Wie viel Macht geben Urlauber der KI? Nur 44 Prozent lassen sie die Reiseroute planen – und bei persönlichen Daten ziehen viele eine deutliche Grenze.
Stand: 21.10.2026, 15:02 Uhr

Wie viel Macht geben Urlauber der KI? Nur 44 Prozent lassen sie die Reiseroute planen – und bei persönlichen Daten ziehen viele eine deutliche Grenze.
London – Über künstliche Intelligenz (KI) und ihre Einsatzmöglichkeiten wird in nahezu jeder Branche diskutiert. Das Spektrum reicht von Gesundheit und Verkehr über Banken bis zur Kunst. Auch die Reisebranche bleibt davon nicht unberührt. Wer heute einen Urlaub plant, stößt fast zwangsläufig auf KI – etwa in automatischen Übersichten, Chatbots oder sogar bei Reise-Influencern.
Content-PartnerschaftDieser Artikel von Dianne Apen-Sadler entstand in Kooperation mit Euronews
Viele Menschen nutzen die Technologie gern. Doch die Bereitschaft hat Grenzen: Nur 44 Prozent der Reisenden würden einer KI die komplette Planung ihrer Reiseroute überlassen. Das zeigt eine Umfrage des Hotelsoftware-Anbieters Mews. Das Unternehmen befragte 3.250 Touristinnen und Touristen in Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Spanien, Schweden, dem Vereinigten Königreich und den USA.
Laut der Erhebung setzen Reisende KI vor allem ein, um Hotelpreise zu beobachten; 63 Prozent nutzen sie dafür. Häufig ist auch der Einsatz für spontane Übersetzungen, den 56 Prozent der Befragten angeben.
Daten für personalisierte Reise-Angebote nutzenEine der stärksten Seiten von KI ist ihr Umgang mit Daten. Sie kann viele Quellen gleichzeitig auswerten und so schnell ein vollständiges Bild erstellen. In der hart umkämpften Reisebranche bedeutet das vor allem: Angebote lassen sich gezielt personalisieren. Wenig überraschend stehen viele Reisende dem kritisch gegenüber, wenn Hotels ihr Online-Verhalten oder Social-Media-Daten auswerten. Nur 43 Prozent würden der Nutzung von Verhaltensdaten zustimmen, 34 Prozent der Auswertung ihrer sozialen Netzwerke.
Deutlich akzeptierter ist der Einsatz von KI bei Angaben, die sie bewusst machen. 61 Prozent befürworten die Nutzung ihrer angegebenen Vorlieben, 56 Prozent die Auswertung früherer Aufenthalte. Die Offenheit gegenüber KI unterscheidet sich je nach Land. Italienische Reisende sehen ihre Rolle in fünf Jahren besonders optimistisch: 51 Prozent bewerten sie positiv, im Schnitt sind es 39 Prozent. In Spanien ist die allgemeine Haltung gegenüber KI am freundlichsten, dort äußern sich 58 Prozent positiv.
Technologie im Dienst menschlicher Gastfreundschaft„Intelligente Technologie ist großartig. Doch zunächst müssen wir verstehen, ob Gäste eine Aufgabe komplett abgenommen bekommen wollen oder selbst Teil davon sein möchten. Wenn wir das verfehlen, wirkt selbst gute KI schnell aufdringlich“, sagte Josef Starýchfojtů, Chief Product and Technology Officer (CPTO) bei Mews. „Wir entwickeln für eine menschliche Gastfreundschaft: Technologie übernimmt die mühsame, repetitive Verwaltung, und die Teams im Hotel haben mehr Zeit für ihre Gäste.“