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Taxi-Festpreis in Hamburg: Studie enthüllt unglaubliche Umsatz-Wende durch neuen Tarif

Дата публикации: 21-10-2026 13:11:25

Wer in Hamburg per App ein Taxi bucht, kennt den Preis vorab. Eine Studie zeigt nun, wer von den Tarifkorridoren profitiert – und für wen sich nichts ändert.

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Taxi-Festpreis in Hamburg: Studie enthüllt unglaubliche Umsatz-Wende durch neuen Tarif

Stand: 21.10.2026, 15:11 Uhr

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Taxis warten an einem Bahnhofsvorplatz auf Fahrgäste.

Wer in Hamburg per App ein Taxi bucht, kennt den Preis vorab. Eine Studie zeigt nun, wer von den Tarifkorridoren profitiert – und für wen sich nichts ändert. (Symbolbild) © Winfried Rothermel/Imago

Wer in Hamburg per App ein Taxi bucht, kennt den Preis vorab. Eine Studie zeigt nun, wer von den Tarifkorridoren profitiert – und für wen sich nichts ändert.

Wer in Hamburg per App ein Taxi bestellt, kennt den Preis schon vor der Fahrt. Seit Februar 2025 gibt es diesen Festpreis, ab Oktober 2025 durften Vermittler davon abweichen. Eine Studie zeigt nun, was das gebracht hat und für wen. Grundlage der Studie sind 5,5 Millionen Einzelfahrten aus dem amtlichen Meldeverfahren.

Die Autoren Michael Hoffmann, Andreas Knie und Anke Schmidt rechnen vor: Unter dem einseitigen Korridor lag der Nettoumsatz je Fahrzeug und Tag 19,5 Prozent über dem Taxameterpreis, unter dem beidseitigen Korridor 22,3 Prozent. Gegenüber dem heute geltenden Festpreis sind es 10,6 beziehungsweise 14,2 Prozent. Der Festpreis allein brachte gegenüber dem Taxameter 9,0 Prozent mehr Umsatz.

Taxi-Studie: Größte Hamburger Vermittlungszentrale macht nicht mit

Unter dem beidseitigen Korridor sank der Nettopreis je Fahrt auf 22 Euro. Die Zahl der Fahrten je Fahrzeug und Tag stieg dagegen von 12,80 auf 15,11. Ein Teil der zusätzlichen Fahrten kam aus dem Geschäft am Halteplatz, rund zwei Drittel gelten als zusätzliche Nachfrage. Die Vermittler nutzten insbesondere den Abschlag: Die Untergrenze wurde zu rund vier Fünfteln ausgeschöpft, die Obergrenze kaum.

Von den 1.801 Taxenunternehmen in Hamburg haben 1.507 nur ein Fahrzeug. Für sie lässt sich kein Umsatzeffekt nachweisen. Der Zuwachs entstand überwiegend bei Mehrwagenbetrieben. Ein Grund: Von 136 regelmäßig meldenden Einwagenfahrzeugen hatten 33 im Erprobungszeitraum keine einzige vermittelte Fahrt.

Hansataxi, Hamburgs größte klassische Vermittlungszentrale, machte bei dem Test nicht mit. Vorstand Jan Weber sagte dem Hamburger Abendblatt, Kunden wollten „einen verlässlichen Preis und keine Tagesschwankungen, die vom Wetter abhängig sind“. Die Hamburger Morgenpost hatte bemängelt, Festpreisfahrten seien in der Regel teurer als Taxameter-Fahrten (Taxi Times). Anders als in Berlin und München gab es in Hamburg zunächst keinen Tarifkorridor. Die Genehmigungsbehörde argumentierte, ein Taxi müsse stets kostendeckend fahren.

Blick ins Umland: Was die Hamburger Festpreise für Niedersachsen bedeuten

Auch im Hamburger Umland und im ländlichen Niedersachsen wird die Debatte um flexible Tarife und Fahrdienst-Konkurrenz aufmerksam verfolgt. Während in der Hansestadt über Tarifkorridore experimentiert wird, stehen klassische Taxiunternehmen in den Nachbarkreisen und im Weser-Ems-Gebiet unter zunehmendem Druck durch Mietwagenvermittler wie Uber.

Branchenvertreter wie Günter Schweers vom Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) warnen davor, dass die behördliche Tarifpflicht die ländliche Mobilität und den unverzichtbaren Schüler- und Krankentransport sichern müsse, während Plattformen vorrangig auf lukrative Stoßzeiten setzen. Gerade für Pendler auf den Achsen zwischen Niedersachsen, Bremen und Hamburg gewinnen verlässliche und transparente Preismodelle für die letzte Meile weiter an Bedeutung.

Grenzen der Taxi-Studie: Kosten der Betriebe offen

Die Studie hat selbst Grenzen. Sie misst den Umsatz, aber nicht den Gewinn, und lässt die Kosten der Betriebe offen. Ein erheblicher Teil des Tageszuwachses entstand durch längeren Einsatz: Je Arbeitsstunde lag der Zuwachs unter dem beidseitigen Korridor bei 6,2 Prozent. Zudem änderte sich am 1. Februar 2025 zugleich der Taxitarif. Beides kann nicht getrennt werden.

Die Erprobung neuer Tarifformen war auf 24 Monate begrenzt und läuft Ende Januar aus. Zum 1. Februar 2027 benötigt Hamburg eine neue Verordnung. Verkehrssenator Anjes Tjarks sagt: „Auf dieser Grundlage können Taxipreise flexibler und nachvollziehbar zum Vorteil von Fahrgästen und Taxenunternehmen geregelt werden.“ Darüber will die Behörde nun mit dem Gewerbe sprechen. (rd)

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