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Nur der Name bleibt deutsch: Der heimliche Job-Exodus

Дата публикации: 07-10-2026 05:18:00

Kosten treiben deutsche Firmen ins Ausland. Eine IW-Studie zeigt, was Deutschland dabei verlieren kann.

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Deutsche Firmen sparen im Ausland – und setzen damit Werke und Jobs in Deutschland unter Druck. Eine IW-Studie zeigt jetzt, was Deutschland dabei verlieren kann.

Jahrzehntelang konnten Auslandsaktivitäten das Geschäft in Deutschland stärken. Nun gewinnen Kostensenkungen als Investitionsmotiv an Gewicht. Was einen Konzern wettbewerbsfähiger macht, kann für heimische Beschäftigte und Zulieferer zum Problem werden.

Kosten treiben deutsche Unternehmen stärker ins Ausland

Nach der vom Auswärtigen Amt geförderten IW-Analyse stieg der Bestand deutscher Direktinvestitionen im Ausland zwischen 2010 und 2024 von rund 832 auf 1689 Milliarden Euro. Grundlage sind Daten der Deutschen Bundesbank. Die USA sind mit 27,3 Prozent das wichtigste einzelne Zielland. Auf die EU-Staaten entfallen zusammen 38 Prozent – auf China 6,5 Prozent.

Allerdings lässt sich aus der Verdoppelung allein keine Abwanderung ablesen. Die Statistik erfasst den Wert bestehender Unternehmensbeteiligungen und konzerninterner Kreditbeziehungen. Auch einbehaltene Gewinne, Bewertungen und Wechselkurse verändern diesen Bestand. Die Summe entspricht deshalb weder den Ausgaben für neue Fabriken noch dem Geld, das Deutschland durch Verlagerungen verloren hat.

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Aussagekräftiger für die aktuelle Standortdebatte sind die Investitionsmotive. Laut einer vom IW ausgewerteten DIHK-Umfrage nennen 41 Prozent der auslandsinvestierenden Industrieunternehmen Kostensenkungen als wichtigsten Beweggrund.

Im Vorjahr waren es 35 Prozent. Damit ist die Kostenersparnis erstmals seit 2008 wieder das meistgenannte einzelne Hauptmotiv. Markterschließung und Vertrieb beziehungsweise Kundendienst kommen zusammen allerdings weiterhin auf 59 Prozent.

„Schrumpfen die Margen, verlagern Unternehmen ihre Produktion verstärkt in Länder mit niedrigeren Löhnen“, sagt IW-Ökonomin Samina Sultan.

Welche Kosten letztlich den Ausschlag geben, lässt sich laut Studie aber nicht eindeutig bestimmen. Die ausgewerteten Befragungen liefern Hinweise auf Belastungen durch Arbeit, Energie und Regulierung, aber keine einheitliche Erklärung.

Seit 2024 verändert sich das Verhältnis zum Heimatstandort

Besonders aufschlussreich ist eine weitere Beobachtung: Bis 2023 wollten Industriefirmen, die im Ausland investierten, meist auch in Deutschland mehr investieren als der Branchendurchschnitt. Internationales Wachstum ging also häufig mit zusätzlichem Engagement zu Hause einher.

Seit 2024 liegen ihre heimischen Investitionsabsichten dagegen etwas unter dem Branchendurchschnitt. Das IW sieht darin einen Hinweis, dass Auslandsinvestitionen zunehmend zulasten des deutschen Standorts gehen könnten. Die Befragung misst allerdings Pläne, keine tatsächlich verlagerten Arbeitsplätze.

Der Unterschied ist wichtig. Denn wer im Ausland einen Vertrieb aufbaut, kann zusätzliche Bestellungen für deutsche Werke gewinnen. Wer dort produziert und lokale Lieferanten nutzt, braucht womöglich aber weniger Waren aus Deutschland.

China wird zur Konkurrenz für deutsche Werke

Besonders kritisch beurteilen die Studienautoren die Entwicklung in China. Dort stiegen die deutschen Direktinvestitionsbestände seit 2010 um 281 Prozent, die deutschen Exporte dagegen nur um rund 67 Prozent. Das könnte dafür sprechen, dass Produktion vor Ort Ausfuhren ersetzt.

Zudem geht es zunehmend um mehr als Produktion für chinesische Kunden. Laut der in der Studie ausgewerteten Befragung der deutschen Auslandshandelskammer produzieren 28 Prozent der befragten Unternehmen in China bereits für den Export.

Damit könnten chinesische Werke deutscher Firmen auch auf anderen Märkten mit dem Standort Deutschland konkurrieren. Verlagert sich zusätzlich Forschung, geraten hochqualifizierte Arbeitsplätze und künftige Innovationskraft unter Druck.

Trumps Zölle lösen bislang keine Investitionswelle aus

Für die USA ergibt sich ein anderes Bild. Zwischen 2010 und 2024 wuchsen deutsche Exporte und Direktinvestitionsbestände parallel. Auch eine breite Investitionsverlagerung infolge von Donald Trumps Zollpolitik lässt sich bislang nicht erkennen: Im ersten Halbjahr 2026 lagen die vorläufigen deutschen Direktinvestitionsflüsse in die USA fast 80 Prozent unter dem Vergleichszeitraum 2024.

Die entscheidende Frage ist deshalb, welche Auslandsaktivitäten Deutschland stärken – und welche heimische Produktion ersetzen. Das IW fordert kostensenkende Reformen.

Bei China müsse die Politik außerdem stärker zwischen den Interessen einzelner Konzerne und denen des deutschen Standorts unterscheiden. Denn deutsche Firmen im Ausland zu fördern, bedeutet nicht automatisch, Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern.

„Hier muss mit neuen Besen ausgekehrt werden“

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