Ist der UBZ in Wattweiler seinen Winterdienst-Pflichten nicht nachgekommen? Diesen Vorwurf von Ortsvorsteher Körner kontert der gescholtene Umweltbetrieb deutlich. Am kommenden Montag könnte es im Wattweiler Ortsbeirat emotional werden.
Zweibrücken/Wattweiler · Ist der UBZ in Wattweiler seinen Winterdienst-Pflichten nicht nachgekommen? Diesen Vorwurf von Ortsvorsteher Körner kontert der gescholtene Umweltbetrieb deutlich. Am kommenden Montag könnte es im Wattweiler Ortsbeirat emotional werden.
16.10.2026 , 20:57 Uhr
Im Januar 2026 war Wattweiler nach dem Wintereinbruch laut Ortsvorsteher Thomas Körner in argen Nöten. Nach zwei Verkehrsunfällen hätten die Retter ihre liebe Mühe und Not gehabt, jeweils zu Hilfe zu kommen, weil die Straßen so glatt gewesen seien. Körner erklärte in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats, es hätten sich in Wattweiler Szenen wie im „Bergdoktor“ abgespielt. Diese Aufnahme stammt vom Ortsvorsteher selbst.
Foto: Thomas KörnerAm Montag, 19. Oktober, 18.30 Uhr, können die Bürger von Wattweiler getrost den Fernseher in ihrer guten Stube auslassen. Spannender dürfte es dann wohl im Dorfgemeinschaftshaus an der Bliestalstraße zugehen, wenn dort sozusagen ein „Bergdoktor spezial“ laufen wird.
Zur Erinnerung: Die oft dramatischen Rettungsszenen in der Fernseh-Serie „Bergdoktor“ hatte Wattweiler Ortsvorsteher Thomas Körner (FWG) in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates in Erinnerung gerufen, um deutlich zu machen, wie ernst es im vergangenen Winter in seinem Dorf gewesen sei.
Wie der Merkur ausführlich berichtet hatte, hatte Körner geklagt, dass es Anfang 2026 zu zwei Noteinsätzen in Wattweiler gekommen sei. Nach starkem Schneefall, lautete sein Vorwurf, hätten die Helfer ihre liebe Mühe und Not gehabt, den Einsatz gefahrenlos über die Bühne zu bringen.
Körner kritisierte, dass der UBZ (Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken) aufgrund nicht geräumter Straßen dafür mit Verantwortung trage; in der nächsten Sitzung des Ortsbeirates möge sich ein Vertreter des UBZ hierzu bitte erklären. Solche Straßenverhältnisse dürfe es im kommenden Winter in Wattweiler nicht mehr geben.
Nicole Hartfelder, Chefin des Zweibrücker Umweltbetriebs und Steffen Mannschatz, Leiter des Baubetriebshofs, weisen die Vorwürfe Körners auf Anfrage unserer Zeitung mit entschiedenen Worten zurück. Mannschatz sagt gar, der Ortsvorsteher habe „Quatsch“ erzählt.
Mannschatz erläutert: „Es gibt für den Winterdienst eine Prioritätenplanung.“ In der Priorität Nummer eins würden „gefährliche und verkehrswichtige“ Straßen angefahren; Priorität zwei seien dann andere Straßen, etwa Seitenstraßen. „Die Touren sind festgelegt“, verdeutlicht er, dass es hier keine Willkür gebe. Ferner reagiere der UBZ ad hoc in Winternächten auf Anforderungen von Rettungsdiensten. Wenn diese morgens um zwei oder drei Uhr beim Winterdienst des UBZ anriefen und sagten, die Straßen seien glatt, rücke das Räumfahrzeug in einem solchen Fall gesondert aus.
Man brauche halt in solchen spontanen Anforderungsfällen eine gewisse Zeit, vielleicht 30 Minuten, bis das Räumfahrzeug vor Ort sei.
Mannschatz: „Wenn der Rettungsdienst irgendwo mal nicht ankommt, dann rufen die an. Und dann reagieren wir.“
Ebenso reagiere man, wenn die Feuerwehr anrufe und sage, sie fahre zu einem Einsatz, es seien gerade fünf oder sechs Grad minus, im Rahmen des Einsatzes werde Wasser auslaufen – der UBZ möge bitte vor Ort streuen. „Dann fahren wir raus. Da hat es noch nie irgendwelche Probleme gegeben. Da haben wir noch nie gesagt, dass wir nicht kommen würden. Nie.“
UBZ-Chefin Hartfelder sagt, die Kritik aus Wattweiler stoße ihren Mitarbeitern vor den Kopf. „Es ist für unsere Leute manchmal schon ärgerlich. Unsere Mitarbeiter beginnen bereits morgens um drei, vier Uhr mit den Kontrollfahrten, dann geht es mit der Räumung los.“ Mitten in der Nacht bemühe sich der Winterdienst, die wichtigsten Straßen freizubekommen.
Sicher müsse man differenzieren. „Natürlich kann der Vorort, in diesem Fall Wattweiler, nicht so gereinigt sein wie beispielsweise die Steinhauser Straße in Zweibrücken“, bittet Hartfelder um Verständnis. „Genau deswegen gibt es ja die Prio-Liste.“
In dieser Liste seien sehr wohl auch Wattweiler Straßen, betont Mannschatz. Und nennt die Hauptstraße durch das Dorf, die Bliestalstraße; ferner seien auch Marktsteige und Raulstein in der Liste.
Mannschatz sagt, aufgrund des „ganz klaren Ansatzes“, dass der Winterdienst sich um verkehrswichtige und gefährliche Straßen zu kümmern habe, müsste der Winterdienst in Zweibrücken eigentlich „maximum drei oder vier Straßen räumen“. Und nennt auf Nachfrage die Steinhauser Straße, die Gottlieb-Daimler-Straße, die Hofenfelsstraße und die Homburger Straße.
Und in ganz Wattweiler müsste aufgrund des Grundsatzes „verkehrswichtig und gefährlich“ lediglich die Bliestalstraße geräumt werden. „Das andere ist nicht verkehrswichtig. Ob ich in den Schulacker reinkomme und Am Raulstein reinkomme – das ist dem Bürger seine Sache. Da muss er sich Winterreifen holen und auch einmal vorstreuen“, macht er unmissverständlich klar.
Mannschatz, der außerhalb von Zweibrücken wohnt, ergänzt: In dem kleinen Ort, in dem er wohne, könne man froh sein, wenn im Winter zur Mittagszeit vielleicht e i n e Straße geräumt sei.
Hartfelder verdeutlicht: Es gebe Winter, die seien von starkem Schneefall geprägt, der vielleicht den ganzen Tag anhalte. Da könnten auch die Helfer des UBZ nicht überall räumen. „Was sollen wir in solchen Fällen machen?“, fragt sie. Und appelliert: „Mit manchen Dingen muss man einfach leben.“
Der UBZ halte aus dem Grund Streuboxen vor, auch in Wattweiler; die Bürger könnten auch mal selbst „vorstreuen“, sich selbst helfen.
Hartfelder und Mannschatz erklären, dass ein Vertreter des UBZ der Einladung des Wattweiler Ortsbeirates folgen und am Montag, 19. Oktober, um 18.30 Uhr die Sitzung des Gremiums besuchen werde. Dann soll den Wattweiler Räten die Prioritätenliste vorgestellt und verdeutlicht werden, dass es auch künftig in dem Dorf nach starkem Schneefall vorwiegend nur auf bestimmten Strecken zu Räumungseinsätzen kommen könne. Es bleibt abzuwarten, wie die Räte auf diese Information reagieren werden.
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