er dabei leuchtend zu sehen ist, liegt daran, dass er das Licht der Sonne reflektiert. Bei einer Mondfinsternis kann er das aber nicht. Und genau deshalb kommt es zu der wundersam anmutenden Verfärbung des Mondes. Auf seiner Homepage erklärt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), dass dies daran liegt, "dass das langwellige rote Licht der Sonnenstrahlen gebrochen und in Richtung unseres Trabanten gelenkt wird, während die kurzwelligen blauen Lichtwellen vollständig in der Erdatmosphäre gestreut werden. Zusätzlich sorgen Staub und Asche in der Hochatmosphäre für die satte Farbe, die die Mondfinsternis zu einem spektakulären Ereignis werden lässt." Möglich ist das überhaupt nur deswegen, weil die Erde rund viermal größer ist als der Mond, wenn man die Durchmesser vergleicht. Deshalb ist auch der Schatten der Erde rund viermal größer als der des Mondes.

Da bereits Menschen auf dem Mond waren und Planungen zu weiteren Mondmissionen laufen ist auch das interessant: "Befänden sich zur Zeit der Mondfinsternis Astronauten auf dem Mond, dann würden sie jedoch keine vollständige Dunkelheit erleben. Die Astronauten würden aber dieses Spektakel anders erleben: als eine von der Erde verursachte Sonnenfinsternis", erklärt das DLR auf seiner Internetseite. Vom Mond aus gesehen, würde die Erde die Sonne verdecken.

Für Fans des Mondes und der Raumfahrt war die partielle Mondfinsternis am 16. Juli 2019 ein besonderes Ereignis. Sie geschah nämlich am 50. Jahrestag des Starts der Apollo-11-Mission. Passend dazu war in derselben Nacht zweimal die ISS am Himmel zu sehen. Um eine Mondfinsternis perfekt beobachten zu können, braucht man vor allen Dingen gutes Wetter, am besten einen wolkenfreien Himmel. Optimal sind Orte, an denen es so gut wie kein Licht gibt. Deshalb öffnen zum Beispiel viele Sternwarten in solchen Nächten ihre Türen für Besucher. Gut beobachten kann man eine Mondfinsternis auch, wenn man sich gerade in einem Sternenpark wie dem Nationalpark Eifel oder dem auf der Winklmossalm bei Reit im Winkl aufhält. In solchen Gegend kann man dann auch noch den perfekten Sternenhimmel sehen und hat ein ganz besonderes Erlebnis.

Der Unterschied zwischen einer partiellen und einer totalen Mondfinsternis ist im Grunde ganz simpel. Bei einer totalen Mondfinsternis verschwindet der Mond vollständig im Kernschatten der Erde und leuchtet dabei Rot-Orange. Jedenfalls sieht es von der Erde aus so aus. Während einer totalen Mondfinsternis ist der Mond daher für einige Zeit in diesem ganz besonderen Licht zu sehen, das durch die Lichtbrechung in der Atmosphäre entsteht und das dabei vom Mond reflektiert wird.

Bei einer partiellen Mondfinsternis ist, wie es im Grunde der Name schon sagt, nur ein Teil des Mondes vom Kernschatten der Erde bedeckt. Wobei auch das nur ein optischer Eindruck ist. Eigentlich ist es nämlich so, dass der Mond bei einer partiellen Finsternis die Bahn des Erdschattens nur zu einem Teil kreuzt.

Man muss schon genau hinsehen, um eine Mondfinsternis zu erkennen. Die nächste Mondfinsternis findet am 28. August 2026 statt. Die totale Mondfinsternis kann in den Abendstunden von Mitteleuropa in ihrer zweiten Hälfte, beginnend mit der Phase der maximalen Verdunklung, beobachtet werden.

Das sind die Termine für die nächste Mondfinsternis:

  • 28. August 2026, um 04.14 Uhr - partielle Mondfinsternis
  • 20. Februar 2027, um 23.14 Uhr - partielle Halbschatten-Finsternis

Wann ist die nächste totale Mondfinsternis in Deutschland?

Teile der partiellen Mondfinsternis am 28. August können auch in Deutschland beobachtet werden. Der Erdtrabant tritt am Morgen um 4.34 Uhr in den Kernschatten unseres Planeten ein. „Der Beginn der partiellen Phase kurz nach halb fünf lässt sich gut sehen: Der Mond steht hoch am Himmel, es ist noch dunkle Nacht“, sagte der Vorsitzende der Vereinigung der Sternfreunde mit Sitz im südhessischen Bensheim, Uwe Pilz, der Deutschen Presse-Agentur. Natürlich erkennt man nur etwas, wenn keine dicken Wolken das Schauspiel verdecken.

Der Beginn der partiellen Mondfinsternis ist Pilz zufolge von Deutschland aus bei freiem Himmel gut zu sehen. Mit zunehmender Verfinsterung des Mondes werde dies immer schwerer: Wenn die Bedeckung weit fortgeschritten sei, setze bereits die Morgendämmerung ein.

Der Vollmond wird mit bis zu etwa 94 Prozent seines scheinbaren Durchmessers in den Kernschatten der Erde eintreten. „Das Maximum tritt kurz nach sechs Uhr ein“, sagt Pilz. Wegen des nahen Monduntergangs und des Sonnenaufgangs sei dies praktisch unbeobachtbar.

Der Austritt des Trabanten aus dem Kernschatten der Erde erfolgt um 7.52 Uhr. Da ist der Mond in Deutschland schon überall untergegangen. „Trotz der Einschränkungen ist diese Mondfinsternis ein lohnendes Schauspiel“, sagte Pilz über den kommenden Freitagmorgen. Fotos seien mit einem Teleobjektiv einfach zu machen. Sogar mit dem Smartphone werde man die Finsternis im Bild festhalten können.

Eigentlich ziemlich oft. Pro Jahrhundert sind es etwa 380 Mondfinsternissen, die wir von unterschiedlichen Orten auf der ganzen Welt beobachten können. Damit kommt die Mondfinsternis etwas häufiger vor als die Sonnenfinsternis. Im Schnitt lässt sich dieses Ereignis alleine in Deutschland alle zweieinhalb Jahre beobachten. Warum man diese Vorgänge so genau berechnen kann, hat etwas mit der sogenannten „Himmelsmechanik“ zu tun, wie Astrophysiker Harald Lesch dem "Deutschlandfunk" im Rahmen der „großen Mondfinsternis“ des Jahres 2018 erklärt: „Die große Geschichte, die man eigentlich erzählen muss, ist: Warum können wir das so genau berechnen? Wieso können wir das so genau wissen, wo die Sterne stehen, wann die Mondfinsternisse und Sonnenfinsternisse kommen? Das hat damit zu tun, dass wir die Gesetze des Himmels entdeckt haben, vor 400 Jahren angefangen haben damit, und dass diese Himmelsmechanik auch zu der Idee geführt hat: Wenn wir die Dinge am Himmel berechnen können, dann können wir auch die Natur auf der Erde berechnen. Denn es war ja von Anfang an klar: Wer den Himmel beherrscht, der beherrscht auch die Erde. Daraus ist letztlich die Idee entstanden, dass wir tatsächlich alles in der Natur berechnen können."

Allerdings warnt Lesch im selben Interview davor, zu glauben, man könne anhand bekannter physikalischer Zusammenhänge alles entschlüsseln, was das Universum geheimnisvoll macht: "(...) Um Gottes willen! Verstanden haben wir den Himmel noch nicht. Aber wir haben einige Gesetze entdeckt, die es uns möglich machen, zum Beispiel die Bahnen von Himmelskörpern wie etwa Planeten, aber auch von Monden, von Asteroiden, von Kometen so genau zu berechnen, dass wir mit Sonden zum Beispiel hinfliegen können. Denken Sie an das großartige Experiment Rosetta, was damals den Kometen Tschurjumow-Gerassimenko angeflogen hat. Das ist ja eine grandiose Navigationsleistung gewesen.

Das heißt, diese mechanischen Gesetze in unserem Sonnensystem, die haben wir sehr gut verstanden. Es gibt viele andere Dinge, die wir nicht verstanden haben, und ob wir allein im Universum sind, das haben wir immer noch nicht klären können. Aber wir sind auf der Suche. Wir finden extrasolare Planetensysteme, Systeme um andere Sonnen herum, und wer weiß, vielleicht werden wir uns eines Morgens im Deutschlandfunk darüber unterhalten, was wir jetzt damit anfangen, dass es auf anderen Planeten Leben gibt."

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