Fußball-Bundesligist SV Elversberg tritt an diesem Samstag bei den extrem heimstarken Leipzigern an. Kann die SVE RB Leipzig ärgern?
Elversberg · Fußball-Bundesligist SV Elversberg tritt an diesem Samstag bei den extrem heimstarken Leipzigern an. Kann die SVE RB Leipzig ärgern?
23.10.2026 , 18:00 Uhr
Elversbergs Torwart Nicolas Kristof (Mitte, blaues Trikot) wird an diesem Samstag im Auswärtsspiel bei RB Leipzig vermutlich einiges zu tun bekommen. „Wir wissen, dass die viele Tore geschossen haben“, sagt Kristof, „das müssen wir verhindern.“
Foto: Thomas WieckNach dem 4:3-Sieg gegen den FC Augsburg sprachen die Spieler des Fußball-Bundesligisten SV Elversberg durch die Bank von einem Spiel, das sie so noch nie erlebt haben. Doch vielleicht war das nur ein Vorgeschmack darauf, was an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) in Leipzig starten könnte. Gegner RB gehört zu den Teams mit den meisten Torschüssen in der Liga und hat in den ersten drei Heimspielen in dieser Saison eine makellose Bilanz von neun Punkten und 14:0 Toren.
Auf der anderen Seite spielen die Leipziger so offensiv, dass sie zuletzt beim FC Bayern (1:6) und am Mittwoch in der Champions League bei Real Madrid (1:4) zehn Gegentore in zwei Spielen kassierten. Und jetzt kommt die SVE mit gnadenloser Offensive in ihrer DNA. Die mutigen Saarländer haben mit ihrer Spielweise drei Spiele gewonnen: 4:3, 4:3 und 3:2. 135 Mal ließ die SVE an den ersten sechs Spieltagen Schüsse in Richtung des eigenen Tores zu. Obwohl nicht alle ihr Ziel fanden, ist es der Ligaspitzenwert. Auch bei Eckbällen kassierte kein Team mehr als die Elversberger (48).
„Wir haben einmal zu null gespielt und einmal zu eins und haben in den beiden Spielen einen Punkt geholt. Lass uns lieber Tore schießen und vielleicht ein paar Punkte mehr holen“, sagt SVE-Trainer Vincent Wagner mit einem Lachen. Der 40-Jährige weiß, wie schwer es wird. „Das ist eine unfassbar gute Mannschaft mit Spielern mit extrem hoher Qualität. Aber wir haben es nach sechs Spieltagen geschafft, nach Leipzig zu fahren mit einem Gefühl, vielleicht geht da ja doch was“, sagt Wagner.
Ob es ein maximales Spektakel wird, ist offen. Ziemlich klar sein dürfte, dass für SVE-Torhüter Nicolas Kristof 90 Minuten die Post abgeht. Normalerweise hat der 26-Jährige zwei bis drei Paar Torwarthandschuhe bei einem Auswärtsspiel dabei. Werden nach Leipzig aufgrund der hohen Abnutzungsgefahr ein paar mehr mitgenommen? „Nee, die reichen. Wir wissen, dass die sehr viele Tore geschossen haben. Das müssen wir verhindern“, sagt Kristof.
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Was die Intensität angeht, glaubt Kristof auch nicht an eine mögliche Steigerung. „Du musst immer 90 Minuten lang in jeder Sekunde körperlich und mental voll da sein. Das war bislang in jedem Spiel so“, sagt er. Dass die Leipziger nach den Topspielen gegen Bayern und Madrid ausgerechnet den Aufsteiger unterschätzen könnten, glaubt Trainer Wagner nicht. „Wir werden wahrscheinlich nicht so ernst genommen wie Real Madrid. Das ist aber auch völlig in Ordnung“, sagt er schmunzelnd. Die bisherigen Leistungen der SVE hätten auch bei den Gegnern Eindruck hinterlassen. „Das Problem ist halt, wenn man gut performt, nimmt einen keiner mehr auf die leichte Schulter.“
Im Mühlwaldstadion in St. Ingbert wird der Rasen erneuert. Der war zuletzt nicht in einem optimalen Zustand. Damit sollen die Trainingsbedingungen der SV Elversberg auf einem ordentlichen Niveau gehalten werden.
Foto: Heiko LehmannAuch Kapitän Lukas Pinckert erwartet keinen nachlässigen Gegner. „Ich glaube, sie sind Profis genug und wissen, dass man in jedem Spiel Vollgas geben muss“, sagt der Innenverteidiger. Zudem habe die SVE selbst bereits ordentliche Spiele gezeigt. „Ich glaube, dass es ein gutes Duell wird. Den Rest wird man dann nach dem Spiel sehen.“ Besonders freut sich Pinckert auf die direkten Duelle mit den hochkarätigen Offensivspielern der Leipziger.
Wie ungewöhnlich die Begegnung für die Elversberger trotz des inzwischen erreichten Liga-Alltags noch immer ist, zeigt auch Wagners Vorbereitung. Das Champions-League-Spiel der Leipziger bei Real Madrid verfolgte er mit seiner Familie vor dem Fernseher. „Das hat schon ein bisschen was von Humor, dass das für mich eigentlich schon Arbeit war. Aber es ist eben so – wir sind die nächsten, die gegen RB spielen dürfen“, sagt der SVE-Trainer.
Von den aktuellen Bundesligisten hat nur der FC Bayern eine positive Bilanz gegen die Leipziger. Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und die SV Elversberg haben eine ausgeglichene Bilanz. Das verdankt die SVE auch dem Saarländer Felix Dausend. Der hat vor 13 Jahren beim ersten Aufeinandertreffen in der 3. Liga in der Nachspielzeit den 1:0-Siegtreffer gegen RB geschossen. Damals spielte Nationalmannschafts-Kapitän Joshua Kimmich noch für die Leipziger. Das Rückspiel in Leipzig verlor die SVE mit 0:2. Nun treffen sich die beiden Vereine erstmals im deutschen Oberhaus wieder.