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Wir machen es alle seit Jahrzehnten falsch: So zündet man eine Kerze richtig an

Дата публикации: 26-09-2026 16:02:52

Viele Kerzen brennen nur in der Mitte ab. Der Grund kann ein einfacher Fehler beim ersten Anzünden sein. So verhindern Sie einen Brenntunnel.

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Jeder kennt dieses Gefühl: Manche Dinge sind kinderleicht und trotzdem bekommt man sie nicht richtig hin. Schon an den banalsten Sachen kann man scheitern, angefangen bei einer Kerze. Denn seit Jahrzehnten zünden vermutlich fast alle ihre Kerzen falsch an.

Pustet man die Kerze zu früh aus, ist sie ruiniert

Beim Schlendern durch den Supermarkt oder einen Trödelladen kommt man irgendwann an der himmlisch duftenden Kerzen-Ecke vorbei. Einmal geschnuppert, schon landet der Favorit im Einkaufskorb. Zack, bezahlt, eingepackt und ab nach Hause. Gerade im Herbst versüßt der Duft des kleinen Romantik-Brenners die früh dunkel werdenden Abende.

Ist Ihnen schon aufgefallen, dass am Rand Ihrer Kerze noch viel Wachs übrig ist?

Ist Ihnen schon aufgefallen, dass am Rand Ihrer Kerze noch viel Wachs übrig ist?

© Mariella Mandurino/Berliner Kurier

Also stellt man die Kerze auf den Tisch, zündet sie an und lässt sie zwei oder drei Stunden gemütlich flackern. Danach wird sie ausgepustet und man geht ins Bett. Was soll daran schon falsch sein? Fast alles!

Denn gerade bei großen und breiten Kerzen sollte man beim ersten Anzünden deutlich mehr Geduld haben. Auf Instagram erklärt Influencerin Lara Sofie warum. Ihre Erklärung: „Kerzen haben einen Memory-Effekt.“ Die Kerze hat also – zumindest bildlich gesprochen – ein Gedächtnis.

„Deswegen müsst ihr, wenn ihr die Kerze zum ersten Mal anmacht, sie immer bis zum Rand durchbrennen lassen. Das dauert lange, so acht bis zehn Stunden“, erklärt Lara Sofie. Der Grund: Wird die Kerze ausgepustet, obwohl in der Mitte bereits das Wachs geschmolzen ist, am Rand aber noch eine dicke Wachsschicht steht, kann ein sogenannter Brenntunnel entstehen.

Beim nächsten Anzünden schmilzt das Wachs dann erneut hauptsächlich dort, wo die Flamme schon zuvor gebrannt hat. Der Rand bleibt dagegen stehen. Das Ergebnis dürfte vielen bekannt vorkommen: Aus der einst schönen, breiten Kerze wird nach einigen Abenden ein kleines Wachstal mit einem tiefen Loch in der Mitte.

Der Docht brennt fröhlich vor sich hin, während sich außen ein immer höher werdender Wachsring auftürmt. Man hat also eine große Kerze gekauft, nutzt aber irgendwann nur noch einen kleinen Teil davon.

Der KURIER hat getestet: Die Theorie stimmt wirklich

Der KURIER hat die Theorie ausprobiert. Die Kerze wurde am ersten Tag ausgepustet, obwohl am Rand noch viel harter Wachs übrig war. Danach wurde sie mehrere Tage hintereinander erneut angezündet. Und siehe da: Das Wachs schmolz mehrere Zentimeter, vor allem rund um die bereits entstandene Mulde. Der Rand blieb aber stehen. Mit jedem weiteren Anzünden wurde der kleine Wachskrater deutlicher.

Die Kerze brannte zwar mehrere Zentimeter runter, hinterließ aber einen dicken Wachsrand.

Die Kerze brannte zwar mehrere Zentimeter runter, hinterließ aber einen dicken Wachsrand.

© Mariella Mandurino/Berliner Kurier

Wer seine Kerze möglichst gleichmäßig abbrennen möchte, sollte deshalb vor allem beim ersten Anzünden Geduld haben. Die oberste Wachsschicht sollte möglichst bis zum Rand flüssig werden, bevor die Kerze wieder ausgepustet wird. Wie lange das dauert, hängt von Größe und Bauart der Kerze ab.

Allerdings gilt: Eine Kerze sollte niemals unbeaufsichtigt brennen. Wer nicht mehrere Stunden daneben sitzen kann, sollte die Sicherheitshinweise des Herstellers beachten und die Kerze entsprechend früher löschen.

Wer seine Kerze bisher nach zwei Stunden ausgepustet hat, muss aber nicht in Panik geraten. Sie ist dadurch nicht automatisch ruiniert. Bei den nächsten Malen kann man darauf achten, dass das Wachs möglichst gleichmäßig schmilzt.

Kurz gesagt: Kerze anzünden kann jeder. Eine Kerze richtig abbrennen zu lassen offenbar nicht. Wer verhindern möchte, dass aus dem teuren Duft-Liebling irgendwann ein kleiner Wachskrater wird, sollte beim ersten Anzünden mehr Zeit einplanen. Denn manchmal braucht selbst eine Kerze ein bisschen Geduld.

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