In einem Wiener Bezirk sollen Hundebesitzer den Urin ihrer Tiere künftig mit Wasser wegspülen. Die Massnahme soll Stadtbäume schützen.
In einem Wiener Bezirk sollen Hundebesitzer den Urin ihrer Tiere künftig mit Wasser wegspülen. Die Massnahme soll Stadtbäume schützen.
Im Wiener Bezirk Neubau leben etwa 600 Hunde, die täglich Gassi geführt werden und ihr Geschäft verrichten müssen. Die meisten Hundehalter haben einen Hundekotbeutel dabei, um die Wiese sauber zu hinterlassen. Nun sollen sie sich auch noch um den Urin ihrer Schützlinge kümmern.
Seit dem 12. Oktober können Hundebesitzer im Bezirksamt eine kostenlose „Flasche zum Beutel“ abholen, um den Urin ihrer Tiere beim Gassigehen wegzuspülen. Die Flaschen werden ausgegeben, solange der Vorrat reicht.
Mit dem Pilotprojekt „Schönes Gassi“ sollen die Stadtbäume geschützt werden, da Hundeurin die Rinde von Jungbäumen angreifen, die Schutzschicht schwächen und das Eindringen von Krankheitserregern oder Pilzen begünstigen kann.
Eine ähnliche Regelung gilt seit Mitte August laut „Swiss Info“ auch im Schweizerischen Chiasso. Dort müssen Hundehalter den Urin mit normalem Wasser verdünnen, nachdem sich Anwohner über starke Gerüche beschwert hatten, die durch Hitze und Trockenheit verstärkt wurden.
Wer in Chiasso gegen die Vorschrift verstößt, wird beim ersten Mal verwarnt. Bei weiteren Verstößen droht eine Busse von 100 Franken. Die Meinungen zur Regelung gehen auseinander: Während einige darin einen sinnvollen Beitrag zum Schutz von Bäumen und zur Sauberkeit sehen, halten andere die Pflicht für übertrieben oder im Alltag umständlich.
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Neben Chiasso ist auch in bestimmten europäischen Städten das Nachspülen von Hundeurin ibereits Pflicht und bei Verstößen drohen Bußgelder. Barcelona etwa führt mit der aktualisierten „Ordenanza de Convivencia“ Bußgelder von bis zu 300 Euro für nicht nachgespülten Hundeurin ein. Almería verankerte die Wasserpflicht bereits 2020 in der örtlichen Verordnung. Auch italienische Kommunen wie Livorno haben 2026 entsprechende Satzungen erlassen.
In Deutschland gibt keine bundesweite oder allgemeine kommunale Verordnung, die das Nachspülen von Hundepipi auf der Straße oder an Bäumen vorschreibt. Geregelt ist meist nur das Einsammeln von Hundekot über örtliche Satzungen.
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