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Viele fürchten die Mini-Rente – und kennen ihre Lücke nicht: Berechnen Sie hier Ihre Rentenlücke!

Дата публикации: 05-10-2026 04:55:00

Viele Deutsche fürchten eine zu kleine Rente. Doch nur 39 Prozent kennen ihre Rentenlücke – und viele Ältere arbeiten weiter.

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60 Prozent rechnen mit finanziellen Abstrichen im Alter. Doch viele kennen ihre Rentenlücke nicht – und für manche bedeutet sie später: weiterarbeiten.

Die deutsche Rentenangst lässt sich auf einen gemeinsamen Nenner bringen: Viele wissen nicht, was später auf ihrem Konto landet. Jahrzehnte liegen zwischen dem ersten Gehalt und dem letzten Arbeitstag. Doch die Sorge beginnt viel früher. Eine neue Umfrage zeigt, wie tief die Unsicherheit inzwischen reicht – besonders bei Jüngeren.

Nach einer YouGov-Befragung im Auftrag von Commerzbank und Comdirect, über die „Bild“ am Donnerstag berichtete, erwarten 60 Prozent der Befragten, sich im Ruhestand finanziell einschränken zu müssen. 57 Prozent glauben, dass ihre späteren Einkünfte nicht ausreichen werden, um ihren heutigen Lebensstandard zu halten.

Der bemerkenswerteste Wert ist allerdings ein anderer: Nur 39 Prozent wissen nach eigener Einschätzung, wie groß ihre persönliche Rentenlücke ist.

Wer wissen möchte, wie groß die eigene Versorgungslücke ausfallen könnte, kann sie mit dem Rentenlücken-Rechner von FOCUS online individuell abschätzen:

Rentenlücke: Jeder Fünfte unternimmt nichts zusätzlich fürs Alter

Jeder Fünfte unternimmt bislang aber überhaupt nichts zusätzlich für das Alter. Das zeigt sich ausgerechnet kurz vor einer grundlegenden Reform. Ab 1. Januar 2027 stehen die neuen staatlich geförderten Altersvorsorgeprodukte zur Verfügung. Kernstück ist das Altersvorsorgedepot, mit dem Sparer beispielsweise in Aktienfonds und ETF investieren können. Das Gesetz wurde im Mai 2026 verkündet. Die bisherige Riester-Förderung wird damit umfassend umgebaut.

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Doch viele potenzielle Sparer wissen von der Reform bislang kaum etwas. Laut der Umfrage haben 35 Prozent noch nie vom Altersvorsorgedepot gehört. Rund zwei Drittel fühlen sich darüber nicht ausreichend informiert.

„Viele haben längst das Gefühl: Im Alter wird das Geld knapp“

Thomas Schaufler, Privatkundenvorstand der Commerzbank, sieht darin ein grundsätzliches Problem:

„Viele Menschen haben längst das Gefühl: Im Alter wird das Geld knapp. Gleichzeitig wissen viele nicht, was sie konkret dagegen machen sollen“, sagt der Experte zu Bild.

Dabei müsse Vorsorge aus seiner Sicht nicht erst mit großen Summen beginnen. „Kleine Beträge können für einen jungen Menschen ein guter Anfang sein“, sagt Schaufler. Entscheidend sei, früh zu beginnen und die Sparrate später mit steigendem Einkommen anzupassen.

Gerade bei Jüngeren stößt das neue Modell offenbar auf Interesse. 47 Prozent der 18- bis 25-Jährigen würden nach der Erhebung wahrscheinlich ein Altersvorsorgedepot eröffnen. Bei Familien mit mehreren Kindern sind es 55 Prozent. Fast 60 Prozent der Befragten können sich grundsätzlich monatliche Einzahlungen ab 50 Euro vorstellen.

Schaufler verweist damit auf einen wichtigen Faktor der privaten Altersvorsorge: Zeit. Wer früh regelmäßig investiert, kann länger vom Zinseszinseffekt profitieren. Wer erst wenige Jahre vor dem Ruhestand beginnt, muss für dasselbe Sparziel in der Regel deutlich höhere Beträge zurücklegen. Welche Anlageform geeignet ist, hängt allerdings von Einkommen, Risikobereitschaft und persönlicher Lebensplanung ab.

Wenn die Rente nicht reicht, arbeiten viele weiter

Was eine Versorgungslücke praktisch bedeuten kann, zeigt sich schon heute bei einem Teil der Älteren. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren 2025 13,5 Prozent der Rentner zwischen 65 und 74 Jahren weiterhin erwerbstätig. Fast die Hälfte von ihnen, 49,8 Prozent, arbeitete geringfügig – etwa in einem Minijob.

Die Minijob-Zentrale zählte im Juni 2026 allein im gewerblichen Bereich mehr als 1,2 Millionen Minijobber über 65 Jahre. Für viele ist der Ruhestand damit längst nicht gleichbedeutend mit dem vollständigen Abschied vom Arbeitsmarkt.

Allerdings arbeitet nicht jeder ältere Mensch aus Geldnot weiter. Freude an der Tätigkeit, soziale Kontakte oder der Wunsch, aktiv zu bleiben, spielen ebenfalls eine Rolle.

Finanzielle Gründe sind dennoch bedeutend: Laut einer vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zusatzerhebung nannten 33 Prozent der erwerbstätigen Rentner finanzielle Notwendigkeit als Hauptgrund für ihre weitere Arbeit.

Die Daten zeigen, dass eine Rentenlücke für einen Teil der Älteren keine abstrakte Rechengröße bleibt, sondern dazu führt, auch im Ruhestand weiter eigenes Einkommen erwirtschaften zu müssen.

Die Angst vor der „Mini-Rente“

Auch die verbreitete Angst vor einer „Mini-Rente“ lässt sich nicht einfach am Rentenniveau festmachen. Die Bundesregierung hat das Sicherungsniveau vor Steuern bis 2031 bei 48 Prozent stabilisiert. Dieser Wert bedeutet jedoch ausdrücklich nicht, dass ein Beschäftigter später 48 Prozent seines letzten Gehalts erhält. Das Bundesarbeitsministerium beschreibt damit vielmehr das Verhältnis einer standardisierten Rente nach 45 Beitragsjahren mit Durchschnittsverdienst zum jeweiligen Durchschnittslohn.

Trotzdem bleibt der langfristige Druck auf das System. Der Rentenversicherungsbericht 2025 rechnet nach Auslaufen der Haltelinie mit einem Absinken des Sicherungsniveaus auf 46,3 Prozent bis 2039. Zugleich wurden die gesetzlichen Renten zum 1. Juli 2026 um 4,24 Prozent erhöht.

Das Problem ist deshalb nicht nur die Sorge vor einer kleinen Rente, sondern auch, dass viele ihre eigene finanzielle Lage im Alter gar nicht kennen. Dabei lässt sich die persönliche Situation inzwischen vergleichsweise leicht überprüfen: Über die Digitale Rentenübersicht können gesetzliche, betriebliche und private Ansprüche gebündelt eingesehen werden.

Die Umfrage zeigt damit: Viele Deutsche fürchten heute schon den finanziellen Abstieg im Alter. Die Zahlen der arbeitenden Rentner zeigen zugleich, dass diese Sorge für einen Teil der Bevölkerung längst konkrete Folgen hat.

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