Die Unternehmensgruppe Theo Müller will in Sachsen-Anhalt einen Betrieb schließen. Die AfD-Landtagsfraktion stemmt sich dagegen, Co-Fraktionschef Ulrich Siegmund sucht das Gespräch mit dem Firmeninhaber.
Die AfD-Landtagsfraktion will eine Schließung des Müller-Produktionsstandorts in Rogätz in Sachsen-Anhalt verhindern und hat dazu nach eigenen Angaben ein Gespräch mit dem Unternehmer Theo Müller (86; Müllermilch, Landliebe, Weihenstephan) vereinbart. „Jede realistische Chance zum Erhalt des Werks“ solle genutzt werden, erklärte Co-Fraktionschef Ulrich Siegmund (35). „Wir wollen gemeinsam prüfen, welche konkreten Wege es gibt, um dem Standort Rogätz eine Zukunft zu ermöglichen.“
Die Produktion in Rogätz soll laut Unternehmensangaben bis Ende September 2027 eingestellt werden. Trotz umfangreicher Anstrengungen sei es nicht gelungen, eine Kostenstruktur zu erreichen, die eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Kalkulation der dort hergestellten Produkte ermögliche, hieß es. Zudem bestehe erheblicher Investitionsbedarf.
Laut der AfD-Fraktion hat Müller das Gesprächsangebot angenommen. Dieses will Siegmund „nach Bildung der neuen Landesregierung und noch vor Weihnachten“ führen. Im Dezember will sich Siegmund im Landtag zum Ministerpräsidenten wählen lassen. Dafür ist er auf Unterstützung aus anderen Reihen angewiesen.
Müller darf laut Gericht als AfD-Unterstützer bezeichnet werdenUnternehmer Müller sorgte Ende 2023 für Gesprächsstoff, als ein Treffen von ihm mit AfD-Parteichefin Alice Weidel (47) in der französischen Urlaubsmetropole Cannes durch einen Bericht der „Bild“-Zeitung bekannt wurde. Einige Wochen später sagte er in einem Interview der „Neuen Zürcher Zeitung“ (NZZ), Weidel sei für ihn „eine Freundin“. Zugleich betonte er: „Ich bin kein AfD-Mitglied, und ich möchte keines werden.“
Die Aktivisten der Gruppe „Campact“ nutzten den Anlass für eine bundesweite Plakatkampagne und machten mit dem Slogan „Alles AfD oder was“ auf die Nähe zu der rechtsextremen Partei aufmerksam. Müller wollt dies per Eilantrag vor Gericht verhindern, scheiterte damit aber Ende Februar diesen Jahres vor Gericht. Müller darf als AfD-Unterstützer bezeichnet werden, urteilte das Hamburger Landgericht.
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