Allein in Deutschland zocken 39 Millionen Menschen. Anzeigen bieten hier also riesiges Potenzial. Ein Microsoft-Patent zeigt, wie Gaming mit integrierten Werbepausen ablaufen könnte.
Allein in Deutschland zocken 39 Millionen Menschen. Anzeigen bieten hier also riesiges Potenzial. Ein Microsoft-Patent zeigt, wie Gaming mit integrierten Werbepausen ablaufen könnte.
Von Noëlle Bölling
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Microsoft könnte bald einen neuen werbefinanzierten Tarif für seine Games einführen. (Foto: Hopix Art / Shutterstock)
Microsoft hat ein neues Patent für die Einblendung von Werbung in Spielen angemeldet. Die Technologie nutzt eine strenge Filterlogik: Eine Werbepause soll nur dann ausgelöst werden, wenn die Nutzer:innen sich gerade nicht in einer intensiven Szene befinden. Dadurch soll der Spielfluss möglichst wenig unterbrochen werden.
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Die Gaming-Industrie ist riesig und wird oft unterschätzt. Tatsächlich spielen 55 Prozent der Deutschen zumindest ab und zu Video- oder Computerspiele, was rund 39 Millionen Menschen entspricht. Vor allem bei den Jüngeren ist der Anteil hoch: So gaben 89 Prozent der 16- bis 29-Jährigen an, gelegentlich zu zocken. Bei den über 65-Jährigen sagte das immerhin fast jede:r Vierte. Bei vielen haben Games einen festen Platz im Leben. Fast die Hälfte kann sich ein Leben ohne Video- und Computerspiele inzwischen nicht mehr vorstellen, und 44 Prozent haben sich schon einmal gewünscht, selbst in ein Spiel eintauchen zu können. Mehr als jede fünfte Person sagt sogar, dass sie nur in Spielen ihr wahres Ich zeigt.
Gamer:innen investieren nicht nur Zeit, sondern auch Geld in ihr Hobby. Drei Viertel von ihnen haben in den vergangenen zwölf Monaten Geld für Video- oder Computerspiele ausgegeben, die meisten davon online. Jeweils 48 Prozent tätigten In-Game-Käufe oder bezahlten für Abonnements. Zusätzliche Kaufangebote sorgen allerdings für Kritik: 58 Prozent stören sich daran und ein Drittel fühlt sich bei In-Game-Käufen häufig abgezockt. Gleichzeitig lehnen viele solche Modelle nicht grundsätzlich ab: 43 Prozent spielen lieber kostenlos mit In-Game-Käufen als kostenpflichtig ohne weitere Kosten. Das hat eine repräsentative Bitkom-Befragung unter 1.205 Personen in Deutschland ab 16 Jahren ergeben.
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Künftig könnten Gamer:innen in PC- und Xbox-Spielen noch mehr Werbeeinblendungen sehen. Microsoft hat in den USA ein Patent für eine Werbeform eingereicht, die als „kontextbezogen” beschrieben wird und sich an bestimmten „Auslöse-Ereignissen” orientiert. Das „Ad-Credit“-System weist Spieler:innen Zeitblöcke ohne Werbung zu. Läuft ein Block ab, zeigt das Spiel beworbene Inhalte an und unterbricht dabei den Ablauf – ähnlich wie bei vielen kostenlosen Handyspielen. Anzeigen erscheinen in Abschnitten, die das System als Pausen erkennt. Die patentierte Technologie soll dabei erfassen, was im Spiel geschieht, sodass sie den Ablauf theoretisch nicht stört. Als mögliche Beispiele nennt das Patent Ladebildschirme und den Moment nach Abschluss einer Mission.
Das Patent mit dem Titel „Kontextbezogene Zugriffssteuerung für interaktive Anwendungssoftware” zielt darauf ab, die Monetarisierungslücke zwischen Free-to-Play-Spielen und kostenpflichtigen Games zu schließen, indem Werbung nur an natürlichen Unterbrechungspunkten erscheint. Gerüchten zufolge arbeitet Microsoft daran, den Game-Pass seiner Xbox-Konsole erneut umzugestalten, um einen günstigere, werbefinanzierten Tarif einzuführen. Laut Eurogamer hat Microsoft das Gerücht nicht direkt dementiert, sondern erklärt, man „teste regelmäßig verschiedene Game-Pass-Angebote und prüfe, was für Spieler:innen in verschiedenen Märkten am besten funktioniert”. Auch Windows Central hat darüber berichtet. Demzufolge könnte die Umstrukturierung im kommenden Jahr bekannt gegeben werden.
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