Nach schweren Ausschreitungen in Frankreich tauchen mutmaßlich geplünderte Waren auf Online-Marktplätzen auf. Jetzt verschärft Vinted seine Kontrollen und entfernt verdächtige Inserate.

Am 17. Oktober wurden zahlreiche Geschäfte in Frankreich geplündert. Jetzt geht Vinted gegen Angebote vor, die damit in Verbindung stehen könnten.
Foto: Carl Court / Getty Images
Nach schweren Ausschreitungen in Frankreich tauchen mutmaßlich geplünderte Waren auf Online-Marktplätzen auf. Jetzt verschärft Vinted seine Kontrollen und entfernt verdächtige Inserate.
Am 17. Oktober 2026 eskalierten in Frankreich landesweite Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten und den Zustand öffentlicher Dienste. Es kam zu gewaltsamen Ausschreitungen, Auseinandersetzungen mit der Polizei und Plünderungen von Geschäften. Betroffen waren
laut Reutersunter anderem Luxusmarken und Händler wie Louis Vuitton, Rolex und Sephora.
Kurz darauf stieg die Anzahl der im Internet angebotenen Luxuswaren steil an. Der Verdacht lag nahe, dass viele davon aus den geplünderten Geschäften stammen. Damit gerieten Online-Marktplätze wie Vinted in den Fokus der französischen Behörden. Dass sämtliche verdächtigen Artikel Diebesgut sind, ist allerdings nicht belegt.
Vinted verschärft seine KontrollenVinted reagierte nach eigenen Angaben unmittelbar auf die verdächtigen Angebote. Das Unternehmen habe seit dem Wochenende Maßnahmen ergriffen, um Inserate zu identifizieren und zu entfernen, die mutmaßlich mit den Plünderungen in Verbindung stehen. Gleichzeitig erhöhte die Plattform die Kontrollen auffälliger Anzeigen. Der Verkauf gestohlener Waren ist bei Vinted verboten. Bei Regelverstößen droht Verkäufern schlimmstenfalls die dauerhafte Sperrung ihres Kontos.
Das Unternehmen arbeitet nach eigenen Angaben eng mit den französischen Behörden wie der Polizei zusammen. Zur Erkennung verdächtiger Angebote setzt es unter anderem auf Meldungen von Händlern und Nutzern sowie weitere Kontrollen. Wie viele Anzeigen Vinted bislang entfernt hat, teilte der Marktplatz nicht mit.
Frankreich erhöht den DruckInzwischen beschäftigt der Fall auch die französische Regierung. Frankreichs Handelsminister Serge Papin lud Betreiber der Online-Marktplätze Vinted, Amazon, Ebay, Leboncoin, Meta und TikTok zu einem Treffen ein, um mit ihnen über die geplünderten Waren zu sprechen, die nach den Ausschreitungen angeboten wurden. Dabei verpflichteten sich die Händler, gegen solche Angebote vorzugehen.
Auch in Italien kam es zu Unruhen und Plünderungen von Luxusgeschäften. Ob Vinted dort ebenfalls einen Anstieg verdächtiger Angebote festgestellt hat, ließ das Unternehmen offen. Klar ist dagegen: Die Plattform muss nach den Plünderungen nicht nur verdächtige Inserate schnell erkennen und entfernen, sondern steht dabei auch unter wachsender Beobachtung der Behörden.
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