Schon bei Trumps China-Besuch im Mai begleitete ihn eine Reihe an Tech-Managern. Nun empfängt er Staatspräsident Xi Jinping in Washington ebenfalls im Beisein zahlreicher US-Konzernbosse. Sie wollen bei Handels- und KI-Themen mitreden.
Zum Staatsbankett von US-Präsident Donald Trump (80) für den chinesischen Präsidenten Xi Jinping (73) am Donnerstag im Weißen Haus werden Insidern zufolge zahlreiche hochrangige US-Konzernchefs erwartet.
Neben Meta-Chef Mark Zuckerberg (42) und Pfizer-CEO Albert Bourla (64) stünden unter anderem die Chefs von Amazon, Apple, Alphabet, OpenAI, Dell und Nvidia auf der Gästeliste, hieß es aus mit den Plänen vertrauten Kreisen. Auch JPMorgan-CEO Jamie Dimon (70) und Citigroup-Chefin Jane Fraser (59) würden voraussichtlich teilnehmen.
Teil der Delegation: US-Top-Manager beim Trump-Besuch in China im Mai, zum Beispiel Apples Ex-CEO Tim Cook, Tesla-Chef Elon Musk und Nvidia-CEO Jensen Huang
Foto: Mark Schiefelbein / APTesla-Chef Elon Musk (55) ist den Insidern zufolge ebenfalls beim Staatsbankett dabei. Dieser lobte Xi in einem am Mittwoch ausgestrahlten Interview mit dem chinesischen Staatsfernsehen CCTV als „großartigen Anführer“. Unter Xis Führung habe China enorm floriert, sagte Musk. „Es ist offensichtlich, wenn man einfach nur durch die Straßen geht, dass der durchschnittliche chinesische Bürger wohlhabender wird.“
Das Treffen in Washington ist der zweite Gipfel der Staatschefs der beiden weltgrößten Volkswirtschaften in diesem Jahr. Dabei geht es um eine Stabilisierung der Beziehungen, die unter anderem durch Streitigkeiten über Handel, Taiwan, den Iran und künstliche Intelligenz (KI) belastet sind und zugleich wirtschaftlich eng verflochten sind.
Viele Investoren stecken ihr Geld in Unternehmen auf beiden Seiten. Chinesische Technologieunternehmen heuern regelmäßig US-Banken als Konsortialführer für Finanzierungsrunden oder Börsengänge an. Gleichzeitig kaufen sich Fonds aus der Volksrepublik bei US-Technologiefirmen ein.
Die Rivalität verstärke das Interesse an den Unternehmen aus dem jeweils anderen Staat, weil sie voraussichtlich auf eine Spaltung der Technologie-Welt hinauslaufe, erläutert James Buckley-Thorp, Gründer und Chef des KI-Entwicklers Atlian. „Es wird zwei Internet-Welten geben, zwei Software-Ökosysteme und zwei Regelwerke.“ Ein Portfolio müsse beide Sphären abdecken. Dabei vertrauten die Investoren darauf, dass die Politik wegen des technologischen Systemwettstreits auf eine strengere Regulierung der Branche verzichten werde. US-Präsident Trump lehnt eine Verschärfung der gesetzlichen Bestimmungen ab, weil dies China in die Hände spiele.
Weltweit diskutieren Experten, ob der Menschheit die Kontrolle über KI zu entgleiten droht und sie vor ihrer Auslöschung steht. Auslöser der Debatte sind entsprechende Warnungen von KI-Entwicklern aus den USA. Aus China kamen bislang kaum Wortmeldungen zu diesem Thema. US-Finanzminister Scott Bessent (64) hat nach eigenen Angaben mit dem chinesischen Vize-Ministerpräsidenten He Lifeng (71) über die Einrichtung eines KI-Dialogs beraten. Dieser solle unter anderem dazu dienen, einander vor Gefahren zu warnen.
Politisch sind die finanziellen Verflechtungen ebenfalls von Vorteil, betonen Experten. Keine der beiden Seiten habe Interesse daran, dass die aktuellen Spannungen eskalieren. Das geplante Treffen zwischen Trump und dem chinesischen Staatspräsidenten Xi könnte sogar zu einer Verbesserung der Beziehungen beitragen, sagt Fred Hu, Gründer und Chef der Beteiligungsgesellschaft Primavera. Experten gehen davon aus, dass die beiden Staaten ihren Burgfrieden im Handelsstreit verlängern werden.
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Auf Investorenebene werden die Beziehungen zwischen den USA und der Volksrepublik täglich enger: Dem Datenanbieter LSEG zufolge haben Investmentbanken wie Goldman Sachs, Morgan Stanley oder JPMorgan seit Jahresbeginn chinesische Technologieunternehmen bei der Beschaffung von 17,2 Milliarden Dollar an Kapital federführend begleitet. Hierzu zählten die Börsendebüts des KI-Entwicklers MiniMax und von Victory Giant, einem Anbieter von Leiterplatten für KI-Server. Die Wall Street mache „auf beiden Seiten des Kalten Krieges Kasse“, sagt Atlian-Chef Buckley-Thorp.
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