Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch erwartet vom zweiten Treffen der Umwelt und Klimaminister:innen Deutschlands, Polens und Frankreichs (Grünes Weimarer Dreieck) am Dienstag klare Signale für eine starke europäische Klima- und Umweltpolitik. Eines der wichtigsten Themen wird die Rahmensetzung für die EU-Klimapolitik nach 2030 sein.
Pressemitteilung | 25.09.2026
Germanwatch fordert vor Treffen der Umweltminister:innen der drei Länder gemeinsame Initiativen für zukunftsfähiges EU-Budget, wirksame Kreislaufwirtschaft und grüne Leitmärkte / Neues Paper zeigt, wie trilaterale Zusammenarbeit Klima- und Energiepolitik stärken kann
Berlin (25. Sep. 2026) Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch erwartet vom zweiten Treffen der Umwelt‑ und Klimaminister:innen Deutschlands, Polens und Frankreichs (Grünes Weimarer Dreieck) am Dienstag klare Signale für eine starke europäische Klima- und Umweltpolitik. Eines der wichtigsten Themen wird die Rahmensetzung für die EU-Klimapolitik nach 2030 sein.
Sylwia Andralojc‑Bodych, EU‑Klimareferentin bei Germanwatch, erklärt: “Wenige Monate vor dem europäischen Superwahljahr mit Wahlen in Frankreich, Polen und weiteren großen EU-Staaten steht die EU vor entscheidenden Weichenstellungen in der Klima‑ und Energiepolitik. Die Verhandlungen über das neue EU-Budget gehen in die Schlussphase, die Richtlinie zum EU-Emissionshandel wird überarbeitet und die Kommission bereitet einen Vorschlag für den Klimarahmen nach 2030 vor. Die Regierungen des Grünen Weimarer Dreiecks sollten jetzt, solange sie vor den Wahlen noch handlungsfähig sind, die Weichen stellen, damit die EU-Klimapolitik auf Kurs bleibt.“
Andralojc‑Bodych weiter: “Als wirtschaftliche Schwergewichte der EU sollten Deutschland, Frankreich und Polen gemeinsame Initiativen für ein sozial gerechtes, investitionsorientiertes EU‑Budget und für innovative Ansätze in der Kreislaufwirtschaft vorantreiben. Es geht zum Beispiel um eine gemeinsame Strategie zur Stärkung grüner Industriecluster oder zur Förderung von krisenfesten Lieferketten für die Cleantech-Industrie. Solche Initiativen machen die Klimapolitik greifbar und verankern sie regional. Sie wirken damit auch der rechtspopulistischen Erzählung entgegen, Europa handle nur von Brüssel aus.“ Um diese Themen systematisch voranzubringen, fordert Germanwatch ein klares Mandat für strukturelle Koordinierungsformate zwischen den drei Ländern des Weimarer Dreiecks auf Arbeitsebene und macht in einem neuen Paper Vorschläge für die Ausgestaltung.
Marion Guénard, EU‑Klimareferentin bei Germanwatch und Mitautorin des Papers: „Der Klimaschutz- und Energierahmen nach 2030 wird zur Bewährungsprobe dafür, ob die EU ambitioniertere Emissionsminderungen mit Solidarität zwischen den Mitgliedstaaten verbinden kann. Ein klares politisches Bekenntnis der drei Länder zur Fortführung der 2030 auslaufenden Lastenteilungs- und LULUCF-Verordnungen wäre ein starkes Signal, dass Europa seine Klimapolitik kohärent und gerecht gestalten und das 2040-Klimaziel erreichen kann.“