Das Weltraumunternehmen SpaceX lässt immer häufiger Raketen starten. Das verbraucht große Mengen Gas. Eine neue Pipeline soll dieses beschaffen.
Das Weltraumunternehmen SpaceX lässt immer häufiger Raketen starten. Das verbraucht große Mengen Gas. Eine neue Pipeline soll dieses beschaffen.
Eine rund 52 Kilometer lange Erdgasleitung durch das US-amerikanische Brevard County soll den Gashunger von SpaceX bedienen. Das so herangeschaffte Gas soll die Startanlagen an der „Space Coast“ versorgen. Laut „Reuters“ hat die SpaceX-Tochter Coastal Connect Services dazu bei der Florida Public Service Commission eine Genehmigung für eine Pipeline erfragt.
Das Wichtigste in Kürze:
Die Pipeline soll einen Durchmesser von um die 40 Zentimeter haben und 52 Kilometer lang sein. Wenn SpaceX seine Pipeline bekommt, wird sie durch Brevard County verlaufen und an das überregionale Netz des Anbieters Florida Gas Transmission angeschlossen werden. So kann es Gas abzweigen und zu den SpaceX-Standorten in Cape Canaveral bringen. Zu den Kosten gibt es Medienberichten zufolge noch keine Angaben.
Aktuell ist es so, dass SpaceX flüssiges Methan als Treibstoff für die Starship-Rakete benutzt und dieses für gewöhnlich per Lkw beschafft. Damit ließe sich der Bedarf nicht mehr ausreichend decken. Für einen einzigen Start seien Hunderte Lkw-Ladungen mit flüssigem Erdgas notwendig – und SpaceX will die Frequenz der Starts erhöhen. Es ist das zweite Mal in nur kurzer Zeit, dass der Weltraumkonzern den Bau einer Pipeline für seine Projekte vorschlägt: In Boca Chica, Texas, soll ebenfalls eine Pipeline entstehen, sofern es nach dem Willen von SpaceX geht.
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Florida City Gas, der ansässige Versorger, hat jedoch Einspruch erhoben. Ein Pipeline-Projekt von SpaceX könnte den Wettbewerb, die Verbraucher und die eigenen Investitionen in der Nähe des Weltraumbahnhofs beeinträchtigen.
Ein Brief des Board of County Commissioners von Brevard County (eine Art Bezirksrat) an die Leitung des Kennedy Space Center zeigt, dass die Politik der Idee von LNG-Pipelines nach Cape Canaveral nicht abgeneigt ist.
In dem Brief sprach sich Thad Altman aus dem Board für eine Pipeline aus, „die das Kennedy Space Center (KSC), die Cape Canaveral Space Force Station (CCSFS) und die gesamte Region der ‚Space Coast‘ versorgt“. Er nannte SpaceX nicht namentlich, gab aber an, dass Brevard County ein „Tor zum amerikanischen Raumfahrtprogramm“ sei. Die Space Coast erlebe durch die kommerzielle Raumfahrt ein erhebliches Wachstum.
„Angesichts dieses anhaltenden Wachstums ist eine angemessene Energieinfrastruktur unerlässlich, um die Dynamik der Region zu bewahren und ihre Position als führender Weltraumbahnhof der Nation zu sichern.“ – Thad Altman
Die Ansiedlung neuer Infrastruktur für LNG sei notwendig, um einen zuverlässigen Zugang zu Kraftstoffen zu gewährleisten und die kritische Infrastruktur zu stärken. Dabei ist zu bedenken, dass Cape Canaveral auf einer Halbinsel liegt. Eine Karte des Gasnetzes von Florida Gas Transmission zeigt einen Lieferpunkt 390 bei Cape Canaveral, aber der befindet sich auf dem Festland. Außerdem dauert ein Pipeline-Bau traditionell eine ganze Weile – unter anderem müssen Machbarkeitsstudien durchgeführt und die Investition geklärt werden.
Abseits der Erdgas-Lieferungen benötigen die Weltraumkonzerne erhebliche Mengen an Stickstoff und Sauerstoff. Hier kommt ein Konzern mit deutschen Wurzeln ins Spiel. Entstanden aus der deutschen Linde AG und dem amerikanischen Praxair-Unternehmen, gilt Linde als einer der großen Profiteure der globalen Weltraum-Bemühungen. Er gewinnt an jedem einzelnen Start – unabhängig davon, ob er erfolgreich ist oder nicht.
2025 hat der Konzern angekündigt, seine Anlage für Industriegase in Mims, Florida, „erheblich“ ausbauen zu wollen. Der Standort soll große Mengen an flüssigem Sauerstoff und Stickstoff für Raketenstarts bereitstellen. Im ersten Quartal 2027 – so der Plan – sollen die zusätzlichen Kapazitäten in Betrieb genommen werden.
Außerdem wollte Linde damals seine „führende Rolle im US-Raumfahrtsektor“ ausbauen und eine Luftzerlegungsanlage in Brownsville, Texas, errichten und betreiben. Anleger, die an der Weltraumwirtschaft teilhaben wollen, ohne direkt in SpaceX zu investieren, haben mit Konzernen wie Linde Alternativen.
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