Die Erkältungssaison beginnt. Die Techniker Krankenkasse und die AOK erklären, was vor Infekten schützt und was Sie vermeiden sollten.
Morgens noch ein Kratzen im Hals, mittags läuft die Nase, abends liegt man mit Brummschädel auf dem Sofa. Eine Erkältung kommt nie gelegen. Dabei kann man gut vorbeugen. Die Techniker Krankenkasse (TK) und die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) verraten im KURIER-Interview, was schützt und was eher nicht hilft.
Erkältungssaison startet ab Ende SeptemberLaut AOK steigen die Arztbesuche wegen Atemwegsinfekten meist ab Ende September und nehmen bis zum Jahreswechsel zu. Die Krankmeldungen bei der TK zeigen ein ähnliches Muster: ein Anstieg im Oktober, ein weiterer im Januar, der Höhepunkt im Februar. Das ist ein Grund mehr, um jetzt vorzusorgen, wobei ein Sprecher der Techniker Krankenkasse betont: „Gesundheitsbewusstes Verhalten sollte keine Frage der Jahreszeit sein.“
Wenn in Ihrem Umfeld jemand krank ist, sollten Sie unbedingt Abstand zu der Person halten. Ist dies nicht möglich, hilft auch eine Maske.
© Christin Klose/dpa-tmn
Erkältungen werden von Mensch zu Mensch übertragen. „Am besten kann man sich schützen, indem man Abstand von erkrankten Personen hält“, sagt die AOK zum KURIER. Geht das nicht, schützt eine Maske zumindest etwas. Genauso wichtig ist gründliches Händewaschen: Die AOK rät zu 20 bis 30 Sekunden mit Wasser und Seife. Vor allem nach dem Heimkommen, dem Toilettengang, dem Naseputzen, dem Kontakt mit Tieren, vor dem Kochen und Essen und immer, bevor man sich an Mund, Nase oder Augen fasst.
Auch die Raumluft spielt eine Rolle. Die TK empfiehlt, Büros und andere Gemeinschaftsräume regelmäßig zu lüften, um das Übertragungsrisiko zu senken. Das hilft in der Heizperiode doppelt: „Trockene Luft kann die Schleimhäute austrocknen und anfällig für Ansteckung mit Krankheiten machen“, erklärt die TK. Auch ein Luftbefeuchter könne helfen. Die AOK rät ebenfalls zum Stoßlüften, gibt aber zu bedenken: Dass höhere Luftfeuchtigkeit Infekten vorbeugt, ist nur schwach belegt.
Ob man krank wird, hängt auch von den eigenen Abwehrkräften ab. „Die beste Prävention ist ein gesunder Lebensstil“, sagt ein Sprecher der Techniker Krankenkasse. Ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, frische Luft und ausreichend Schlaf stärken nachweislich das Immunsystem.
Die AOK empfiehlt dazu viel Obst und Gemüse. Beim Sport kommt es aufs Maß an: „Moderate sportliche Betätigung fördert das Immunsystem und führt zu einer Senkung der Infektanfälligkeit“, so die AOK. Bei intensivem Training gilt das nicht mehr. Gerade Athleten sind sogar anfälliger.
Oft unterschätzt werden Schlafmangel und Stress. „Mangelnder Schlaf und Stress können laut Studien das Immunsystem schwächen und so die Anfälligkeit für Krankheiten erhöhen“, sagt die TK. Die AOK erklärt, warum: Unter Stress schüttet der Körper vermehrt Cortisol aus, das die Abwehr dämpft. Auch Schlafstörungen machen anfälliger für Atemwegsinfekte.
Zu wenig Schlaf und zu viel Stress können Auslöser für Erkältungen sein, da das Immunsystem geschwächt ist.
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Und die klassischen Hausmittel? „Saunagänge und Wechselduschen können das Immunsystem stärken – allerdings nicht alleine“, sagt die TK. Die AOK verweist auf eine Studie aus Deutschland, in der sich Saunagänger nur etwa halb so oft erkälteten wie die Vergleichsgruppe. Mit je 25 Teilnehmern war sie allerdings klein, weitere Studien seien nötig.
Deutlich skeptischer sind beide Kassen bei Nahrungsergänzungsmitteln. „Für gesunde Menschen, die sich ausgewogen ernähren, sind Nahrungsergänzungsmittel in der Regel unnötig“, sagt die TK. Nur für bestimmte Risikogruppen könnten sie sinnvoll sein. Die AOK zieht nach Auswertung vieler Studien das Fazit: „Es gibt keine Daten, die einen schützenden Effekt von Vitamin C, Zink, Knoblauch oder Vitamin D auf die Infektionsrate von Erkältungen zeigen.“
Bei Erkältungen sollten Sie immer daran denken, viel zu trinken.
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„Ist eine Erkältung erst mal da, lässt sie sich nicht mehr verhindern“, sagt die TK. Viel trinken und Ruhe können aber die Beschwerden lindern und die Heilung verkürzen. Ob Medikamente nötig sind, entscheidet der Arzt. Jetzt können laut AOK Vitamin C und Zink helfen, denn es gibt Hinweise, dass sie die Dauer verkürzen: „Da die Risiken gering sind, kann man die Einnahme von Vitamin C und Zink versuchen.“ Die Sauna ist dann allerdings keine gute Idee. Sie bringt nichts und man riskiert, andere anzustecken.
Wichtig ist dann Rücksicht. Beide Krankenkassen raten, drei bis fünf Tage zu Hause zu bleiben, bis sich die Symptome deutlich bessern. In die Armbeuge niesen und husten, Einmaltaschentücher, die nach dem Gebrauch weggeworfen werden.
Auch einer Grippe lässt sich vorbeugen, allerdings nur durch einen Piks. „Den besten Schutz vor einer Grippe bietet die Impfung“, sagt die AOK. Empfohlen wird sie unter anderem allen ab 60, Schwangeren, chronisch Kranken und medizinischem Personal. „Da sich Grippeviren stetig verändern, sollte jährlich geimpft werden“, so die AOK. Am besten zwischen Oktober und Mitte Dezember, denn bis der Schutz steht, dauert es zehn bis 14 Tage.
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