Warum Vermögende stärker auf Gold und Immobilien setzen – und was Privatanleger daraus für ihr Portfolio lernen können.
Superreiche setzen längst nicht mehr nur auf Aktien und Anleihen. Gold und Immobilien gewinnen an Bedeutung – und liefern auch Privatanlegern wichtige Hinweise für die eigene Strategie.
Der S&P 500 bewegt sich nahe seinen Rekordständen. Trotzdem ist unter der Oberfläche längst nicht alles so ruhig, wie der Index vermuten lässt. Nach Angaben von Morningstar notierten im August fast 60 Prozent seiner Einzelwerte mindestens 20 Prozent unter ihrem jeweiligen Höchststand.
Eine von Moneywise aufgegriffene Goldman-Sachs-Umfrage zeigt zugleich: Je größer das Vermögen, desto häufiger greifen Anleger bereits zu sogenannten alternativen Anlagen.
Das Wichtigste im Überblick:
Gold erlebt vor allem dann viel Aufmerksamkeit, wenn Inflation, geopolitische Risiken oder Zweifel an klassischen Finanzanlagen wachsen. Moneywise verweist darauf, dass das Edelmetall während großer Krisen deutlich zulegen konnte. Auch während der Corona-Pandemie stieg der Goldpreis zeitweise auf damals historische Höchststände.
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Der entscheidende Punkt ist jedoch nicht die Hoffnung auf den nächsten Preissprung. Gold kann vor allem der Diversifikation dienen. Weil hinter einem Goldbarren weder Unternehmensgewinne noch Zinszahlungen stehen, wirken andere Faktoren auf seinen Preis als auf Aktien oder Anleihen.
Das ist zugleich der Nachteil: Gold wirft keine laufenden Erträge ab. Wer investiert, sollte deshalb eher über eine begrenzte Beimischung nachdenken als darüber, das Depot auf Edelmetalle umzustellen.
Auch Immobilien spielen in den Portfolios wohlhabender Familien eine wichtige Rolle. Ein Grund: Mieten können langfristig mit steigenden Preisen wachsen. Der von Moneywise zitierte Immobilienmanager Derek Graham erklärt, dass besonders Wohnimmobilien vergleichsweise schnell auf ein höheres Preisniveau reagieren können, weil Mietverträge regelmäßig angepasst werden.
Privatanleger müssen dafür nicht zwingend eine Wohnung kaufen. Immobilienfonds, börsengehandelte Immobiliengesellschaften oder Beteiligungsmodelle ermöglichen kleinere Investments. Allerdings sollte man genau hinschauen: Gebühren, Verschuldung, Bewertungsmethoden und eingeschränkte Verkaufsmöglichkeiten können die Rendite erheblich beeinflussen.
Die vielleicht wichtigste Lehre aus dem Trend der Superreichen lautet deshalb nicht: mehr Gold kaufen oder Geld in Immobilien stecken. Sondern: Vermögen auf unterschiedliche Risiken verteilen.
Auch eine Mercer- und CAIS-Umfrage aus dem Jahr 2025 deutet laut Moneywise darauf hin, dass Finanzberater alternative Anlagen zunehmend berücksichtigen. Für Privatanleger bleibt dennoch entscheidend, ob eine Anlage zur eigenen finanziellen Situation passt.
Vor einem größeren Umbau des Depots sollten deshalb zuerst Notgroschen, Anlagehorizont, Kosten und Risikobereitschaft geklärt sein. Erst danach stellt sich die Frage, ob Gold, Immobilien oder andere alternative Anlagen tatsächlich einen sinnvollen Platz im Portfolio verdienen.
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