Komplex, motivierend und erstaunlich konsolentauglich: „Transport Fever 3“ funktioniert auf der PS5 Pro überraschend gut. Nur Grafik und Menüführung zeigen klare Kompromisse.
Komplex, motivierend und erstaunlich konsolentauglich: „Transport Fever 3“ funktioniert auf der PS5 Pro überraschend gut. Nur Grafik und Menüführung zeigen klare Kompromisse.
„Transport Fever 3“ verlangt viel vom Spieler. Wir bauen Straßen und Schienen, verbinden Städte, transportieren Menschen und errichten immer komplexere Warenketten. Dass das alles mit einem Controller funktioniert, ist zunächst die größte Überraschung.
Ganz so bequem wie mit Maus und Tastatur spielt es sich trotzdem nicht. Vor allem beim exakten Gleisbau oder in umfangreichen Untermenüs fehlt manchmal die Präzision. Wer einmal zu weit klickt, landet mitunter wieder am Anfang einer Liste. Nach etwas Eingewöhnung funktioniert die Bedienung aber erstaunlich gut.
Damit reiht sich „Transport Fever 3“ in Spiele wie „Crusader Kings 3“, „Tropico 6“ oder „Anno“ ein: Komplexe Simulationen können auch auf der Konsole funktionieren.
Im freien Spiel starten wir je nach Einstellung bereits um 1900. Zunächst sind die Städte klein und ihre Bedürfnisse überschaubar. Wir transportieren Bewohner, Rohstoffe und Waren per Kutsche, Bus, Lkw, Zug, Schiff oder Flugzeug. Später werden die Produktionsketten deutlich komplexer. Für Möbel muss etwa erst Holz zur Industrie gelangen, bevor die fertige Ware in die Stadt transportiert werden kann.
Genau hier entfaltet das Spiel seinen größten Reiz. Immer neue Strecken greifen ineinander, Städte wachsen sichtbar und aus einer zunächst leeren Karte entsteht nach und nach ein dichtes Verkehrsnetz.
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Auch nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten funktioniert das Gameplay gut. Gerade zu Beginn muss das Geld zusammengehalten werden, teilweise helfen Kredite aus. Später entsteht zwar ein finanzielles Polster, teure Tunnel oder neue Infrastruktur bleiben aber relevante Entscheidungen.
Mit den Jahren kommen modernere Fahrzeuge hinzu. Züge, Busse oder Lastwagen werden schneller, größer und effizienter. Das verbessert bestehende Routen spürbar und gibt regelmäßig Anlass, das eigene Netz zu überarbeiten.
Auch die Regionen verändern die Planung. Berge machen Tunnel teuer, Wasser erzwingt andere Verkehrswege und zusätzliche Übergabepunkte können nötig werden.
Die Kampagne nutzt solche Unterschiede für abwechslungsreiche Aufgaben. In einem Szenario geht es etwa um eine Bahnverbindung zwischen der Schweiz und Italien und die Erschließung von Zermatt. In einer Wüstenmission muss die Route dagegen so geplant werden, dass Lkw keinen Schaden nehmen.
Tutorial und Kampagne erklären viele Mechaniken ordentlich. Ganz ohne Trial and Error geht es trotzdem nicht. Daraus entsteht allerdings eine motivierende Lernkurve, wenn man Zeit und Lust mitbringt.
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Technisch funktioniert die PS5-Pro-Version insgesamt gut. Größere Performance-Probleme fielen im Test kaum auf. Im Vergleich zu einem leistungsfähigen PC wirkt die Grafik allerdings weniger detailreich. Einige Elemente werden erst sichtbar, wenn wir näher heranzoomen. Das Spiel sieht trotzdem gut aus, besonders wenn Städte wachsen und immer mehr Fahrzeuge durch die selbst gebaute Welt fahren.
Einzelne Fehler gab es ebenfalls. Einmal ließ sich ein Gleisabschnitt erst nach Speichern und Neuladen fertigstellen. Solche Probleme blieben jedoch selten.
„Transport Fever 3“ ist kein Spiel zum gedankenlosen Nebenherzocken. Mit jeder neuen Strecke wächst auch die Zahl möglicher Fehler.
Fehlt beispielsweise nach der Umstellung auf elektrische Züge an einem kleinen Abschnitt die Oberleitung, muss die Ursache erst gefunden werden. Die Informationen dafür liefert das Spiel meist zuverlässig. Etwas Geduld und Lust am Tüfteln gehören trotzdem dazu. Genau darin liegt die Langzeitmotivation. Eine Stadt wachsen zu sehen, neue Fahrzeuge einzusetzen und ein zunächst chaotisches Netz immer weiter zu optimieren, bleibt befriedigend.
„Transport Fever 3“ funktioniert auf der PS5 Pro besser, als man es bei einer derart komplexen Wirtschaftssimulation erwarten könnte. Die Controller-Steuerung braucht Eingewöhnung und grafisch bleibt die Konsolenfassung wenig überraschend hinter leistungsfähigen PCs zurück.
Dafür überzeugen Wirtschaftssystem, Städtewachstum und die immer komplexer werdenden Verkehrs- und Warenketten. Wer gerne tüftelt und optimiert, bekommt eine Simulation mit ordentlich Langzeitmotivation. Einsteiger müssen allerdings Geduld mitbringen.
Wertung: 4 von 5 Flughäfen.
„Transport Fever 3“ erscheint am 29. September 2026 für PlayStation 5, Xbox Series X|S sowie PC, Mac und Linux. Getestet wurde auf der PlayStation 5 Pro.
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