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Kein Bier? Diskriminierung! Der britische Premierminister will das Alkoholverbot in den Stadien abschaffen

Дата публикации: 27-09-2026 07:15:18

Seit vierzig Jahren darf der Fussballfan in England kein Bier im Stadion trinken. Derweil zapfen in München die Fussballprofis das Fass sogar selber an.

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Kein Bier? Diskriminierung! Der britische Premierminister will das Alkoholverbot in den Stadien abschaffen

Seit vierzig Jahren darf der Fussballfan in England kein Bier im Stadion trinken. Derweil zapfen in München die Fussballprofis das Fass sogar selber an.

Isabelle Pfister27.09.2026, 09.15 Uhr

2 Leseminuten


Ungewohnt für englische Fussballfans: An der WM in den USA durften sie im Stadion Bier trinken, während sie die Spiele schauten.

Ungewohnt für englische Fussballfans: An der WM in den USA durften sie im Stadion Bier trinken, während sie die Spiele schauten.

Mattia Ozbot / Getty

Der FC Everton hat die letzten zwei Premier-League-Saisons auf dem 13. Tabellenplatz beendet. Das ist maximal Mittelmass. Ob das Gekicke seines Herzensvereins für Andy Burnham der Auslöser seiner fussballpolitischen Agenda ist? Möglich.

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Am vergangenen Dienstag traf der britische Premierminister in New York den amerikanischen Präsidenten Donald Trump, was zur Erleichterung Englands unspektakulär verlief. Und so kann sich Burnham nur 24 Stunden später wieder den wichtigen Dingen im Leben widmen: Fussball und Bier.

Gegenüber Reportern soll der Premierminister gesagt haben, dass er das Alkoholverbot in den englischen Fussballstadien als «diskriminierend» empfinde. Seit 1985 ist der Konsum von Alkohol mit Sicht auf das Spielfeld in den fünf höchsten Fussballligen verboten. Die Fans können Bier im Stadion kaufen, müssen es aber am Verkaufsstand herunterstürzen. Mit auf ihren Platz darf es nicht.

Das Gesetz wurde vor über vierzig Jahren erlassen, um gegen Hooliganismus und Gewalt vorzugehen. Die Hooligans verschwanden tatsächlich aus den Premier-League-Stadien – nur um sich in der Anonymität der sechsten Liga zu entfalten. Mercury-Effekt nennen das die einen, andere sprechen von Symptombekämpfung.

Die horrenden Preise der Premier League schrecken indes sowieso ab: nicht nur Hooligans, sondern auch manch einen aus der Arbeiterklasse. Deshalb sitzt heute eher die Sorte Mensch in Premier-League-Stadien, die vielleicht einmal für die Labour-Partei kandidieren will; Menschen wie Andy Burnham eben. «Ich finde es nicht fair, dass Fussballfans anders behandelt werden», sagt er. Schliesslich dürfen die Fans in denselben Stadien so viel Bier trinken, wie sie wollen, solange auf dem Rasen statt Fussball Rugby gespielt wird oder Oasis «Wonderwall» performt.

In Deutschland dagegen gehören Fussball und Bier etwa so zusammen wie der Sonntagabend und der «Tatort» – oder wie Harry Kane und der FC Bayern München. Der Captain der englischen Nationalmannschaft ist beim deutschen Rekordmeister ein sicherer Wert, in vielerlei Hinsicht. Am Freitag vor einer Woche erzielte er beim Kantersieg gegen Union Berlin sein 100. Bundesligator und schickte die Bayern-Fans damit beseelt in die fünfte Jahreszeit.

Die fünfte Jahreszeit ist das grösste Volksfest der Welt, das Oktoberfest. Und da trinken nicht nur die Fussballfans, sondern auch die Profis. Jedes Jahr posieren die Spieler des FC Bayern mit Lederhose und Masskrug mehr oder weniger motiviert für die Kameras. Und auch da performte Kane: Das Fass Bier zapfte er ähnlich elegant an, wie er den Elfmeter gegen Union verwandelt hatte.

Ganz so mühelos dürfte es für seinen Landsmann Burnham nicht sein, das Alkoholverbot in den englischen Stadien aufzuheben. Denn wie Liam Gallagher so schön singt: «All the roads we have to walk are winding.» Aber «maaaaybe» ist Burnham «the one who’s gonna save» Bier im Stadion.

Ein Artikel aus der «NZZ am Sonntag»

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Der Coach Andoni Iraola beschwört Gemeinschaft, Identität, Kollektiv beim englischen Fussballklub. Die Fans erreicht er damit. Zum Erfolg des mit teuren Stars gespickten Teams führt das bis jetzt aber nicht.

In der englischen Fussballliga sortiert sich das Feld gerade neu. Am Freitag startet die neue Saison. Aussichtsreichster Kandidat ist der Titelverteidiger Arsenal.

Das Oktoberfest ist Spektakel und Ritual zugleich. In ihrem neuen Buch nimmt die österreichische Autorin das Münchner Volksfest mit lakonischem Spott und Lust an surrealer Übertreibung auseinander.

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