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KIOXIA EXCERIA G3 4 TB im Test: Wie viel SSD steckt hinter PCIe 5.0?

Дата публикации: 12-10-2026 03:30:37

Die KIOXIA EXCERIA G3 mit 4 TB verbindet eine hohe Lesegeschwindigkeit mit einem großen schnellen Schreibbereich. In den langen Schreib- und Videoprofilen fiel die Leistung danach jedoch deutlich ab; auch thermische Eingriffe wurden im Testlauf protokolliert. Damit eignet sich das Laufwerk nach Einschätzung des Autors eher für überwiegend lesende Nutzung als für anhaltende Schreiblast. Ein belastbarer deutscher Angebotspreis für das Modell lag in den geprüften Quellen nicht vor. Wichtigste Fakten Die EXCERIA G3 ist KIOXIAs preisorientiertes PCIe-5.0-Modell mit QLC-NAND. Die vorliegenden Ergebnisse betreffen das 4-TB-Modell und einen einzelnen Testlauf.

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Die KIOXIA EXCERIA G3 mit 4 TB verbindet eine hohe Lesegeschwindigkeit mit einem großen schnellen Schreibbereich. In den langen Schreib- und Videoprofilen fiel die Leistung danach jedoch deutlich ab; auch thermische Eingriffe wurden im Testlauf protokolliert. Damit eignet sich das Laufwerk nach Einschätzung des Autors eher für überwiegend lesende Nutzung als für anhaltende Schreiblast. Ein belastbarer deutscher Angebotspreis für das Modell lag in den geprüften Quellen nicht vor.

Wichtigste FaktenDie EXCERIA G3 ist KIOXIAs preisorientiertes PCIe-5.0-Modell mit QLC-NAND. Die vorliegenden Ergebnisse betreffen das 4-TB-Modell und einen einzelnen Testlauf.Die Messungen zeigen hohe sequenzielle Lesespitzen und einen großen schnellen Schreibbereich bei nahezu leerem Laufwerk. Nach dessen Ende lag die Schreibrate in der langen Schreibstrecke deutlich niedriger.Im modellierten 8K30-Videoprofil verfehlten sowohl Schreib- als auch Lesezugriffe die strengen Zeitvorgaben. Das ist keine Aussage über jede Videobearbeitung oder Anwendung.Die im Test protokollierten thermischen Eingriffe traten unter den verwendeten Kühlbedingungen auf. Ein anderer Kühler wurde nicht verglichen.Technische Eckdaten

Die folgende Tabelle gibt Herstellerangaben für das 4-TB-Modell wieder. Sie sind keine Messergebnisse aus dem igor’sLAB-Test.

MerkmalHerstellerangabe
Kapazität4 TB
Schnittstelle und ProtokollPCIe 5.0 x4, NVMe 2.0c
NANDBiCS8 QLC, 2 Tbit
Sequenzielles LesenBis zu 10.000 MB/s
Sequenzielles SchreibenBis zu 9.600 MB/s
Zufälliges Lesen und Schreiben, 4 KiBBis zu 1,45 Mio. IOPS lesend und 1,45 Mio. IOPS schreibend
Schreibvolumen und Garantie2.400 TBW; bis zu fünf Jahre, vorbehaltlich der Garantiebedingungen
Messwerte und Beobachtungen

Die folgenden Werte stammen aus den von igor’sLAB mit SSD Next durchgeführten Tests. Sie beschreiben die jeweilige Testkonfiguration und sind nicht direkt mit Herstellerangaben aus anderen Prüfbedingungen gleichzusetzen.

PrüfungErgebnisEinordnung
Sequenzielles Lesen, 1 MiB, Q8T110.500 MB/sStabiler Spitzenabschnitt; der vollständige Profildurchgang lag bei 10.193 MB/s.
Sequenzielles Schreiben7.412 MB/s bei Q32T1; 7.435 MB/s bei Q4T16Der höchste Zusatzprofilwert stammt aus Q4T16. Im Q8T1-Referenzprofil streuten die drei Läufe deutlich.
Lange SchreibstreckeÜbergang nach rund 814,6 GB; danach 278,67 MB/s bereinigter MittelwertGemessen bei nahezu leerem Laufwerk. Die Reichweite ist nicht ohne Weiteres auf andere Füllstände übertragbar.
Temperatur und thermische MeldungenBis zu 81 °C; im Streaming-Modul 422 T1-ZählerinkrementeDie Temperatur stammt aus der NVMe-Telemetrie. Die Zähler stützen den Befund thermischer Eingriffe, definieren aber keine bestätigte Drosseltemperatur.
Modelliertes 8K30-VideoprofilSchreiben: Median 331,99 MB/s; 68,73 % der Schreibzugriffe überschritten das ZeitbudgetDie strenge Schreibprüfung wurde nicht bestanden.
Lesen im 8K30-VideoprofilMedian 8.356,58 MB/s; 2,91 % der Lesezugriffe überschritten das ZeitbudgetAuch die strenge Leseprüfung wurde nicht bestanden; der Median allein bildet die Ausreißer nicht ab.

Das Videoprofil modelliert Zugriffe für Apple ProRes 4444 XQ bei 8K und 30 Bildern pro Sekunde. Es verwendet keine echte Kamera- oder Wiedergabekette. Die Überschreitungen sind daher keine beobachteten Bildausfälle in einer konkreten Anwendung.

Testbedingungen und Grenzen

Getestet wurde ein 4-TB-Laufwerk mit Firmware EVFAWR.0 auf einem Intel-Core-Ultra-7-270K-Plus-System mit MSI MEG Z890 ACE und Windows 11. Die Verbindung handelte PCIe 5.0 x4 aus. Verwendet wurden direkte, ungepufferte Datei-E/A und nicht komprimierbare Testdaten; der Windows-Schreibcache war deaktiviert. Zwischen Testmodulen erfolgten ReTRIM und Ruhephasen. Das Mainboard-Abschirmblech blieb montiert, die Umgebungstemperatur betrug 21 °C.

Die Module liefen in fester Reihenfolge. Bei den synthetischen Tests lagen die Starttemperaturen zwischen 51 und 60 °C; Energiesparfunktionen waren teilweise aktiv. Arbeitsbereich, Warteschlangentiefe, Datenmuster und Laufwerkszustand beeinflussen die Ergebnisse. Die lange Schreibstrecke begann nahezu leer und bildet weder eine fast volle SSD noch einen vollständig eingeschwungenen Dauerbetrieb ab. Die genannten Profilwerte ersetzen außerdem keine Messung vollständiger Anwendungszeiten.

Einige Testprofile enthalten erheblichen Aufwand durch Hostsystem und Messpfad. Besonders niedrige Werte aus Entwicklungs- und Unreal-Engine-Profilen sind deshalb nicht als direkte Messung der NAND-Leistung zu lesen. Während der Messreihe wurden keine Medienfehler protokolliert; die erfassten Hostschreibdaten sind jedoch kein Langzeithaltbarkeitstest.

Einordnung

Die Ergebnisse zeigen zwei deutlich unterschiedliche Leistungsbereiche: hohe Lesebandbreite und einen ausgedehnten schnellen Schreibabschnitt, gefolgt von einem wesentlich niedrigeren Niveau bei fortgesetztem Schreiben. Im Streaming-Test setzte der große Einbruch vor den später protokollierten thermischen Eingriffen ein. Erwärmung erklärt diesen ersten Leistungssprung daher nicht vollständig. Im vorgewärmten Videoprofil lagen thermische Aktivität und Ende des schnellen Schreibbereichs dagegen zeitlich nahe beieinander; eine eindeutige Zuordnung allein zur Temperatur ist daraus nicht möglich.

Die gemessenen Anwendungsprofile fielen je nach Zugriffsmuster unterschiedlich aus. Große Lesezugriffe erreichten hohe Transferraten, während kleine und gemischte Vorgänge stärker von Warteschlangen, Metadaten und Hostaufwand geprägt waren. Die synthetischen und Anwendungsprofile wurden nicht mit anderen SSDs unter identischen Bedingungen verglichen; daraus ergibt sich keine Rangliste.

Zum Stand der im Artikel dokumentierten Marktaufnahme vom 9. Oktober 2026 war kein belastbares lieferbares deutsches Angebot für die EXCERIA G3 4 TB verfügbar. Für andere Laufwerke wurden unter anderem Angebote von 477,99 Euro für die Lexar NM790 und 529,99 Euro für die WD_BLACK SN850X erfasst. Diese Preise sind eine zeitgebundene Marktaufnahme und kein direkter Leistungsvergleich. Die vom Autor genannte Preisgrenze von etwa 400 bis 430 Euro für die G3 ist eine Einschätzung, kein ermittelter Verkaufspreis.

StärkenDie Leseseite erreichte im Test eine hohe sequenzielle Spitzenleistung.Bei nahezu leerem Laufwerk stand ein großer schneller Schreibbereich zur Verfügung.Das 4-TB-Modell bietet hohe Kapazität in einem M.2-2280-Format.EinschränkungenNach dem Übergang aus dem schnellen Schreibbereich sank die Schreibrate in der langen Schreibstrecke stark.Das getestete 8K30-Profil verfehlte die strengen Zeitvorgaben für Schreib- und Lesezugriffe. Der Befund gilt für dieses Profil und diese Testbedingungen, nicht pauschal für Videobearbeitung.Thermische Eingriffe wurden trotz des verwendeten Mainboard-Abschirmblechs protokolliert. Eine Vergleichsmessung mit einem anderen Kühler liegt nicht vor.Ohne belastbaren deutschen Angebotspreis bleibt das Preis-Leistungs-Verhältnis für das 4-TB-Modell offen.

Es gibt SSDs, bei denen man schon beim Auspacken ahnt, wo gespart wurde. Bei der KIOXIA EXCERIA G3 mit 4 TB lohnt es sich dagegen, etwas genauer hinzusehen, denn die Kombination aus großer Kapazität und PCIe 5.0 erzählt zunächst nur die angenehmere Hälfte der Geschichte. Auf der Verpackung stehen bis zu 10.000 MB/s beim sequenziellen Lesen, das Laufwerk selbst kommt ohne aufgesetzten Kühlkörper aus und die eigentliche Technik verschwindet weitgehend unter einem schwarzen Etikett. Damit ist der erste Eindruck durchaus aufgeräumt, aber über die Qualität eines Kompromisses entscheidet nun einmal nicht, wie ordentlich man ihn verpackt hat. KIOXIA positioniert die EXCERIA G3 als preisorientierten Einstieg in die fünfte PCIe-Generation und verwendet dafür QLC-NAND aus eigener Entwicklung. Das ist zunächst eine technische und wirtschaftliche Entscheidung, deren Bewertung etwas mehr verlangt als den reflexartigen Griff zum roten Stift. Eine moderne Schnittstelle kann sinnvoll sein, auch wenn das gesamte Laufwerk nicht auf maximale Leistung unter jeder denkbaren Belastung ausgelegt wurde. Interessant wird deshalb, wie gut die gewählten Komponenten zusammenpassen und welche Zugeständnisse dafür nötig sind, vier Terabyte in dieses flache Format zu bringen. Genau dieser Frage möchte ich nachgehen, bevor aus den großen Zahlen auf dem Karton bereits ein fertiges Urteil wird.

Im Mittelpunkt steht zunächst die Hardware, denn unter dem Mikroskop lassen sich Entscheidungen nachvollziehen, die in einem kurzen Datenblatt kaum Platz finden. Ich sehe mir deshalb den Controller ebenso an wie die NAND-Bestückung, die Spannungsversorgung und das Layout der Platine. Die späteren Detailaufnahmen sollen zeigen, wie KIOXIA dieses Laufwerk tatsächlich aufgebaut hat. Aus einem ordentlich bestückten PCB lässt sich zwar noch keine dauerhaft hohe Schreibrate ablesen, wohl aber, mit welchen Voraussetzungen die SSD überhaupt antritt. 

Hinter KIOXIA steckt die frühere Toshiba Memory, die seit Oktober 2019 unter diesem Namen auftritt. Die technischen Wurzeln reichen deutlich weiter zurück, bis zur Entwicklung des NAND-Flash-Speichers bei Toshiba im Jahr 1987. Für die Einordnung der EXCERIA G3 ist vor allem relevant, dass KIOXIA selbst Flash-Speicher entwickelt und fertigt. Der Hersteller bringt damit eigene NAND-Technik in seine Consumer-SSDs ein, was den Blick auf die konkrete Umsetzung besonders interessant macht. Auch ein Speicherhersteller muss schließlich entscheiden, an welcher Stelle zusätzliche Leistung ihren Preis wert ist und wo ein Produkt mit weniger Aufwand auskommen soll.

Die EXCERIA G3 übernimmt innerhalb des Portfolios die Rolle eines Einstiegsmodells mit PCIe 5.0. KIOXIA Europe ordnete sie bei ihrer Vorstellung zwischen der EXCERIA BASIC mit PCIe 4.0 und der höher positionierten EXCERIA PLUS G4 ein. Als technische Grundlage dient BiCS FLASH der achten Generation in QLC-Ausführung. Hinter der Positionierung steht also der Versuch, eine hohe Speicherdichte mit einer schnellen Anbindung zu verbinden und dabei die Kosten im Blick zu behalten. Ob daraus am Ende auch ein überzeugendes Angebot für den Käufer entsteht, hängt allerdings ebenso vom tatsächlichen Verkaufspreis ab wie vom Verhalten des Laufwerks unter realistischen Bedingungen. QLC speichert vier Bit pro Speicherzelle und muss dafür 16 unterschiedliche Zustände zuverlässig unterscheiden. Gegenüber TLC mit drei Bit pro Zelle steigt damit die gespeicherte Datenmenge bei gleicher Zahl an Zellen, zugleich werden die Anforderungen an das präzise Programmieren und Auslesen anspruchsvoller. Das erklärt den grundsätzlichen Zielkonflikt zwischen Speicherdichte und Leistungsfähigkeit, ersetzt aber keine Bewertung der jeweiligen NAND-Generation und ihrer konkreten Umsetzung. Allein aus den drei Buchstaben QLC lässt sich deshalb ebenso wenig ein vollständiges Urteil ableiten wie aus dem Aufdruck PCIe 5.0. Das werde ich dann ausführlich messen.

Von der Serienankündigung zur 4-TB-Version

Die EXCERIA G3 wurde zunächst mit kleineren Kapazitäten vorgestellt. KIOXIA Corporation kündigte die Serie in Japan bereits am 10. Dezember 2025 an und nannte für die Modelle mit 1 und 2 TB einen schrittweisen Verkaufsstart ab Ende Januar 2026. Eine Erweiterung um 4 TB war damals ausdrücklich für den weiteren Jahresverlauf vorgesehen. Die europäische Ankündigung folgte am 15. Dezember 2025 und stellte vor allem den preisorientierten Zugang zu PCIe 5.0 heraus. Die damalige europäische Planung nannte noch das vierte Quartal 2025 als Verfügbarkeitszeitraum, weshalb sich aus diesen regionalen Mitteilungen kein einheitlicher weltweiter Verkaufsstart ableiten lässt. Am 16. Juni diesen Jahres folgte schließlich die offizielle Ankündigung der hier vorliegenden 4-TB-Ausführung. Für Europa stellte KIOXIA die Belieferung von Distributoren und Händlern ab Juni in Aussicht, während die japanische Mitteilung den Verkaufsstart für Anfang Juli vorsah. Letztere wird bei der Speichertechnik etwas konkreter und nennt ausdrücklich 2-Tbit-QLC auf Basis der achten BiCS-FLASH-Generation. Damit ist die große Variante eine nachträgliche Erweiterung der bestehenden Serie, die deren Kapazitätsangebot verdoppelt. Die angekündigten Transferraten entsprechen dabei denen des 2-TB-Modells.

Verpackung und Unboxing

Der Verkaufskarton bleibt bei einer klaren Kombination aus Schwarz und Orange, wobei die große Produktabbildung bereits recht genau zeigt, was beim Öffnen zum Vorschein kommt. Im unteren Bereich stehen die Kapazität von 4 TB und die maximale sequenzielle Leserate von 10.000 MB/s, daneben werden PCIe 5.0 und das M.2-2280-Format genannt. KIOXIA konzentriert sich auf der Vorderseite damit auf die Angaben, die sich beim Blick ins Händlerregal schnell erfassen lassen. Die NAND-Zellart oder eine genauere Beschreibung des Speicheraufbaus findet man dort nicht, dafür müsste man bereits die technischen Unterlagen bemühen.

Auf der Rückseite geht es erwartungsgemäß etwas kleinteiliger zu. Hier stehen zusätzlich NVMe 2.0c, das BiCS-FLASH-Logo und der Hinweis auf bis zu fünf Jahre Herstellergarantie. Auch auf dieser Verpackungsseite wird die Zellart nicht ausdrücklich als QLC ausgewiesen, während KIOXIA sie auf der Produktseite und in den Ankündigungen offen benennt. Der weiße Aufkleber identifiziert die 4-TB-Ausführung über die Teilenummer LVC10Z004TG8 und trägt außerdem die Angabe 06/2026. Für die eindeutige Zuordnung ist die Teilenummer hilfreicher als die große Geschwindigkeitsangabe auf der Vorderseite, denn innerhalb der Serie unterscheiden sich einige Eckdaten durchaus mit der Kapazität. Beim Garantiehinweis lohnt sich der Blick ins Kleingedruckte tatsächlich. Die Zusage endet nach fünf Jahren ab dem maßgeblichen Kaufdatum oder bereits dann, wenn die von KIOXIAs SSD Utility ausgewiesene verbleibende Lebensdauer null erreicht, je nachdem, welcher Zeitpunkt früher eintritt. Das „bis zu“ vor den fünf Jahren hat damit einen konkreten Hintergrund und gehört bei der Wiedergabe der Spezifikationen dazu.

Im Inneren sitzt die SSD in einer weißen, gefalteten Kartonhalterung, deren Ausschnitte das Laufwerk mittig aufnehmen und zugänglich halten. Der Aufbau wirkt sachlich, mit wenig Inszenierung um die eigentliche Hardware. Auf der gezeigten Aufnahme liegen weder ein separater Kühler noch Montagewerkzeug neben dem Laufwerk, wobei sich aus diesem Blick auf das geöffnete Inlay keine vollständige Inventarliste aller möglichen Papierbeilagen ableiten lässt. Sichtbar ist vor allem eine schlanke M.2-SSD, die in ihrer Halterung deutlich weniger Raum beansprucht als der Karton drumherum.

Das Laufwerk im ersten Überblick

Die EXCERIA G3 verwendet eine blaue Platine, deren Oberseite größtenteils von einem schwarzen Produktetikett bedeckt wird. Die Gestaltung greift das Motiv der Verpackung auf, einschließlich des orangefarbenen Feldes für PCIe 5.0 und NVMe. Am Anschlussende bleibt ein Bereich mit elektronischen Bauteilen frei, während die für die spätere Analyse interessanten größeren Komponenten zunächst unter dem Etikett verschwinden. Ein klassischer Kühlkörper ist auf meinem Exemplar nicht montiert. Das passt zum flachen Aufbau, für den KIOXIA maximal 80,15 × 22,15 × 2,38 mm angibt. Das Etikett soll laut Hersteller außerdem die Wärmeabfuhr unterstützen. Welche Wirkung dieser Aufbau tatsächlich erzielt, muss ich noch testen, aber ich vermute bereits das übliche Marketing. Für den ersten Überblick genügt deshalb die Feststellung, dass KIOXIA hier eine flache Lösung verwendet und auf einen ausladenden Kühler verzichtet. Das aufgedruckte Warnsymbol für eine heiße Oberfläche erinnert zugleich daran, dass auch eine äußerlich unscheinbare SSD ihre Verlustleistung irgendwo unterbringen muss.

Auf der Rückseite trägt das Laufwerk ein weißes Typenetikett, daneben sind große Bereiche der blauen Platine frei sichtbar. Hier lassen sich die Modellkennung LVC10Z004T, die Nennspannung von 3,3 V und die aufgedruckte Firmwareangabe EVFAWR.0 ablesen. Für die zeitliche Einordnung ist außerdem das Datum 07MAY2026 interessant. Mein Exemplar trägt damit ein Fertigungsdatum vor der offiziellen Ankündigung der 4-TB-Version im Juni, ohne dass sich daraus bereits ein besonderer Vorserienstatus oder eine bestimmte Position innerhalb der Serienfertigung ableiten ließe.

Merkmal EXCERIA G3 1 TB EXCERIA G3 2 TB EXCERIA G3 4 TB
Teilenummer LVC10Z001TG8 LVC10Z002TG8 LVC10Z004TG8
Nennkapazität 1 TB 2 TB 4 TB
Schnittstelle PCIe 5.0 x4 PCIe 5.0 x4 PCIe 5.0 x4
Protokoll NVMe 2.0c NVMe 2.0c NVMe 2.0c
NAND BiCS8 QLC BiCS8 QLC BiCS8 QLC, 2 Tbit
Sequenzielles Lesen, maximal 10.000 MB/s 10.000 MB/s 10.000 MB/s
Sequenzielles Schreiben, maximal 8.900 MB/s 9.600 MB/s 9.600 MB/s
Zufälliges Lesen, 4 KiB, maximal 1.300.000 IOPS 1.600.000 IOPS 1.450.000 IOPS
Zufälliges Schreiben, 4 KiB, maximal 1.450.000 IOPS 1.450.000 IOPS 1.450.000 IOPS
Spezifizierte Schreibmenge, TBW 600 TB 1.200 TB 2.400 TB
Aktive Leistungsaufnahme, typisch 5,5 W 6,4 W 6,4 W
Leistungsaufnahme PS3, typisch 50 mW 50 mW 50 mW
Leistungsaufnahme PS4, typisch 5 mW 5 mW 5 mW
Bauform M.2 2280-S3-M M.2 2280-S3-M M.2 2280-S3-M
Abmessungen, maximal, L × B × H 80,15 × 22,15 × 2,38 mm 80,15 × 22,15 × 2,38 mm 80,15 × 22,15 × 2,38 mm
Gewicht, typisch 5,7 g 5,8 g 5,8 g
MTTF laut Hersteller 1,5 Mio. Stunden 1,5 Mio. Stunden 1,5 Mio. Stunden
Host Memory Buffer Unterstützt Unterstützt Unterstützt
TRIM und Idle-Garbage-Collection Unterstützt Unterstützt Unterstützt
Herstellergarantie Bis zu 5 Jahre Bis zu 5 Jahre Bis zu 5 Jahre
Was die Eckdaten für die weitere Untersuchung bedeuten

Die Tabelle zeigt bereits, dass mehr Kapazität innerhalb dieser Serie nicht automatisch in jeder Disziplin einen höheren Spitzenwert bedeutet. Beim zufälligen Lesen liegt die Herstellerangabe des 4-TB-Modells unter derjenigen der 2-TB-Version, während beide dieselben sequenziellen Transferraten erreichen sollen. Solche Unterschiede sind ein guter Grund, die konkrete Kapazitätsvariante zu betrachten und Ergebnisse anderer Modelle nicht einfach zu übernehmen. KIOXIA ermittelt die sequenziellen Angaben mit CrystalDiskMark 8.0.4 bei einer Warteschlangentiefe von 32 und einem Thread, die zufälligen 4-KiB-Werte dagegen mit 16 Threads bei ebenfalls Q=32. Diese Spitzenwerte beschreiben entsprechend definierte Testbedingungen, aus denen sich weder die alltägliche Reaktionszeit bei wenigen gleichzeitigen Zugriffen noch die dauerhaft verfügbare Schreibrate bei großen Datenmengen unmittelbar ablesen lässt. Auch die Leistungsaufnahme verlangt eine saubere Zuordnung. Die für das 4-TB-Modell genannten 6,4 W sind ein typischer Aktivwert des Herstellers, während sich die niedrigen Angaben für PS3 und PS4 auf bestimmte Stromsparzustände beziehen. Für eine Bewertung der Kühlung oder des Energiebedarfs im konkreten System müssen Last und Betriebszustand deshalb zusammen betrachtet werden. Ähnlich verhält es sich mit der MTTF von 1,5 Millionen Stunden, die eine statistische Kenngröße beschreibt und keine individuelle Lebensdauerprognose für mein Laufwerk liefert. Die spezifizierten 2.400 TBW sind wiederum eine unter festgelegten Bedingungen definierte Schreibmenge, deren Bedeutung sich zusammen mit dem Verschleißzustand und den Garantiebedingungen erschließt.

Als weitere Funktion nennt KIOXIA den Host Memory Buffer. Dahinter steckt die Möglichkeit, einen Teil des Arbeitsspeichers des Rechners für die SSD zu verwenden, wofür Laufwerk und Host zusammenarbeiten müssen. Das ist gerade bei auf geringe Bauteilkosten und kompakte Abmessungen ausgelegten SSDs eine relevante Technik. Der HMB-Eintrag allein verrät allerdings noch nicht, welcher Controller auf der Platine sitzt oder wie dessen interner Speicheraufbau aussieht. Diese Fragen gehören in die Bauteilanalyse, für die das Etikett anschließend seinen Platz räumen muss. Bis hierhin ergibt sich damit das Bild einer bewusst auf hohe Kapazität und einen preisorientierten Einstieg in PCIe 5.0 ausgelegten SSD, deren Herstellerangaben durchaus neugierig machen. Ob KIOXIA bei der Umsetzung an den richtigen Stellen gespart hat, wird aber erst dann greifbar, wenn die Bauteile offenliegen und ihre Aufgaben nachvollziehbar werden. Genau dort setze ich auf der nächsten Seite an, denn unter dem schwarzen Aufkleber muss sich zeigen, wie viel technischer Aufwand hinter dem aufgeräumten Äußeren steckt.

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