Die neue Konjunkturprognose der Bundesregierung macht Hoffnung – nur nicht, wenn man genauer hinschaut. Aus drei Gründen trügen die neuen Wirtschaftszahlen.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU): Hoffnungsvolle Prognose – vor allem dank Sondereffekten. Foto: Michael Kappeler/dpa
Berlin. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) durfte am Dienstag endlich einmal Hoffnung machen. Im Kanzleramt hat er die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft zu einem Gespräch getroffen.
Die Präsidenten und Hauptgeschäftsführer der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) konnte der Kanzler hoffnungsvoll auf den kommenden Donnerstag verweisen.
Da wird Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) die neue Konjunkturprognose der Bundesregierung vorstellen. Nach Jahren der Stagnation stellt sich in Deutschland endlich wieder ein Aufschwung ein. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird nach Handelsblatt-Informationen laut der Regierungsprognose dieses Jahr um 1,3 Prozent wachsen, nächstes Jahr um 1,1 Prozent.
Produktionspotenzial mehr als halbiertDie Exporte laufen erstaunlich gut, sie nehmen um 3,7 Prozent und 2,1 Prozent zu. Die hohen Staatsausgaben für Verteidigung und Infrastruktur tragen den Aufschwung. Über diese kurzfristigen Zahlen hatte zuerst die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.
Allerdings besteht die Prognose nicht bloß aus dieser kurzfristigen Analyse. Das Wirtschaftsministerium sieht sich auch an, wie die deutsche Wirtschaft ohne Sondereffekte dasteht. Wie hoch also ihr Potenzial insgesamt ist zu produzieren, wenn alle Betriebe normal ausgelastet wären und auch sonst keine speziellen Vorkommnisse aufkämen. Und da ist die Lage eine andere.
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