Reicht das Bauland in Wermelskirchen für die Nachfrage? Die Verwaltung beantwortet Fragen der SPD-Fraktion zu Wohnungsbedarf, freien Grundstücken, Bauturbo und Leerstand.
29.09.2026 · 18:45 Uhr
Der Bedarf an Wohnraum ist auch in Wermelskirchen hoch. Die Potenziale werden aber noch nicht überall ausgeschöpft.
Foto: dpa-tmn/Daniel MaurerWermelskirchen · Reicht das Bauland in Wermelskirchen für die Nachfrage? Die Verwaltung beantwortet Fragen der SPD-Fraktion zu Wohnungsbedarf, freien Grundstücken, Bauturbo und Leerstand.
Wie viel Bauland braucht eine Stadt, die ihre Einwohnerzahl halten will? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Stadtverwaltung schon seit Jahren – und hat sie nun auf Anfrage der SPD-Fraktion im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr beantwortet. Die Sozialdemokraten wollten wissen, wie groß der Bedarf an neuen Wohnungen im Stadtgebiet tatsächlich ist, wie viele Baugrundstücke noch verfügbar sind, welches Potenzial der sogenannte Bauturbo bietet und wie es um den Wohnungsleerstand steht.
Grundlage für die Einschätzung der Verwaltung ist die 2018 vom Stadtrat beschlossene Wohnbaulandinitiative. Ziel war es damals, die bestehende Einwohnerzahl von etwas über 34.000 Einwohnern zu halten und dafür notwendige Entwicklungsmaßnahmen einzuleiten. Die damalige Expertise kalkulierte dafür einen Bedarf von 50 bis 70 zusätzlichen Wohneinheiten pro Jahr über einen Zeitraum von zehn Jahren.
Durch Nachverdichtung (also Baulückenschluss und Ersatzbauten mit mehr Wohneinheiten) konnte das Ziel bislang erreicht werden – entgegen den Prognosen einiger Stellen, die besagten, dass Wermelskirchen bis 2030 auf maximal 32.000 Einwohner schrumpfen würde. Die Entwicklung komplett neuer Wohnbaugebiete geriet zuletzt wegen steigender Baukosten ins Stocken. Doch seit etwa zwei Jahren, so berichtet die Verwaltung, nehme auch das wieder an Fahrt auf. Denn Wohnraum in Wermelskirchen werde weiterhin stark nachgefragt.
Stark gefragt sind laut Verwaltung nicht nur Bauland für das Eigenheim, sondern auch bezahlbare Mietwohnungen. Wie hoch allerdings der Bedarf tatsächlich ist, vermag die Verwaltung derzeit nicht zu sagen.
Auf die Frage nach verfügbaren Baugrundstücken mit fertigem Bebauungsplan antwortet die Verwaltung, dass derzeit rund 47 unbebaute Baugrundstücke in insgesamt elf Bebauungsplanbereichen zur Verfügung stünden. Knapp 40 Prozent der Baulücken würden sich mit Einzel- und Doppelhäusern mit bis zu zwei Vollgeschossen bebauen lassen.
Auf knapp zehn Prozent seien nur Einzelhäuser mit ein bis zwei Vollgeschossen zulässig und auf weiteren zehn Prozent nur Doppelhäuser mit maximal zwei Vollgeschossen. Den größten Anteil würden mit gut 40 Prozent die offene Bauweise mit bis zu drei Vollgeschossen ausmachen. Wie viele Wohneinheiten dabei konkret entstehen könnten, sei aber nicht festgelegt.
Der Bauturbo erweitert die planungsrechtlichen Möglichkeiten für bislang nicht genehmigungsfähige Vorhaben wie Verdichtung oder Aufstockung, heißt es aus der Verwaltung. Anfragen zielten vor allem auf Außenbereichsgrundstücke, die wegen Natur- und Landschaftsschutz oft nicht bebaubar sind.
Das größte Potenzial liegt laut Verwaltung allerdings in der Verdichtung und Aufstockung bestehender Gebäude, abhängig von Eigentümern und Wirtschaftlichkeit. Ein belastbarer Wert lasse sich allerdings kaum ermitteln, die Verwaltung schätzt das theoretische Potenzial als vierstellig ein.
Ebenso wenig konkrete Zahlen kann die Verwaltung aktuell beim Thema Wohnungsleerstand vorweisen, da sie dafür Daten von Eigentümern bräuchte. Um den wahren Leerstand zu erfassen, müssten Eigentümer ihren vorhandenen Wohnraum melden.
Meistgelesen
Aktuell wichtig