Volkswagen steckt in der Krise und bekommt vermehrt Gegenwind für seine Sparpläne. In Zwickau kommt es zum Protest gegen die Geschäftsführung, die IG Metall kritisiert den geplanten Stellenabbau bei der Softwaretochter Cariad.
„Die Menschen erwarten zu Recht Verlässlichkeit und vor allem eine belastbare Perspektive für ihre Zukunft“, erklärte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende des Fahrzeugwerks Zwickau, Mike Rösler. „Die Kolleginnen und Kollegen leisten seit Monaten enorm viel, zeigen maximale Flexibilität und tun alles dafür, unsere Ziele am Standort zu erreichen.“ Umso größer sei das Unverständnis über die Kündigung der Tarifverträge durch das Unternehmen. Der Protest bei der Betriebsversammlung zeige, wie groß der Frust und die Enttäuschung bei den Beschäftigten inzwischen seien.
Den Angaben zufolge haben am Vormittag rund 3000 Beschäftigte an der Versammlung teilgenommen. Laut Betriebsrat wurde sie kurz nach 13 Uhr ausdrücklich nicht geschlossen, sondern nur unterbrochen. Damit behalte man sich die Option vor, sie bei Bedarf zeitnah fortzusetzen, hieß es.
Die IG Metall kündigte außerdem Widerstand gegen den geplanten Stellenabbau bei der Volkswagen-Softwaretochter Cariad an und droht mit Arbeitskampfmaßnahmen. „Mit einem solchen Kahlschlag führt das Management Cariad nicht in eine bessere Zukunft, sondern direkt ins Aus“, sagte Jan Otto, Bezirksleiter bei der IG Metall für Berlin-Brandenburg-Sachsen, am Donnerstag. Die Softwaretochter brauche eine technologische und organisatorische Zukunftsausrichtung und kein Sterben auf Raten. Die Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Berlin Ines Beeck sagte, bei Cariad fehle es nicht an Kompetenz, Innovation oder Einsatzbereitschaft der Beschäftigten. „Es fehlt an einem Management, das diese Stärken in wirtschaftlichen Erfolg umsetzen kann.“