Trotz anhaltender Angriffe lockern die USA die Russland-Sanktionen. Die Lockerungen sorgen für sinkende Ölpreise.
Die Aussicht auf zusätzliche Öllieferungen aus Russland sorgt für sinkende Preise. Doch Angriffe auf Tanker und Energieanlagen gefährden die globale Versorgung.
Neue Angriffe auf Tanker im Persischen Golf und ukrainische Drohnenattacken auf russische Ölanlagen sorgen hingegen weiterhin für Unsicherheit. Erst am Montagmorgen notiert der Preis für Brent 1,97 Prozent tiefer bei 107,56 US-Dollar je Barrel. Die US-Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) verbilligte sich um 1,84 Prozent auf 97,17 US-Dollar.
Auslöser des Preisrückgangs ist eine Entscheidung von US-Präsident Donald Trump. Am Freitag unterzeichnete er eine Verordnung, mit der wichtige Sanktionen und Zölle gegen Russland vorübergehend ausgesetzt werden.
US-Außenminister Marco Rubio erklärte allerdings, dass Trump bis zu 60 Tage nutzen werde, um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Sanktionen zu bewerten. Wie lange die Lockerungen tatsächlich gelten, bleibt damit unklar.
Die Entscheidung folgt auf eine Vereinbarung zwischen Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über russische Diesellieferungen in die USA und weitere Länder. Noch in diesem Monat sollen zunächst 2,3 Millionen Barrel exportiert werden. Anschließend könnten die monatlichen Lieferungen auf 7,6 Millionen Barrel steigen.
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Die Aussicht auf zusätzliche russische Energielieferungen dämpft zwar die Ölpreise. Analysten bezweifeln jedoch, dass die Maßnahmen die angespannte Versorgungslage nachhaltig verbessern können.
Während Trump versucht, die Ölpreise zu senken, verschärft sich die Lage im Nahen Osten. Iran und mit Teheran verbündete Kräfte greifen weiterhin Handelsschiffe und Öltanker im Persischen Golf, in der Straße von Hormus und im Golf von Oman an.
Die Folgen für den internationalen Ölhandel sind erheblich. Laut Daten des Analyseunternehmens Kpler sanken die Rohöltransporte aus der Golfregion in der vergangenen Woche auf durchschnittlich 8,5 Millionen Barrel täglich. In der Vorwoche waren es noch mehr als 20 Millionen Barrel gewesen. Das entspricht einem Rückgang von mehr als 57 Prozent.
Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch neue ukrainische Angriffe auf russische Energieanlagen. Nach einer massiven Drohnenattacke am Sonntag brachen in einem Ölterminal und einem Lager in St. Petersburg Brände aus.
Das betroffene Ölterminal ist ein wichtiger Umschlagplatz für russische Energieexporte. Nach Angaben von Kpler werden dort täglich rund 120.000 Barrel raffinierte Ölprodukte, überwiegend Heizöl, exportiert.
Von Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion
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