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Die besten Schnäppchen gibt es oft vor Black Friday

Дата публикации: 20-10-2026 15:34:00

Händler bringen sich für Black Friday in Stellung. Viele Schnäppchen gibt es schon Wochen vorher. Wer sparen will, sollte Preise vergleichen.

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Der Black Friday ist erst am 27. November, doch die Rabattschlacht beginnt schon im Oktober. Neue Zahlen zeigen, warum sich frühes Vergleichen lohnt und der Aktionstag nicht immer die besten Deals bietet.

Der Black Friday hat ein Problem: Er findet am falschen Tag statt. Zumindest für alle, die glauben, am 27. November besonders günstig einkaufen zu können. Denn die Jagd nach den besten Angeboten beginnt längst vorher. Und wer auf den offiziellen Rabatttag wartet, könnte die interessantesten Schnäppchen bereits verpasst haben.

Angebotsschlacht hat schon begonnen

Amazon hat die vorweihnachtliche Rabattschlacht in diesem Jahr bereits am 6. und 7. Oktober eröffnet. Bei den sogenannten Prime Deal Days warb der Onlinehändler mit mehr als einer Million Angeboten, darunter Elektronik, Mode und Haushaltsgeräte. MediaMarkt lockte ebenfalls schon Anfang Oktober mit befristeten Aktionen. Der Black Friday liegt da noch sieben Wochen entfernt.

Aus einem einzigen Freitag ist damit eine ganze Verkaufssaison geworden. Händler werben mit Black Weeks, Early-Black-Friday-Angeboten und exklusiven Vorabaktionen. Der November wird zum Dauerverkauf. Und schon im Oktober beginnt das Werben um die Aufmerksamkeit der Kunden.

Verbraucher planen mit Rabatten

Die Verbraucher machen mit. Laut einer Black-Friday-Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC aus dem Jahr 2025 beginnt fast die Hälfte der Befragten frühzeitig mit der Einkaufsplanung. 18 Prozent überlegen bereits im Oktober oder früher, was sie in der Black Week kaufen wollen.

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Dahinter steckt auch ein handfestes wirtschaftliches Interesse der Händler. Je früher sie ihre Kunden zum Kauf bewegen, desto geringer ist das Risiko, dass diese ihr Geld später bei der Konkurrenz ausgeben. Für Verbraucher wird die Sache dadurch komplizierter. Denn die entscheidende Frage lautet nicht mehr nur, welcher Händler am Black Friday den größten Rabatt bietet. Sondern wann ein Produkt tatsächlich am günstigsten ist.

Die besten Angebote warten nicht auf den Black Friday

Wie sehr sich das Einkaufsverhalten verschoben hat, zeigen Zahlen der Schnäppchenplattform mydealz, die FOCUS online vorliegen. Am 20. November 2025, acht Tage vor dem offiziellen Black Friday, veröffentlichten Nutzer dort 5638 neue Angebote. Das war der höchste Tageswert der gesamten Rabattphase. Am eigentlichen Black Friday, dem 28. November, waren es 5099. An gewöhnlichen Tagen Anfang November wurden dagegen lediglich 1300 bis 1800 Angebote eingestellt.

Auch die Diskussionen erreichten ihren Höhepunkt bereits vorzeitig: Am 20. November registrierte die Plattform 26.600 Kommentare statt der üblichen rund 14.000. „Der Black Friday ist längst kein einzelner Tag mehr. Er erstreckt sich über einen ganzen Monat und ist nicht mehr das, was er einmal war“, sagt Alex Kalcin, Marketingchef von Atolls, dem Unternehmen hinter mydealz.

Rabatte allein machen noch kein Schnäppchen

Die Zahlen zeigen, dass sich die Schnäppchenjäger schon lange vor dem offiziellen Verkaufstag in Stellung bringen. Dabei profitieren sie von einer Community, die Angebote nicht nur sammelt, sondern auch bewertet und diskutiert. Die Schwarmintelligenz der Nutzer hilft gerade während der hektischen Rabattwochen, vermeintliche Schnäppchen schnell einzuordnen. Denn ein hoher Rabatt allein sagt noch wenig darüber aus, ob ein Preis tatsächlich gut ist.

Die hohe Zahl der Angebote beweist allerdings nicht, dass die Preise am 20. November tatsächlich am niedrigsten waren. Dafür müssten die Preisverläufe einzelner Produkte verglichen werden.

Nach einer Idealo-Auswertung von mehr als 10.000 Produkten aus rund 1800 Onlineshops waren am Black Friday 2024 zwar 73 Prozent der untersuchten Produkte günstiger als im Oktober. Die durchschnittliche Ersparnis lag aber nur bei sieben Prozent. Bei 59 Prozent der Produkte gab es dagegen an einem anderen Novembertag einen niedrigeren Preis. Wer ausschließlich auf den letzten Freitag im November setzt, schränkt also seine Chancen auf ein gutes Angebot unnötig ein.

Große Rabatte machen die Käufer misstrauisch

Das zweite Problem der immer längeren Rabattsaison: Je häufiger Händler mit Sonderpreisen werben, desto schwieriger wird es, echte Preisvorteile zu erkennen. Gerade deshalb gewinnt die Einschätzung anderer Käufer an Bedeutung. Auf mydealz wurden 2025 nach Angaben des Unternehmens rund 55.000 Angebote von der Community überwiegend negativ bewertet. Nutzer können dort Angebote positiv oder negativ bewerten, auf günstigere Alternativen hinweisen und ihre Erfahrungen in den Kommentaren teilen. So entsteht eine Art kollektiver Preischeck, der besonders dann hilft, wenn wie am Black Friday innerhalb weniger Stunden Tausende Angebote veröffentlicht werden.

Die Einschätzung vieler Nutzer dient dazu, fragwürdige Rabattversprechen schneller zu erkennen. Bei Angeboten mit ausgewiesenen Nachlässen zwischen 50 und 70 Prozent lag der Anteil skeptischer Bewertungen in einer untersuchten Stichprobe bei rund 31 Prozent. Bei moderateren Rabatten waren es etwa 25 Prozent.

Der wahre Preis trügt

Das Misstrauen hat Gründe. Ein Fernseher, der angeblich von 1000 auf 600 Euro reduziert wurde, ist nicht zwangsläufig ein Schnäppchen. Kostete dasselbe Modell wenige Wochen zuvor bereits 650 Euro, beträgt die tatsächliche Ersparnis gegenüber diesem Preis gerade einmal 50 Euro.

Wie problematisch Preisvergleiche sein können, zeigt ein Urteil des Oberlandesgerichts Köln vom Februar 2026. Ein Händler hatte bei einer Black-Friday-Aktion mit 20 Prozent Rabatt geworben. Bezogen auf den niedrigsten Preis der vorherigen 30 Tage betrug der Preisvorteil jedoch nur rund sechs Prozent. Das Gericht beanstandete die irreführende Werbung.

Der Rabatt beginnt schon vor dem Einkauf

Die erfahrensten Schnäppchenjäger verlassen sich ohnehin nicht mehr auf einen einzigen Preisnachlass. Sie kombinieren Händleraktionen mit Gutscheincodes, Cashback und zusätzlichen Vergünstigungen. Cashback-Portale wie Shoop zahlen Kunden bei Einkäufen über teilnehmende Onlineshops einen Teil des Kaufpreises zurück. Wer beispielsweise einen ohnehin reduzierten Fernseher kauft, kann so unter bestimmten Voraussetzungen zusätzlich sparen. Allerdings lassen sich nicht alle Gutscheine und Cashback-Aktionen miteinander kombinieren. Entscheidend sind die jeweiligen Bedingungen.

Auf mydealz stiegen die Erwähnungen solcher kombinierbaren Angebote zwischen 2022 und 2025 um 89 Prozent. Auffällig ist außerdem, dass besonders teure Angebote zunehmend Aufmerksamkeit erhalten. Die Zahl der eingestellten Deals ab 1200 Euro stieg zwischen 2022 und 2025 um 169 Prozent. Sparen bedeutet also längst nicht mehr automatisch, möglichst wenig Geld auszugeben.

So sparen Sie am Black Friday

Wer am Black Friday wirklich sparen möchte, sollte das jetzt vorbereiten: Zunächst lohnt sich eine Liste mit den Produkten, die ohnehin angeschafft werden sollen. Anschließend lässt sich über Preisvergleichsportale verfolgen, wie sich die Preise entwickeln. Preisalarme melden, wenn ein gewünschtes Produkt einen vorher festgelegten Betrag unterschreitet.

Wichtig ist dabei der Vergleich mit dem tatsächlichen Marktpreis und nicht mit der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers. Die Verbraucherzentralen raten dazu, mindestens zwei Preissuchmaschinen zu nutzen.

Wer clever sparen will, fängt früher an

Zusätzlich können die Bewertungen und Kommentare anderer Schnäppchenjäger helfen, ein Angebot einzuordnen. Gerade wenn Händler mit zeitlich begrenzten Rabatten Druck machen, ist ein Blick auf die Erfahrungen anderer Käufer oft aufschlussreicher als die durchgestrichene Preisangabe im Onlineshop. „Im besten Fall steht die Einkaufsliste schon vorher fest, ebenso der Preis, zu dem ein Kauf infrage kommt“, sagt Kalcin.

Die längere Rabattsaison hat für Verbraucher Vorteile. Wer Preise über mehrere Wochen beobachtet, muss sich nicht von einem Countdown oder einer angeblich nur noch wenige Stunden gültigen Aktion unter Druck setzen lassen. Der wichtigste Einkaufstag des Jahres ist damit kein einzelner Tag mehr. Für Händler beginnt der Wettbewerb um das Weihnachtsgeschäft schon Wochen vorher. Für Käufer beginnt die Detektivarbeit noch früher.

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