Michael Burry hat BYD vom Beobachtungskandidaten zum Investment gemacht. Entscheidend sind für ihn Kosten, Technologie und ein Vorteil, der langfristig den Unterschied machen könnte.
Michael Burry hat BYD vom Beobachtungskandidaten zum Investment gemacht. Entscheidend sind für ihn Kosten, Technologie und ein Vorteil, der langfristig den Unterschied machen könnte.
Michael Burry hat bei BYD zugekauft – und begründet seine Wette mit einem ungewöhnlich klaren Urteil: Der chinesische Elektroautobauer könnte zum günstigsten Fahrzeughersteller der Welt werden.
Wie „Seeking Alpha“ unter Berufung auf ein Portfolio-Update vom 6. Oktober berichtet, stockte der für seine Wette gegen den US-Immobilienmarkt vor 2008 bekannte Investor seine BYD-Position auf. Wie viele Aktien er kaufte und wie groß die Position inzwischen ist, wurde nicht offengelegt.
Bemerkenswert ist der Zeitpunkt. Noch im September hatte Burry auf eine Frage zu BYD lediglich geantwortet: „Ja, ich beobachte sie.“ Nun ist er investiert und hat offenbar nachgelegt.
In einer früheren Analyse hatte er bereits eine klare Preisvorstellung formuliert: „Ich würde bei 75 HK$ oder darunter aggressiv kaufen, sofern die These zu diesem Zeitpunkt noch Bestand hat.“
Seine Investmentthese stützt sich vor allem auf Kostenführerschaft, vertikale Integration und Technologie. „Dank seines groß angelegten, vertikal integrierten Modells ist BYD potenziell der kostengünstigste Fahrzeughersteller der Welt“, schrieb Burry.
Weil BYD große Teile der Lieferkette selbst kontrolliert, sieht er strukturelle Kostenvorteile gegenüber vielen Wettbewerbern.
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Eine Schlüsselrolle spielt die selbst entwickelte Blade-Batterie auf Basis von Lithium-Eisenphosphat. Burry hebt deren Kosten- und Sicherheitsvorteile gegenüber Nickel-Mangan-Kobalt-Batterien hervor, verweist aber auch auf die geringere Energiedichte. Zusätzlich könnte die internationale Expansion nach seiner Einschätzung die Profitabilität weiter verbessern.
Auch bei der Kapitalrendite ist Burry optimistisch. „Ich glaube, dass BYD heute ein außergewöhnlich gut geführtes und technologisch fortschrittliches Unternehmen ist, und ich gehe davon aus, dass sich seine langfristige Kapitalrendite (ROIC) bei über 10 Prozent einpendeln wird“, schrieb er.
Besonders deutlich wird seine Sicht im Vergleich mit Tesla. Bereits im März verwies Burry darauf, dass BYD trotz deutlich geringerer Marktkapitalisierung einen höheren Umsatz erzielt. Während er die KI-getriebene Rallye insgesamt skeptisch betrachtet, scheint er beim chinesischen Elektroautobauer genau das zu sehen, was ihm anderswo fehlt: Bewertungsspielraum, industrielle Größe und einen möglichen dauerhaften Kostenvorteil.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion
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